Je älter unsere Kinder werden, desto mehr unterscheiden sich ihre Interessen von unseren. Plötzlich läuft Musik im Haus, bei der man nur den Kopf schütteln möchte. Stundenlang wird gezockt oder über Influencer gesprochen, deren Namen man noch nie gehört hat und Kleidung getragen, die man ehrlicherweise grauenhaft findet, aber natürlich nie was sagen würde.
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Und genau darum gehts. Dass wir nicht alles gut finden müssen, was unsere Teenager machen, hören und tragen. Und uns am besten sehr vorsichtig darüber äußern (es sei denn, wie werden direkt nach unserer Meinung gefragt). Denn unsere, vielleicht witzig gemeinte, Bemerkung, bewertet vielleicht das neue Hobby, eine besondere Idee oder eine Entscheidung des Teens, mit der er oder sie sich sowieso schon schwer getan hat, negativ. Und macht sie ihm mies.
Gerade in der Pubertät kann schon eine falsche Bemerkung einen größeren Einfluss haben, als uns in diesem Moment bewusst ist.
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Freundschaften
Es gibt Freundschaften, da hat man als Eltern einfach ein komisches Gefühl, weil das Kind sich ganz anders benimmt, wenn es mit dieser Person oder diesen Personen zusammen ist.
Dann sind wir schnell darin, schlechter über diese Menschen zu sprechen, negative Kommentare zu machen oder auch, es abzulehnen, wenn sie vorbeikommen möchten. Die Sache bei Teenagern ist jedoch, dass ihre Freund*innen super wichtig sind. Deshalb werden sie sie verteidigen. Und uns Eltern einfach nicht mehr erzählen, mit wem sie ihre Zeit verbringen.
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Hobbys
In unseren Augen ist stundenlanges Gaming, Schminken oder Skateboarden nicht der sinnvollste Zeitvertreib. Als Zeitverschwendung sollten wir die Leidenschaft unseres Teens aber dennoch nicht bezeichnen. Denn das macht sie lächerlich und verletzt unser Kind.
Und natürlich darf man als Eltern Bildschirmzeiten begrenzen und auch Erwartungen an das Kind formulieren. Das Hobby oder die Leidenschaft des Teens abzuwerten, ist aber etwas anderes.
Träume
Teenager haben viele Träume, auch was ihren späteren Beruf angeht. Und dann sprechen sie an einem Tag davon, Ärzt*in zu werden, am nächsten Rechtsanwält*in und am übernächsten wollen sie doch der oder die super angesagte Influencer*in sein. Das ist völlig normal.
Teenager brauchen Eltern, die ihnen helfen, ihre Ideen und Wünsche einzuordnen, statt sie zu belächeln. Zwischen einer ehrlichen Einschätzung und dem Gefühl ausgelacht zu werden, liegen nämlich Welten.
Wer erlebt, dass jede Idee sofort zerpflückt wird, spricht irgendwann vielleicht gar nicht mehr darüber.
Gefühle
Aus unserer erwachsenen Sicht wirken viele Probleme unserer Kinder klein und manchmal vielleicht auch bedeutungslos. Für unsere Kinder sind sie aber groß. Der Streit mit der besten Freundin, das Gefühl ausgeschlossen zu werden oder der Stolperer beim Ausflug mit der Clique können sie tagelang beschäftigen.
Reden wir Eltern ihre Gefühle dann klein, sprechen wir ihnen diese Gefühle ab. Dabei verschwinden sie aber nicht für das Kind. Was dazu führt, dass es seine Sorgen und Gefühle zukünftig für sich behalten wird, aus Angst, dass sich jemand darüber lustig machen könnte.
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Aussehen
In der Pubertät verändert sich der Körper, die Haut spielt zum Teil verrückt und ihr Aussehen ist vielen Teenagern enorm wichtig. Sie stehen mehr und öfter vorm Spiegel, vergleichen sich mit Gleichaltrigen und sind auf der Suche nach ihrem Look.
Bemerkungen über Frisur, Körper, die Haut oder das Gewicht können deshalb lange nachwirken. Auch scherzhafte Kommentare können den Teenager dann tief verletzen.
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Musik(geschmack)
Musik ist immer ein Streitthema in versciedenen Generationen, denn jeder ist sich sicher, die beste Musik zu hören. Abfällige Bemerkungen über den Geschmack des Teens sollte man dennoch stecken lassen. Denn die Lieblingsmusik oder -band des Teens ist mehr als bloße Unterhaltung. Es ist Teil seiner Identität.
Wer neugierig nachfragt, vielleicht gemeinsam ein Konzert besucht, erfährt deutlich mehr über sein Kind, als jemand, der nur die Augen verdreht.
Persönlichkeit
Vielleicht ist das der wichtigste Punkt, denn es macht einen riesen Unterschied, ob wir ein Verhalten oder den Menschen dahinter kritisieren. Zu sagen, dass jemand unzuverlässig gehandelt hat ist beispielsweise etwas anderes, als zu sagen, dass jemand faul, egoistisch oder unzuverlässig ist.
Teenager machen Fehler, sie vergessen Dinge, schieben Aufgaben unnötig lang auf oder treffen schlechte Entscheidungen. Aber das gehört alles zum Erwachsenwerden dazu.
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Wenn wir Eltern aus einzelnem Verhalten jedoch regelrecht Eigenschaften des Kindes machen, ist es irgendwann selbst überzeugt davon. Dann macht es eben nicht nur einen Fehler, sondern glaubt, „einfach so zu sein“.
Es ist okay, Dinge nicht gut zu finden
Teenager brauchen Eltern, bei denen sie das Gefühl haben, dass ihre Interessen, Gefühle und Gedanken Platz haben. Selbst dann, wenn sie nicht geteilt werden. Wer sich nämlich angenommen fühlt, so wie er ist, erzählt von seinem Leben, auch dann, wenn es kompliziert oder unbequem ist.
Und das ist am Ende in der Beziehung zum Teenager viel wichtiger, als in Diskussionen über Klamotten, Musik oder Berufswünsche recht zu haben.
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