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Gut zu wissen: Warum knacken Knöchel?

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Ist es schädlich, die Knöchel zu knacken?

Das sagen Studien über die Angewohnheit.

Knackt ihr hin und wieder mit euren Fingerknöcheln? Wir verraten euch, woher das Geräusch kommt und ob es tatsächlich ungesund ist.

Inhaltsverzeichnis

Während die Angewohnheit manche in den Wahnsinn treibt, mögen andere nichts lieber, als ihre Knöchel und Gelenke knacken zu lassen. Dabei ist es ganz egal, ob es sich um Finger, Nacken oder Zehen handelt.

Aber was steckt hinter dem seltsamen Knacken? Und ist es schädlich für den Körper? Wir verraten, was Studien zum Knöchelknacken sagen.

Woher kommt das Fingerknacken?

Was verursacht eigentlich das Knackgeräusch? Ganz wissenschaftlich abgeklärt ist das noch nicht. Eine klein angelegte Studie von Forschenden um Greg Kawchuk von der University of Alberta könnte möglicherweise Klarheit bringen:

Zwischen unseren Gelenken gibt es eine Gelenkspalte. Diese ist mit Flüssigkeit gefüllt. Zieht man die Gelenke nun auseinander, etwa indem man Druck auf die Fingerknöchel ausübt, wird auch die Gelenkspalte auseinandergezogen.

„Wenn sich die Gelenk-Oberflächen plötzlich trennen, ist keine Flüssigkeit mehr vorhanden, die das zunehmende Gelenkvolumen füllen kann. So bildet sich ein Hohlraum“, erklärt Kawchuk in einer Mitteilung. Dadurch werde das Knackgeräusch ausgelöst.

Ist es ungesund, die Finger zu knacken?

Habt ihr auch schonmal gesagt bekommen, dass ihr aufhören sollt, die Finger zu knacken, weil ihr sonst Arthrose bekommt? Gut möglich, dass das nur eine Methode war, euch vom nervigen Knacken abzuhalten.

Denn schädlich ist die Angewohnheit höchstwahrscheinlich nicht.

Kurzfristiger Effekt des Knackens

Gute Nachrichten für alle „Fingerknacker“: Die Gelenke nehmen nach aktuellen Erkenntnissen wohl keinen Schaden und auch Erkrankungen wie Arthrose oder Arthritis werden dadurch nicht gefördert.

Tatsächlich könnte das Knacken sogar Vorteile bringen. Eine Studie verglich Versuchsgruppen aus „Knackern“ und „Nicht-Knackern“, um nach Problemen wie Schwellungen der Hand und nachlassender Griffkraft zu suchen.

Das Ergebnis: Keinerlei kurzfristige Schwellungen oder andere unmittelbare Probleme bei jenen, die ihre Finger knacken ließen. Ihre Knöchel wiesen im Vergleich sogar eine erhöhte Beweglichkeit auf.

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Langfristige Folgen des Fingerknackens

So weit, so gut. Aber wie sieht es aus, wenn man jahrelang die Knöchel knackt? Auch dann scheint es kein Problem in Bezug auf Erkrankungen wie Arthritis zu sein:

Ein Arzt aus Kalifornien unternahm den Selbstversuch. Über 50 Jahre knackte er regelmäßig die Knöchel seiner einen Hand. Die andere „verschonte“ er. Nach Jahrzehnten prüfte er mit Röntgenbildern den Zustand seiner Hände und fand keine Hinweise auf Arthrose. Eine andere Studie kam zu ähnlichen Ergebnissen.

Eine Studie von 1990 konnte zwar feststellen, dass unter 74 Personen, die regelmäßig ihre Finger kacken ließen, die Griffstärke im Durchschnitt geringer war und die Hände öfter anschwollen. Untersuchungen von 2017 kamen allerdings zu gegensätzlichen Ergebnissen.

Sollte ich aufhören, die Knöchel zu knacken?

Es gibt aktuell keine klaren Hinweise darauf, dass Fingerknacken den Knöcheln oder Gelenken schadet. Wird das Knacken allerdings von Schmerzen begleitet, solltet ihr das ärztlich abklären lassen. Denn normalerweise sollte es nicht wehtun.

Wichtig ist auch, dass ihr nicht allzu viel Druck auf eure Knöchel ausübt. Denn es gibt durchaus Fälle, in denen Personen so ihre Gelenke ausgekugelt oder Bänder beschädigt haben. Also: Bitte vorsichtig!

Hinweis: Der Inhalt dieses Artikels dient lediglich der Information und ersetzt keine Diagnose einer Ärztin oder eines Arztes. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, wendet euch an eure*n Ärzt*in oder Apotheker*in.

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