Veröffentlicht inLifestyle, Wohnen & Lifestyle

Gefährlich oder völlig in Ordnung: Darf man Pilze aufwärmen?

© GettyImages

Pilze aufwärmen: Darf man das?

Wie ist das eigentlich: Kann man Pilze wieder aufwärmen, wenn man Reste übrighat, oder fängt man sich dann unweigerlich eine Lebensmittelvergiftung ein? Wir sind der Küchen-Frage auf den Grund gegangen.

Inhaltsverzeichnis

Champignon, Pfifferling, Steinpilz oder auch Shiitake: Die Welt der Speisepilze ist breit aufgestellt. Während manche Menschen sie abgöttisch lieben, können andere ihnen absolut nichts abgewinnen.

Die Pilz-Liebhaber haben jedoch scheinbar die Nase vorne: In einer Statista-Umfrage aus dem Jahr 2020 gaben rund 70 Prozent der Befragten an, dass sie gerne Pilze essen.

Wie sieht es nun aber aus, wenn man die Pilze vom Vortag wieder aufwärmen möchte: Kann man das einfach machen oder ist das gar schädlich? Wir klären auf, ob man Pilze getrost für das Restessen wiederverwenden kann.

Im Video: Darf man abgelaufene Eier noch essen?

Pilze aufwärmen: Darf man das?

Können aufgewärmte Pilze schädlich sein?

Viele von euch haben bestimmt von euren Großeltern schon einmal gehört, dass man Pilze nicht wieder aufwärmen kann, wenn sie einmal gekocht wurden. Diese Weisheit hat ihren Grund:

  • Pilze gehören zu den leicht verderblichen Lebensmitteln. Sie sind nur relativ kurz haltbar, insbesondere wenn sie in den typischen Supermarkt-Verpackungen aufbewahrt werden.
  • Sie bestehen hauptsächlich aus Eiweiß und Wasser. Zersetzt sich Eiweiß, kann dies gesundheitsschädlich sein.
  • Verdorbene Pilze lösen innerhalb weniger Stunden typische Symptome einer Lebensmittelvergiftung, etwa Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, aus.

Dennoch: Die Regel, dass Pilze nicht mehr aufgewärmt werden dürfen, ist heute nicht mehr gültig. Sie stammt aus Zeiten, in denen noch nicht jeder Haushalt einen Kühlschrank hatte.

  • Werden die Pilze im Kühlschrank gelagert, wird der Zersetzungsprozess verlangsamt.
  • Bewahrt ihr eure Pilze nach der Zubereitung also ordnungsgemäß kühl auf, ist das erneute Aufwärmen kein Problem.

Darf man aufgewärmte Pilze essen?

Die kurze Antwort auf diese Frage lautet: Ja, ihr könnt aufgewärmte Pilze ohne Probleme essen. Die längere Antwort: Dabei solltet ihr aber einige Grundregeln beachten.

  • Kühlt euer Pilzgericht nach dem Kochen schnell ab. Hierzu könnt ihr die gekochten Pilze in einen separaten Behälter geben und diesen in kaltem Wasser abkühlen. Bewahrt den Behälter danach bei ca. 4 °C im Kühlschrank auf.
  • Lagert die Pilze nicht zu lang. Ein bis maximal zwei Tage nach der Zubereitung solltet ihr die Reste verspeisen.
  • Wärmt euer Pilzgericht sorgfältig auf. Es sollte mindestens 70°C erreichen, um schädliche Keime abzutöten.
  • Verwendet zum Aufwärmen am besten nicht die Mikrowelle. Mit einem Topf oder einer Pfanne könnt ihr besser sicherstellen, dass die Temperatur gleichmäßig verteilt wird.
  • Einmaliges Aufwärmen ist kein Problem, ihr solltet es aber dabei belassen. Das Pilzeiweiß kann bei erneutem Aufwärmen durch Bakterien oder Pilzenzyme abgebaut werden. Mögliche Folgen sind Übelkeit oder Erbrechen.
  • Haltet das Pilzgericht auch nicht längere Zeit warm. Die Hitze kann den Zerfall beschleunigen. Idealerweise verzehrt ihr eure Pilze direkt nach der Zubereitung.
  • Habt ihr ein Gericht mit rohen Pilzen zubereitet, solltet ihr dieses sofort essen und nicht aufbewahren.
Wichtig:

