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Beziehungs-Tipp: 5 Anzeichen, dass du dringend mehr Zeit für dich brauchst

Anzeichen, dass du in deiner Beziehung mehr Zeit für dich brauchst.
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Vorab im Video: So lädst du deine Social Battery wieder auf

Auch wer sich liebt, braucht Abstand zu einander und Zeit für sich. An diesen fünf Anzeichen erkennst du, dass auch du mehr Zeit für dich brauchst.

Job, Alltag und Familie können ganz schön an einem zehren. Das hat auch Auswirkungen auf die eigene Partnerschaft. Auch sie wandelt sich im Laufe der Zeit. Ist man anfangs als Paar noch unzertrennlich, muss man irgendwann lernen, seinen Alltag mit dem neuen Menschen zu verheiraten und zu bestehen. Kommen dann noch Kinder dazu, ist das gar nicht mal so einfach.

Und das hat nichts mit Abstand oder fehlender Liebe zu tun, sondern ist völlig normal. Einfach, weil wir uns sonst verbiegen und unsere eigenen Bedürfnisse unterdrücken. Und das wiederum tut unserer Beziehung auf Dauer nicht gut.

Leider existiert immer noch der Irrglaube in den Köpfen vieler Menschen, eine Beziehung wäre nur dann wirklich glücklich, wenn sie in der Art und Weise der anfänglichen Verliebtheitsphase bleibt. Bei diesem „Mit Haut und Haar“ und jede Minute zusammen. Und merken wir dann, dass dieser Wunsch schwindet, dass wir auch wieder Abstand suchen, glauben wir häufig, es würde etwas in der Beziehung nicht stimmen.

Abstand zu wollen, ist kein Zeichen von schwindender Liebe

Mach dir keinen Kopf deswegen. Es ist ganz natürlich, auch Zeit nur für sich selbst haben zu wollen. Jede Beziehung lebt auch von der Distanz, die beide zueinander haben, einfach, damit sie Raum zum Wachsen hat. Auch wenn der Spagat zwischen Job, Familie, Freizeit und Alltags To do oft an den Nerven zehrt und die Zeit raubt: Manchmal braucht es eine Auszeit. Me Time. Wie immer man es nennen mag.

Gerade, wenn dein Alltag viel von dir verlangt, ist das wichtig. Deshalb Augen auf: Hier sind fünf Anzeichen, dass es auch für dich mal wieder an der Zeit ist, die Pausetaste zu drücken:

1. Du bist allzeit erreichbar

In Zeiten des Smartphones ist Kommunikation so einfach wie noch nie. Das führt aber auch dazu, dass wir das Gefühl haben, rund um die Uhr erreichbar sein zu müssen – und es häufig auch sind. Oft bemerken wir gar nicht, dass wir den ganzen Tag mit unserem Partner oder Partnerin in Kontakt stehen.

Ständig unterrichtet man einander, wann man wie wo wann sein wird. Das mag grundsätzlich ok sein, kann aber auch irgendwann zur reinen Verpflichtung und sogar zum Stressfaktor werden. Manchmal braucht man auch einfach mal die Freiheit, nicht ständig erreichbar zu sein. Nicht sagen zu müssen, wann man zuhause ist. Einfach mal loszulassen.

Gerade wer Kinder hat, wird wissen, was für ein wertvolles Gut das sein kann, gerade weil es eben nur selten möglich ist. Aber nimm dir dieses Privileg ab und zu einfach mal. Es tut gut und danach startet man wieder mit neuer Energie in den Alltag.

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2. Der Ton hat sich geändert

Der Alltag macht was mit einer Beziehung. Das ist ganz normal. Dennoch sollte man Grenzen erkennen, an denen es kippt. Wenn ihr nur noch streitet, muss das nicht zwingend heißen, dass eure Beziehung kurz vor dem Aus steht. Manchmal heißt es auch einfach, dass ihr etwas Raum für euch braucht.

