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Lippenherpes: Wie du ihn (endlich) seltener bekommst

Frau hat Lippenherpes und gibt Creme darauf.
© Adobe Stock/domaskina

Herpes was tun

Wer einmal Herpes hatte, trägt den Virus für immer in sich. Aber man kann dafür sorgen, dass der Lippenherpes seltener ausbricht…

Es gibt Dinge, die braucht wirklich niemand – und Lippenherpes gehört ganz klar dazu. Gerade wenn man denkt, jetzt läuft’s endlich mal entspannt, kommt dieses fiese Kribbeln an der Lippe… und man weiß sofort: Oh nein. Nicht schon wieder.

Die gute Nachricht: Auch wenn Herpes viele immer wieder erwischt, kannst du einiges tun, damit er seltener ausbricht. Und falls er doch kommt, kannst du ihn früh abfangen und typische Fehler vermeiden.

Was ist Herpes überhaupt? Lippenherpes wird meist durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) ausgelöst. Viele Menschen tragen dieses Virus in sich, oft, ohne es überhaupt zu wissen. Nach einer Ansteckung bleibt es im Körper und „schlummert“ im Nervensystem. Und sobald dein Körper geschwächt ist oder bestimmte Faktoren zusammenkommen, kann es reaktiviert werden. Dann entstehen die typischen Bläschen an Lippe oder Mundwinkel, die spannen, jucken, brennen und sich leider auch leicht weiterverbreiten können.

Herpes seltener bekommen: Darauf solltest du im Alltag achten

Auch wenn du das Virus nicht „loswerden“ kannst, kannst du die Auslöser deutlich besser in den Griff bekommen. Das hilft vielen, seltener Herpes zu bekommen, oder zumindest mildere Verläufe zu haben.

1. Stress vermeiden

Stress ist einer der häufigsten Herpes-Trigger und gerade wenn man bereits gestresst ist, kann man Herpes wirklich gar nicht gebrauchen. Das Fiese: Oft kommt der Ausbruch nicht während des Stresses, sondern danach, wenn der Körper runterfährt.

Was hilft: regelmäßige Pausen, ausreichend Schlaf und kleine Entspannungsübungen in den Alltag einbauen (z. B. Spazierengehen, Atemübungen, weniger Bildschirm am Abend).

2. UV-Strahlung

Bekommst du jedes Mal im Sommerurlaub Herpes? Das liegt daran, dass zu viel UV-Strahlung das Immunsystem schwächt und die ruhenden Herpesviren reaktiviert, besonders wenn die Lippen durch Sonnenbrand strapaziert sind.

Deshalb: Lippenpflege mit UV-Schutz ist ein echter Gamechanger, vor allem bei Menschen, die zu „Sonnenherpes“ neigen.

3. Kälte & trockene Lippen nicht unterschätzen

Im Winter, bei trockener Heizungsluft oder eisigem Wind, werden Lippen schnell rissig. Und kleine Hautverletzungen sind leider ein super Einstieg für Bakterien und einen Herpes-Ausbruch. Darum auch im Winter unbedingt konsequent deine Lippen pflegen und geschmeidig halten.

4. Das Immunsystem stärken

Wenn du häufiger Herpes bekommst, lohnt sich ein Blick auf die Basics: ausgewogen essen, ausreichend trinken, Bewegung und vor allem genügend Schlaf. Das klingt banal, aber Herpes kommt bei vielen genau dann, wenn der Körper „eh schon am Limit“ ist.

5. Reibung und kleine Verletzungen

Manche reagieren sensibel auf:

  • sehr scharfes Essen
  • intensives Peeling an den Lippen
  • oder starkes Reiben (z. B. durch Taschentücher bei Erkältung)

Achte mal genauer darauf, ob dein Herpes immer nach bestimmten Situationen auftritt, damit du in Zukunft darauf verzichten oder dich besser darauf vorbereiten kannst.

Hilfe, der Herpes ist bereits ausgebrochen! Was tun?

Das Wichtigste bei Lippenherpes ist Timing: Je früher du reagierst, desto besser. Sobald du Kribbeln, Spannen oder Brennen spürst, kannst du oft noch verhindern, dass es richtig schlimm wird.

Viele setzen auf Herpescremes aus der Apotheke mit dem Wirkstoff Aciclovir, weil dieser die Vermehrung der Viren hemmen kann. Am besten trägst du sie direkt bei den ersten Anzeichen auf.

Auch durchsichtige Herpespflaster sind super, weil sie die Stelle abdecken (vor unbewusstem Berühren und der Verbreitung), beim „Kaschieren“ helfen und oft ein feuchtes Wundmilieu schaffen, in dem die Wunde besser heilt.

Unterstützend zur Heilung oder um einen Ausbruch rechtzeitig zu verhindern, greifen viele Menschen zu L-Lysin-Tabletten oder -Kapseln. Die Aminosäure Lysin kann die Vermehrung von Herpesviren hemmen, indem sie die Aufnahme der für das Viruswachstum notwendigen Aminosäure Arginin blockiert.

Typische Fehler bei Herpes (die alles schlimmer machen können)

Das solltest du möglichst vermeiden:

Bläschen anfassen oder aufkratzen: Dadurch verbreitest du Viren auf der Haut und riskierst zusätzlich, dass Keime in die offene Stelle kommen.

Mit bloßen Fingern Creme auftragen: Klingt harmlos, kann aber die Viren verteilen. Besser: Wattestäbchen und danach Hände waschen.

Zahnpasta, Alkohol, Essig & Co. verwenden: Diese Hausmittel trocknen stark aus und reizen die Haut oft so sehr, dass sich der Heilungsprozess sogar verlangsamt.

Küssen, engen Hautkontakt oder gemeinsam aus Gläsern trinken: Gerade in der aktiven Phase ist Herpes hoch ansteckend.

Wann solltest du mit Herpes zum Arzt?

In vielen Fällen ist Lippenherpes zwar unangenehm, aber harmlos. Es gibt aber Situationen, in denen du lieber medizinischen Rat holen solltest:

  • wenn Herpes sehr häufig auftritt (z. B. mehrmals im Jahr)
  • wenn die Stellen sehr großflächig werden oder stark schmerzen
  • wenn du Fieber bekommst oder dich richtig krank fühlst
  • wenn es nach 10–14 Tagen nicht abheilt
  • wenn Herpes nahe am Auge auftaucht
  • wenn du ein geschwächtes Immunsystem hast (z. B. durch Medikamente oder Erkrankungen)

Gerade bei wiederkehrendem Herpes kann die Ärztin oder der Arzt auch mit dir besprechen, ob andere Behandlungen oder eine vorbeugende Strategie sinnvoll sind.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr eure/n Ärzt*in oder Apotheker*in aufsuchen.