Kinder entdecken die Welt mit vollem Körpereinsatz. Sie rennen, klettern, probieren aus – und stoßen dabei auch immer wieder an ihre Grenzen. Eine Schramme ist da schnell passiert, manchmal aber auch mehr. Gerade im Baby- und Kleinkindalter ereignen sich viele Unfälle nicht draußen, sondern im eigenen Zuhause.
Umso wichtiger ist es, dass Eltern wissen, was im Ernstfall zu tun ist – und was nicht. Denn Erste Hilfe am Kind bedeutet nicht, alles perfekt zu machen. Es bedeutet, ruhig zu bleiben, richtig zu reagieren und dem Kind Sicherheit zu geben, bis professionelle Hilfe da ist.
Erste Hilfe am Kind: Die wichtigsten Grundregeln
In einer Notfallsituation zählt vor allem eines: Ruhe bewahren. Kinder orientieren sich stark an der Reaktion der Eltern. Wer ruhig bleibt, hilft doppelt – medizinisch und emotional.
Diese Schritte sind zentral:
- Verschafft euch einen schnellen Überblick über die Situation
- Bringt das Kind aus einer akuten Gefahrenlage
- Sichert die Unfallstelle (z. B. Herd ausschalten, Strom unterbrechen)
- Sprecht ruhig mit dem Kind und bleibt bei ihm
- Untersucht es vorsichtig auf sichtbare Verletzungen
- Vermeidet unnötige Bewegungen, besonders bei Stürzen oder Verdacht auf Knochenbrüche
Wichtig: Auch wenn ihr unsicher seid, ob das Kind euch hört: Reden hilft immer.
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Atmung und Kreislauf prüfen: So geht’s beim Kind
Ein zentraler Punkt der Ersten Hilfe ist die Kontrolle von Atmung und Herzschlag.
Atmung prüfen
Legt eine Hand leicht auf den Bauch des Kindes, knapp unter den Rippen. Hebt und senkt sich die Bauchdecke regelmäßig, atmet das Kind. Gerade bei Säuglingen ist die Bauchatmung gut sichtbar.
Puls prüfen
- Bei Säuglingen: an der Innenseite des Oberarms oder in der Leiste
- Bei größeren Kindern: am Hals oder Handgelenk
Tipp: Übt das Prüfen von Atmung und Puls am gesunden Kind. So fühlt es sich im Ernstfall vertrauter an.
Erste Hilfe am Kind: Was ist im Ernstfall zu tun?
Wann sofort den Notarzt wählen?
Zögert nicht, sofort die 112 zu wählen, wenn:
- das Kind nicht oder nicht normal atmet
- es bewusstlos ist
- starke Blutungen auftreten
- ein schwerer Sturz oder Unfall passiert ist
- ihr euch ernsthaft unsicher fühlt
Es gilt: Lieber einmal zu viel anrufen als zu wenig.
Erste-Hilfe-Kurse für Eltern: Warum sie so wichtig sind
Ein Erste-Hilfe-Kurs speziell für Babys und Kinder gibt Eltern Sicherheit. Nicht, weil Unfälle dadurch verschwinden, sondern weil man weiß, wie man handelt, wenn es darauf ankommt. Solche Kurse werden unter anderem angeboten von:
Wer keinen Kurs vor Ort besuchen kann, sollte auf seriöse Online-Kurse zurückgreifen. Wichtig dabei ist, dass Inhalte aktuell sind und sich auf Kinder beziehen und nicht auf Erwachsene.
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Erste-Hilfe-Set für Kinder: Was wirklich sinnvoll ist
Wer Kinder hat, sollte auch ein kindgerechtes Erste-Hilfe-Set im Haus haben – griffbereit und kindersicher verstaut. Dazu gehören unter anderem:
- sterile Kompressen
- Pflaster in verschiedenen Größen (ein Pflaster ist für Kinder oft nicht nur medizinisch, sondern vor allem emotional wichtig)
- Mullbinden
- Wunddesinfektionsmittel
- Fieberthermometer
Tipp: Erste-Hilfe-Sets für Kinder kann man bei verschiedenen Anbietern online bestellen oder in der Apotheke kaufen. >> Hier kannst du ein Erste-Hilfe-Set direkt bei DocMorris bestellen.*
Notrufnummern im Überblick:
Rettungsdienst oder Feuerwehr: 112
Polizei: 110
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117
Bei Verdacht auf Vergiftung
In Deutschland gilt ein einheitliches System der Giftinformationszentren. Die Nummern enden fast immer auf 19240. Die zuständige Stelle richtet sich nach eurem Wohnort. Im Zweifel hilft immer die 112 weiter.
| BERLIN Giftnotruf der Charité Notruf: 030-19 240 www.giftnotruf.de | BONN Informationszentrale gegen Vergiftungen Notruf: 0228-19 240 http://www.gizbonn.de |
| ERFURT Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Notruf: 0361-730 730 www.ggiz-erfurt.de | FREIBURG Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Vergiftungs-Informations-Zentrale Notruf: 0761-19 240 www.giftberatung.de |
| GÖTTINGEN Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (GIZ-Nord) Notruf: 0551-19 240 www.giz-nord.de | HOMBURG Informations- und Beratungszentrum für Vergiftungsfälle Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Notruf: 06841-19 240 www.uniklinikum-saarland.de/giftzentrale |
| MAINZ Giftinformationszentrum (GIZ) der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen Notruf: 06131-19 240 www.giftinfo.uni-mainz.de | MÜNCHEN Giftnotruf München Notruf: 089-19 240 www.toxinfo.med.tum.de |
| WIEN (A) Vergiftungsinformationszentrale Notruf: +43 (0) 1-406 4343 | ZÜRICH (CH) Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum, Notruf: +41 (0) 1-251 5151 |
Bei weiteren Problemen und Krisen gibt es Rat bei der Telefonseelsorge: 0800-111 0 111 und 0800-111 0 222
Erste Hilfe am Kind heißt auch: da sein
Nicht jede Verletzung ist ein Notfall. Oft reichen Nähe, Trost und ein ruhiger Moment. Kinder brauchen Erwachsene, die handlungsfähig bleiben. Und wer vorbereitet ist, reagiert auch im Ernstfall schneller, sicherer und ruhiger. Genau das ist der wichtigste Schutz.
Wichtiger Hinweis: Der Inhalt dieses Artikels dient lediglich der Information und ersetzt keine Diagnose beim Arzt oder der Ärztin. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr eure*n Ärzt*in kontaktieren. Über die bundesweite Nummer 116117 ist der ärztliche Bereitschaftsdienst rund um die Uhr erreichbar.
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