Inhaltsverzeichnis
- Ursachen für Haarausfall nach der Schwangerschaft
- Ab wann verliert man Haare nach der Geburt?
- Wie lange hält Haarausfall nach der Entbindung an?
- Was tun gegen Haarausfall nach der Schwangerschaft?
Frauen sind sensibel, wenn es um ihre Haare geht. Für die meisten von uns sind sie ein Symbol von Weiblichkeit und immer auch ein Spiegel des eigenen Befindens. Kein Wunder also, dass uns der Haarausfall nach der Schwangerschaft eiskalt erwischt und ziemlich verunsichert. Schließlich haben wir noch ein paar Wochen vor der Geburt die schönste Traummähne gehabt.
Es besteht jedoch kein Grund zur Sorge, wenn die Haare ein paar Wochen und Monate nach der Geburt vermehrt ausfallen. Denn Haarausfall nach einer Schwangerschaft, medizinisch postpartales Effluvium genannt, ist eine normale Reaktion des Körpers. Warum genau Frauen nach der Entbindung die Haare ausfallen, wann der Haarverlust einsetzt, wie lange er andauert und was du dagegen tun kannst, liest du bei uns.
Ursachen für Haarausfall nach der Schwangerschaft
Haare zu verlieren, ist völlig normal – auch ohne schwanger gewesen zu sein. Täglich fallen uns zwischen 70 und 100 Haare aus. Das liegt daran, dass jedes Haar einen natürlichen Zyklus durchläuft. Dieser besteht aus drei Phasen: der Wachstumsphase (Anagenphase), der Übergangsphase (Katagenphase) und der Ruhephase (Telogenphase). Weil jedes einzelne Haar diesen Zyklus unabhängig durchläuft, merken wir den Haarausfall normalerweise kaum. Erst wenn viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase gehen, beispielsweise nach einer Geburt, fällt der Unterschied auf.
Hauptverantwortlich für den Haarausfall nach der Schwangerschaft ist der sich verändernde Hormonhaushalt, genauer gesagt der Östrogen-Spiegel. In der Schwangerschaft produziert der Körper der Frau vermehrt das Hormon Östrogen. Das regt zum einen das Haarwachstum an, sorgt aber auch dafür, dass die Haare nicht so schnell abgestoßen werden, also länger auf dem Kopf ‚gehalten‘ werden. Durch den so verlängerten Haarzyklus wird das Haar voller und kräftiger.
Nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel. Das führt dazu, dass die Wachstumsphase der Haare verringert wird, der Haarzyklus sich also auf das Niveau vor der Schwangerschaft einpendelt. Es kann deshalb passieren, dass einem die Haare nach der Geburt büschelweise ausfallen. Das jedoch ist in den Monaten nach der Entbindung normal.
Neben hormonellen Ursachen begünstigen Stress, Schlafmangel und körperliche Erschöpfung in den ersten Monaten mit Baby den Haarausfall noch zusätzlich. Durch den Blutverlust bei der Geburt und den erhöhten Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen in der Stillzeit kann es außerdem zu einem Nährstoffmangel und infolgedessen zu Haarausfall kommen. Eine vorübergehende Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse ist nach einer Schwangerschaft ebenfalls keine Seltenheit und kann sich negativ auf das Haarwachstum auswirken.
Ab wann verliert man Haare nach der Geburt?
In den Wochen nach der Geburt fällt der Östrogenspiegel auf das ’normale‘ Level zurück. Die meisten Frauen bemerken rund zwei bis vier Monate nach der Schwangerschaft einen vermehrten Haarausfall. Der ist im Übrigen auch völlig unabhängig davon, ob eine Frau stillt oder nicht.
Wie lange hält Haarausfall nach der Entbindung an?
Der hormonbedingte Haarausfall nach einer Schwangerschaft reguliert sich in den meisten Fällen innerhalb des ersten Jahres nach der Entbindung. Hat sich der Östrogenspiegel normalisiert und sind alle ‚zusätzlichen Haare‘ ausgefallen, reguliert sich auch das Haarwachstum – die Haare wachsen und fallen wieder aus wie vor der Schwangerschaft.
Wenn der vermehrte Haarverlust länger als 12 Monate anhält, ist es ratsam, seine*n Frauenärzt*in oder eine*n Dermatolog*in um Hilfe zu bitten. Denn Haarausfall bei Frauen kann neben hormonellen Veränderungen noch weitere Ursachen haben.
Was tun gegen Haarausfall nach der Schwangerschaft?
Wir haben gelernt: Postpartales Effluvium ist eine natürliche Reaktion des Körpers und erst einmal kein Anzeichen einer Krankheit. Deshalb bedarf es auch eigentlich keiner Gegenmaßnahmen, um diese Form von Haarausfall zu verhindern, bzw. hinauszuzögern.
Hab Geduld und genieße dein erstes Jahr als Mama. Achtung, Mama-Phrase: Denn diese Zeit ist so schnell vorbei und kommt nicht wieder. Vergiss trotz deiner neuen Rolle und Verantwortung nicht, dir Ruhephasen zu gönnen. Klingt leichter als getan, vor allem in den Ohren einer frisch gebackenen Mama, aber deine Haare werden es dir danken.
Du kannst das Haarwachstum auch aktiv unterstützen. Beispielsweise indem du dich ausgewogen ernährst und ausreichend Eisen, B-Vitamine und Zink zu dir nimmst. Welche Vitamine für die Haare noch wichtig sind, liest du hier.
Um das Haar nicht unnötig zu strapazieren, solltest du außerdem auf eine sanfte Pflege achten. Verwende milde Produkte und vermeide Hitze-Tools und strenge Frisuren. Versuche dich auch nicht an ‚Wundermitteln‘ wie Shampoos oder Spülungen, die angeben, den Haarausfall nach der Geburt zu stoppen. Denn die halten nicht, was sie versprechen. Auch die Wirksamkeit von Hausmitteln gegen Haarausfall ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
Neben der richtigen Ernährung und schonender Pflege gibt es Medikamente, die bei starkem Haarausfall nach der Schwangerschaft helfen könnten. Eine Einnahme sollte aber immer mit dem behandelnden Frauenarzt bzw. Frauenärztin abgestimmt werden und im Idealfall erst nach der Stillzeit begonnen werden.
Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Die Inhalte dieses Artikels dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose oder Handlungsempfehlung einer Medizinerin oder eines Mediziners. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltest du deine Ärztin oder deinen Arzt in kontaktieren.