Das zeigt auch, dass man als Paar einen Schritt weitergegangen ist, raus aus der Verliebtheitsphase, hin zu einer reiferen Beziehung, in der jeder erkennt, dass der Andere seinen Freiraum braucht, um sich weiterentwickeln zu können.

Wichtig ist nur, dass ihr nicht anfangt Triggerthemen zu entwickeln. Dass einer von beiden schon bei bestimmten Themen Rot sieht und einen genervten Ton anschlägt. Hier hilft wie so oft: Reden. Was genau nervt den einen, wie könnte man das Streitthema nachhaltig für beide lösen?

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3. Du bist ständig erschöpft

Es gibt Müdigkeit und es gibt absolute Erschöpfung. Letzteres kann gerne mal auftreten, wenn wir uns einfach keine Pause gönnen und immer nur unter Menschen sind oder ständig irgendetwas zu tun haben – oder beides.

Menschen sind soziale Wesen und wir sind es so gewöhnt immer mit anderen Leuten zusammen zu sein. Da bemerken wir manchmal zu spät, dass wir über unsere Kräfte gehen. Dass wir ausgebrannt sind. Achte hier auf deinen Energiehaushalt und zieh die Reißleine, wenn alles zu viel wird.

Wenn du dir ständig zu viel zumutest, wird sich das irgendwann rächen. Auch wenn das gerade als Mutter nicht so einfach möglich ist, so sollte man dennoch sein Limit kennen und achten. Hol dir im Notfall Hilfe bei deinem Partner oder deiner Partnerin, bei Freund*innen oder deiner Familie. Wichtig ist, dass du immer wieder auftanken kannst. Niemand hat etwas davon, wenn du irgendwann zusammenbrichst.

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4. Du sagst Ja, meinst aber Nein

Ein weiteres typisches Zeichen, dass man mehr Zeit für sich bräuchte, ist, wenn man seinem Partner oder Partnerin absichtlich nicht alles erzählt, was man an dem Tag vorhat, weil man insgeheim hofft, dass man so einfach mal Zeit allein hat. Das ist dieser Spagat, dass man eigentlich sagen möchte, dass man alleine sein will, sich aber nicht wirklich traut, das offen zu sagen, um den anderen nicht zu irritieren.

Falls ihr das also auch bei euch kennt, dass ihr Unternehmungen bewusst so beschreibt, dass sie für euren Partner oder eure Partnerin nicht ansprechend klingen, damit er oder sie bloß nicht mitkommt, dann seid ehrlich zu euch und dem Menschen an eurer Seite. Sagt klar, dass ihr auch mal eine Auszeit und Zeit für euch braucht. Hier klar zu kommunizieren sollte in einer guten Beziehung völlig normal sein und niemanden irritieren oder gar verletzen. Wichtig nur: Gleiches Recht für alle.

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5. Du erkennst dich selbst nicht wieder

Wenn man sich schon bei kleinen Frustrationen haltlos überfordert fühlt und schnell gereizt reagiert, kann auch das ein Anzeichen dafür sein, dass man dringend Ruhe von anderen Menschen braucht. Oftmals erkennt man sich selbst nicht wieder und möchte auch gar nicht das gereizte Pulverfass sein, zu dem man im Alltag mutiert.

Spätestens dann solltest du die Reißleine ziehen. Es kann ungemein befreiend sein, sich immer wieder gezielt einen Moment der Auszeit zu nehmen, wenn man gestresst ist. Und zwar auch wenn der Partner oder die Partnerin rein gar nichts damit zu tun hat. Und wenn es ein Spaziergang um den Block ist oder eine kurze Trainingseinheit im Studio oder ein Anruf bei der besten Freundin, um sich einfach mal auszusprechen, was auf der Seele liegt. Gönn dir das ab und zu bewusst.

Danach sieht die Welt und die Beziehung oft gleich viel freundlicher aus. Im Idealfall solltest du allerdings gar nicht warten, bis du einige dieser fünf Anzeichen bei dir bemerkst. Das erspart dir und dem Menschen an deiner Seite jede Menge Stress und Nervenkostüme.