Dein Rasen hat plötzlich unschöne braune Stellen? Die Pflanzen in deinem Beet scheinen ohne erkennbaren Grund zu verkümmern? In dem Fall kann ein Blick unter die Oberfläche helfen. Denn nicht selten stecken Engerlinge dahinter, also die Larven verschiedener Käferarten, die im Boden leben. Und es gibt ein paar Fehler, die die Ausbreitung dieser Larven um einiges begünstigen.
Der häufigste Fehler: Ein dauerhaft zu dichter, feuchter Rasen
Ein besonders häufiger Fehler im Garten, der Engerlinge anlockt, ist ein zu dichter, schlecht belüfteter Rasenboden. Wird der Rasen über Jahre hinweg kaum vertikuliert oder gelockert, bildet sich eine dicke Schicht aus Rasenfilz. Diese Schicht speichert Feuchtigkeit und organisches Material und bildet damit ideale Bedingungen für Käfer, die ihre Eier im Boden ablegen. Aus diesen schlüpfen später die Engerlinge, die an den Pflanzenwurzeln fressen.
So lässt sich der Fehler vermeiden:
Damit der Rasen für Käfer weniger attraktiv wird, hilft eine regelmäßige Pflege:
- Rasen vertikulieren: Entfernt Rasenfilz und verbessert die Belüftung des Bodens.
- Boden locken oder aerifizieren (klappt zum Beispiel mit diesem Rasenlüfter von Amazon*), damit mehr Luft an die Wurzeln gelangt.
- Dichte Grasnarbe fördern, denn ein gesunder Rasen ist weniger anfällig für Schäden.
- Rasen nicht dauerhaft zu feucht halten: Stattdessen den Rasen weniger, aber durchdringender gießen.
Extra Tipp: Dünge den Rasen im Frühjahr mit Kalkstickstoff (hier bei Amazon kaufen*), das kann die Eierablage bestimmter Käferarten reduzieren. Gleichzeitig wirkt der Dünger gegen Moose und fördert das Wachstum der Gräser. Wichtig ist jedoch, den Kalkstickstoff sparsam und gemäß der Herstellerangaben zu verwenden.
Weitere typische Fehler, die Engerlinge begünstigen
Neben der Rasenpflege gibt es noch einige andere Gartenfehler, die ungewollt gute Bedingungen für Engerlinge schaffen können.
Zu viel offener Boden im Garten
Große, unbepflanzte oder frisch umgegrabene Flächen sind für Käfer attraktiv, denn der lockere Boden lässt sich leicht für die Eiablage nutzen. Wer solche Flächen hat, kann sie vorübergehend mit Bodendeckern, Mulch oder einer Zwischenbepflanzung schützen.
Gartenabfälle dauerhaft im Boden vergraben
Schnittgut oder Pflanzenreste können zwar zur Bodenverbesserung beitragen. Werden jedoch größere Mengen frisch im Boden vergraben, lockt das Käfer an, die dort ideale Bedingungen für ihre Larven finden.
Besser ist es, Gartenabfälle über den Kompost zu verwerten und erst gut verrottetes Material wieder im Garten auszubringen.
Zu wenig natürliche Vielfalt im Garten
In sehr „aufgeräumten“ Gärten fehlen häufig Tiere, die Engerlinge fressen. Vögel und Igel zählen zu den wichtigsten natürlichen Gegenspielern der Larven. Ein Garten mit Hecken, Sträuchern, wilden Ecken und Co. bietet diesen Tieren Lebensraum und kann so helfen, das natürliche Gleichgewicht zu unterstützen.
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Nicht jeder Engerling ist ein Problem
Wichtig zu wissen: Engerling ist nicht gleich Engerling. Einige Käferlarven (etwa die des Rosenkäfers) ernähren sich überwiegend von abgestorbenem Pflanzenmaterial und sind für den Garten sogar nützlich. Erst wenn sich viele Larven im Boden befinden oder sie gezielt an Wurzeln fressen, kann es zu Schäden kommen.
Wer also plötzlich braune Stellen im Rasen entdeckt oder beim Umgraben auf Engerlinge stößt, sollte zunächst genauer hinschauen. Mit der richtigen Gartenpflege lässt sich oft schon verhindern, dass sich die Larven überhaupt stark vermehren.