Mit diesen Regeln solltet ihr bei Kultur- oder Zuchtpilzen keine Probleme bekommen. Anders ist das bei Wildpilzen. Diese können eine höhere Keimbelastung aufweisen. Insbesondere Schwangere und Kinder sind gefährdet. Versucht deshalb, diese Pilze nicht wieder aufzuwärmen.

Wie kann man Pilze länger haltbar machen?

Wusstet ihr, dass Pilze richtig gesund sind? Sie enthalten neben Kalzium und Magnesium viele weitere Mineralstoffe und Spurenelemente wie Zink oder Selen. Sie enthalten auch Vitamine, vor allem B-Vitamine, aber in manchen Fällen auch Vitamin C und D.

Was tun, wenn man viele Pilze hat, die man aber nicht rechtzeitig verbrauchen kann? So macht ihr sie länger haltbar:

Pilze mit dem Backofen trocknen

  • Putzt eure Pilze gründlich und schneidet sie dann in Hälften oder in Viertel.
  • Legt sie auf ein mit Backpapier bedecktes Backblech.
  • Trocknet sie bei 40°C etwa 5 Stunden. In einem luftdichten Container sind sie so bis zu sechs Monate haltbar.
Pilze in der Kühltruhe lagern
  • Putzt die Pilze gründlich. Dafür eignet sich ein Pinsel, eine spezielle Pilzbürste (etwa von Redecker*) oder etwas Küchenrolle.
  • Schneidet die Pilze klein, am besten in Scheiben. So ist die spätere Weiterverwendung einfacher. Verpackt sie in Gefriertüten und legt sie in die Kühltruhe.
  • Champignons, Steinpilze und Austernpilze könnt ihr ganz einfach roh einfrieren. Pfifferlinge solltet ihr zuerst in kochendem Wasser blanchieren, damit sie später nicht bitter schmecken.
  • Nach dem Auftauen werden Pilze schnell matschig. Fügt sie euren Gerichten deshalb am besten noch tiefgefroren hinzu und lasst sie nicht zuerst auftauen.

Rezept-Tipp: Cremige Pfifferlingsuppe – Wohlfühlrezept für kalte Tage

Pilze richtig putzen

Was ist eigentlich dran an der Regel, dass man Pilze nicht nass abwaschen soll? Es wird angenommen, dass die Pilze sich schnell mit Wasser vollsaugen und so an Geschmack verlieren.

Bestätigt ist das allerdings nicht: Autor Harold McGhee, der sich viel mit den Methoden der Nahrungszubereitung beschäftigt hat, konnte beispielsweise in einem Experiment feststellen, dass in Wasser eingelegte Pilze nur sehr wenig Wasser aufnehmen. Die Pilze kurz abzuwaschen, sollte ihnen also nicht schaden.

  • Meistens ist es aber überhaupt nicht nötig, die Pilze zu waschen. Denn Zuchtpilze sind meistens schon recht sauber, wenn man sie kauft.
  • Reibt die Pilze mit etwas Küchenpapier ab oder reinigt sie mit einem Pinsel beziehungsweise einer Bürste.
  • Schneidet die Stielenden ab, wenn sie zäh oder trocken sind. Hierfür eignet sich ein Küchen- oder Pilzmesser (etwa von Opinel*). Ansonsten könnt ihr sie gut mitkochen.

Jetzt wisst ihr, was man bei Pilzen beachten sollte. Für mehr Tipps und Alltags-Hacks schaut gerne regelmäßig auf gofeminin.de vorbei!