Eine Marke von
Veröffentlicht inFamilie, Kind & Teenager

8 Dinge, über die ich mich als Teenager-Mama nicht mehr aufrege

Mutter und Tochter auf der Couch.
© Getty Images/ martinedoucet

Vorab im Video: Warum die Hochphase der Pubertät so anstrengend ist

Als Mutter zweier Teenager habe ich gelernt: Manche Alltagskämpfe bringen niemanden weiter und rauben nur unnötig Kraft. Diese acht zum Beispiel führe ich nicht mehr.

Es überrascht vermutlich die wenigsten, wenn ich sage, ich liebe meine Kinder. Was ich allerdings weniger liebe: Dass ich mich für alles verantwortlich fühle. Und genau deshalb habe ich mich jetzt bewusst dafür entschieden, mich nicht mehr über alles aufzuregen und auch, mich nicht mehr in alles einzumischen.

Klingt erst mal wenig innovativ. Aber es gab und gibt in der jüngeren Vergangenheit so viele kleine Alltagskämpfe, die wir geführt haben und führen, dass mein Energielevel aufgebraucht ist. Ich hab keine Kraft mehr, mich über chaotische Zimmer, nicht ein- oder ausgeräumte Spülmaschinen oder Wäscheberge neben dem Wäschekorb aufzuregen. Und genau deshalb mache ich das nicht mehr.

Und ich kann nur jedem Teenagerelternteil ans Herz legen, es genauso zu machen. Fragt euch: Ist das wirklich wichtig, oder kostet mich das gerade unnötig Kraft?

Lies dazu auch: Teenager provozieren ihre Eltern oft aus einem überraschenden Grund

1. Die Sache mit dem Vergessen

Wie bei den meisten Mamas habe ich alle Termine, Abgabefristen, Aufgaben oder Geburtstage irgendwo im Kopf. Ich weiß, wo der Autoschlüssel liegt, aber auch die Rechnung, die wir vor vier Wochen schon bezahlen wollten. Wenn etwas gesucht wird oder jemand nicht weiß, wann was fällig ist, bin ich die Anlaufstelle Nummer 1.

Lesetipp: Warum selbst zuverlässige Teenager in der Pubertät alles vergessen

Bisher gewesen. Denn ich habe aufgehört, alle zu erinnern oder sofort aufzuspringen, wenn jemand etwas sucht. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil Verantwortung nur entstehen kann, wenn nicht immer jemand zur Rettung eilt.

2. Meine Teens sind nicht immer sonderlich höflich

Ich hab mich oft persönlich angegriffen gefühlt, wenn meine Teenager schlecht drauf und entsprechend schmallippig reagiert haben. Kurze Antworten, Augenrollen oder genervte Atmer sind schließlich nicht gerade die Spitze höflicher Konversation.

Aber, ich reg mich darüber nicht mehr auf, aus zweierlei Gründen. Zum einen hat ihr Genervtsein oder ihre schlechte Laune oft nur indirekt mit mir zu tun, wenn überhaupt. Zum anderen kann auch in der kürzesten Antwort ausreichend Information liegen. Ich hake also nicht mehr bei jeder Formulierung nach, sondern schaue zuerst darauf, was eigentlich gesagt wurde.

Das spart uns allen jede Menge Energie und Nerven.

3. Ich muss nicht alles kommentieren

Ich hatte über lange, lange Zeit das Bedürfnis, meinen Senf überall dazuzugeben. Besonders, wenn es um meine Kinder ging. Für meinen Seelenfrieden ist es aber viel besser, wenn ich meine Meinung, Ansichten oder Bedenken nicht gleich teile, sondern erst einmal mit mir selbst ausmache. (Ausgenommen, ich werde direkt danach gefragt)

Nur weil ich etwas denke, muss ich es nicht aussprechen. Das macht das Leben wirklich leichter und wesentlich konfliktarmer.

4. Nicht jeder Fehler muss verhindert werden

Manchmal weiß man als Eltern einfach, dass etwas schiefgehen wird. Und es ist für mich eine der schwersten Dinge in der Erziehung meiner Kinder, mich dann ganz bewusst zurückzuhalten und das Kind einen (kleinen) Fehler machen zu lassen.

