Gerade Frauen werden es kennen: Neben Job, Schule, den Freizeitaktivitäten der Kinder und den Herausforderungen des täglichen Lebens gilt es, auch Dinge wie Vorsorgetermine und Arztuntersuchungen für die Familie im Blick zu haben. Für ausreichend Mental Load ist also gesorgt.
Und natürlich möchte man, gerade wenn es um die Gesundheit der eigenen Familie geht, alles richtig machen sowie immer wissen, worauf man achten muss und was als nächstes ansteht – so auch beim Thema HPV (Humane Papillomviren).
Denn HPV hat viele Gesichter: Es gibt über 230 verschiedene Typen, von denen einige Hochrisikotypen unter gewissen Umständen bestimmte HPV-bedingte Krebsarten auslösen können.
Um dabei nicht das Gefühl zu bekommen, gleich den Überblick zu verlieren, kann es helfen, sich schon frühzeitig mit dem Thema und den Möglichkeiten der Krebsprävention auseinanderzusetzen.
Sich frühzeitig beraten lassen
Dennoch ist es wichtig, sich klarzumachen: Fürsorge bedeutet nicht, immer alles zu wissen. Niemand verlangt, dass man als Mutter automatisch ein Medizinstudium absolviert haben muss. Vielmehr geht es darum, zu wissen, an wen man sich wenden kann, um die richtigen Fragen zu stellen und sich ausgewogen zu informieren.
Mütter können ihre Kinder nicht vor allem schützen, aber sie können Grundlagen für ein gesundes, selbstbestimmtes Leben schaffen, zum Beispiel mit Entscheidungen, die sie als Eltern heute für ihre Kinder treffen können.
Eine ärztliche Beratung mit der Möglichkeit, offene Punkte und Unsicherheiten anzusprechen, ist deshalb wichtig. Denn rund um das Thema HPV und die HPV-Impfung gibt es bei vielen Eltern anfangs mehr Fragezeichen als Antworten.
Wer sich jetzt schon mal kundig machen möchte: Hier vorab die wichtigsten Informationen für Eltern zum Thema HP-Viren und HPV-Impfung.
Was ist HPV und welche Folgen kann eine Infektion haben?
HP-Viren sind weit verbreitet: Die meisten Menschen, etwa 4 von 5, infizieren sich im Laufe ihres Lebens mehrmals damit. Übertragen werden die Viren über den direkten körperlichen Kontakt von Haut- und Schleimhautbereichen, meist im Intimbereich. Dabei können sich Jungen und Männer genauso mit HPV anstecken wie Mädchen und Frauen.
Meist verläuft die Infektion unbemerkt und heilt dank einer wirksamen Immunabwehr innerhalb etwa eines Jahres von allein wieder ab. Bleibt eine Infektion mit bestimmten krebsauslösenden HPV-Typen jedoch über längere Zeit bestehen, kann dies zu gewissen HPV-bedingten Zellveränderungen, Krebsvorstufen oder sogar Krebs führen.
Schätzungen zufolge kann weltweit eine von 20 Krebsdiagnosen auf eine HPV-Infektion zurückgeführt werden. So wird Gebärmutterhalskrebs zum Beispiel nahezu vollständig durch HPV verursacht. Und auch bei Männern kann unter bestimmten Umständen z.B. Analkrebs entstehen.
HPV-Impfung: Gerade im jugendlichen Alter sinnvoll
Die HPV-Impfung ab 9 Jahren ist die wichtigste Maßnahme, um bestimmten HPV-bedingten Krebsarten, die durch gewisse HP-Viren ausgelöst werden, vorbeugen zu können.
Um einen passenden Moment für die Impfung nicht zu verpassen, kann es helfen, sich als Eltern bereits frühzeitig zu dem Thema zu informieren. Die Ferienzeiten bieten meist gute Gelegenheiten, um Beratungstermine beim Kinderarzt oder der Kinderärztin einzuplanen. Spätestens im Rahmen der U11- oder J1-Untersuchung lohnt es sich, den Impfstatus bei den Kindern zu prüfen.
Für welches Alter wird die Impfung empfohlen?
Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt die HPV-Impfung für Jungen und Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren, wobei versäumte Impfungen bis einen Tag vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden sollen.
Je früher geimpft wird, desto besser fällt die körpereigene Immunantwort aus, da die Impfung ihre Wirkung am besten entfalten kann, wenn noch kein Kontakt zu HPV stattgefunden hat.
Dabei erhalten Kinder zwischen 9 und 14 Jahren zwei Impfdosen im Abstand von mindestens fünf Monaten, bei Jugendlichen ab 15 Jahren werden drei Impfdosen benötigt. Dabei ist gut zu wissen – bei Minderjährigen übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Impfung vollständig.
Impfrate in Deutschland noch ausbaufähig
Während andere Länder wie Schweden, Portugal, Norwegen oder Australien im Jahr 2024 auf Impfquoten von 80 bis über 90 Prozent bei vollständig abgeschlossenen HPV-Impfserien bei den 15-jährigen Jungen und Mädchen kommen, hat Deutschland hier noch aufzuholen. Die HPV-Impfrate in Deutschland lag im Jahr 2024 bei lediglich 55 Prozent der 15-jährigen Mädchen. Bei den 15-jährigen Jungen waren sogar lediglich 36 Prozent vollständig geimpft.
Ein Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO: Bis 2030 sollen 90 Prozent der Mädchen bis zu einem Alter von 15 Jahren vollständig mit der HPV-Impfung geimpft sein, sodass Gebärmutterhalskrebs eines Tages in der Zukunft für die öffentliche Gesundheit kein Problem mehr darstellt.
Terminserie zum Download
Im stressigen Familienalltag alle Termine im Kopf zu behalten, ist nicht immer einfach. Um den Überblick zu bewahren, empfiehlt es sich die Kalendererinnerung der Initiative ENTSCHIEDEN. Gegen Krebs. herunterzuladen. Ein praktischer Reminder für deinen Kalender direkt auf dein Handy.
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Über HPV sprechen
Eltern und besonders häufig Mütter stehen in der Verantwortung, gut informierte Gesundheitsentscheidungen für ihren Nachwuchs zu treffen. Unterstützung bekommen sie dabei in Form eines Beratungsgesprächs in der Kinderarztpraxis.
Wer sich vorab schonmal ein Bild zu dem Thema machen möchte, für den gibt es die wichtigsten Infos zu HPV und der HPV-Impfung unter entschiedengegenkrebs.de/eltern zur Übersicht.
Idealerweise können Eltern anschließend das Thema Impfung gemeinsam mit ihren Kindern besprechen. Gerade wenn Kinder langsam ins Teenageralter kommen, ist ein Gespräch auf Augenhöhe empfehlenswert, in dem die Eltern in Ruhe erklären, warum die HPV-Impfung ab 9 Jahren sinnvoll sein kann und ihren Kindern Zeit und Raum für mögliche Fragen geben.
-> Mehr Informationen zum Thema findet ihr hier auf der Seite der Initiative „ENTSCHIEDEN. Gegen Krebs.„