Lies auch: 6 Dinge, bei denen wir Teenager völlig unterschätzen

Aber ich habe begriffen, dass ich meinen Teenagern die Chance nehme, daraus zu lernen, wenn ich jedes Problem oder Hindernis aus dem Weg räume.

5. Schlechte Noten sind kein Familienprojekt

Ich hatte oft das Gefühl, dass eine schlechte(ere) Note meiner Kinder mich mehr geärgert hat, als meine Kinder selbst. Was ja völliger Quatsch ist, weil es ja gar nicht um meine Leistung geht. Allein die Leistung meiner Kinder wird in der Schule bewertet und deshalb ist Lernen, Hausaufgaben machen und Vorträge vorbereiten auch kein Familienprojekt mehr.

Lies auch: Streit ums Lernen: Teenagern helfen oder machen lassen?

Klar interessiert es mich, ob meine Kinder mitkommen, sich ausreichend vorbereiten, und gewiss werde ich sie mal ans Lernen erinnern. Aber sie sind in der Schule, nicht ich. Deshalb sind ihre Noten ihre und nicht meine direkte Verantwortung,

6. Meine Teenager müssen mich nicht immer gut finden

Eigentlich muss man gar nicht viel machen, um einen Teenager zu nerven oder für schlechte Laune bei ihm zu sorgen. Und das ist okay, habe ich gelernt. Denn es geht nicht darum, dass meine Teenager mich cool finden, sondern darum, eine solide und echte Beziehung zu ihnen zu führen. Dafür muss ich manchmal eben auch Entscheidungen treffen, die sie doof finden.

Auch interessant: Teenager streiten nur mit Eltern, denen sie wirklich vertrauen

Das macht mich vielleicht kurz weniger beliebt, dafür aber verlässlich. Es ist nämlich viel wichtiger, dass meine Kinder wissen, woran sie bei mir sind und wie weit sie gehen können.

7. ‚Gleich‘ ist ein dehnbarer Begriff

Ich bin eine Person, der es schwerfällt, wenn Dinge unerledigt bleiben. Meine Teenager hingegen sind Meister im Aufschieben. Zwei Extreme, die regelmäßig zu mittelgroßen Streits geführt haben. Besonders, wenn einer der Teenager etwas ‚gleich‘ erledigen wollte.

Lesetipp: Warum Teenager alles bis zur letzten Minute aufschieben und das nicht (nur) Faulheit ist

Inzwischen weiß ich, dass meine Teens und ich ein sehr unterschiedliches Verständnis von ‚gleich‘ haben. Geht es um Dinge, die mich nicht unmittelbar beeinflussen, akzeptiere ich, dass sie viel später oder manchmal gar nicht erledigt werden.

Geht es um Dinge, die mich direkt betreffen, führe ich die Kämpfe weiterhin. Dann mache ich mich auch mal unbeliebt. Was ja aber okay ist, wie ich gelernt habe.

8. Unpassende Outfits

Ich wollte nie die Person sein, die Outfits anderer kommentiert. Geht mich schließlich nichts an, wie andere Leute aussehen wollen. Und so wahr das auch ist, mir sind so manche Outfits meiner Kinder trotzdem unangenehm.

Ich habe deswegen schon durch die Blume versucht, ihnen das zu vermitteln und versucht, sie zu manipulieren, damit sie sich umziehen. Alles ohne Erfolg. Also halte ich es mittlerweile aus, weil ich diesen Kampf nur verlieren kann.

Gelassenheit muss man üben

Ich bin noch lange keine entspanntere Mutter geworden, der alles egal ist. Ich hab jedoch gelernt, dass ich nicht jeden Kampf führen muss.

Auch lesen: Second best parenting: Kinder brauchen Eltern mit dieser Haltung

Denn jedes Mal, wenn ich mich über Kleinigkeiten aufrege, raubt mir das extrem viel Energie. Auch für die Momente, in denen ich konsequent sein muss. Und auch für Momente, in denen es vielleicht nur um gemeinsame Zeit geht, die ich dann viel weniger genießen kann.

Deswegen übe ich mich mehr und mehr in Gelassenheit und spare meine Energiereserven für die Momente, in denen es wirklich darauf ankommt. Probiert’s auch mal aus.

Weitere Lesetipps: