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Microgreens: Alles über das winzige Superfood

Microgreens in Anzuchtschalen
Kennt ihr euch mit Microgreens aus? Credit: AdobeStock

Microgreens sind echte Stars am Gesundheitshimmel. Aber was ist dran an der Sache? Wir verraten euch, was sich hinter dem Namen verbirgt und geben Tipps, wie ihr das „Superfood“ selbst anbaut.

Inhaltsverzeichnis

Habt ihr schonmal von Microgreens gehört? Auch wenn sich der Name reichlich futuristisch anhört, verbergen sich dahinter schlicht junge Pflanzen.

Woher also die Bezeichnung? Ganz einfach: „Micro“ weil sie bei der Ernte winzig sind, „Greens“ weil es sich dabei um eine ganze Bandbreite an Pflanzen und Kräutern handelt. Auf Deutsch nennt man sie übrigens auch Mikrogrün, Grünkraut oder Blattgrün.

Und was hat es mit den kleinen Pflänzchen auf sich? Wir verraten euch, was Microgreens sind, warum sie sich großer Beliebtheit erfreuen und wie ihr sie selbst anbauen könnt.

Was sind Microgreens?

Microgreens sind im Grunde nichts anderes als junge, essbare Keimlinge. Sie haben je nach Sorte zwei bis drei feine Keimblätter (auch „Kotyledonen“ genannt) und werden in der Regel mindestens eine Woche, öfter jedoch zwei bis drei Wochen nach der Aussaat gegessen.

Die Samen werden meist auf Erde oder Substrat gestreut. Sind die Microgreens dann bereit, „geerntet“ zu werden, werden die Schösslinge knapp über der Erdoberfläche abgeschnitten. Das Saatgut selbst bleibt im Boden und kann so sogar ein zweites Mal austreiben.

Welche Microgreens gibt es?

Habt ihr als Kinder auch schonmal Kresse auf einem Stück Küchenkrepp herangezogen? Dann hattet ihr bereits Kontakt mit Microgreens. Kresse zählt eindeutig zu den bekanntesten Sorten.

Es gibt aber auch andere Pflanzen, die sich zur Anzucht eigenen: Sonnenblumen, Grünkohl, Dill, Rotklee, Senf, Linsen, Radieschen, Spinat, Brokkoli, Rettich und viele mehr!

Diese Pflanzen nicht nutzen

Nicht als Mikrogrün geeignet sind Pflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse. Sie enthalten Solanin in ihren Blättern, das zum einen unangenehm bitter schmeckt, zum anderen aber auch schwach giftig ist. Also, Finger weg von Tomaten, Auberginen und Co.!

Richtig vielseitig, diese Microgreens!
Richtig vielseitig, diese Microgreens! Credit: AdobeStock

Der Unterschied zwischen Sprossen und Microgreens

Sprossen und Microgreens sind derselbe Schuh? Nicht wirklich. Denn auch wenn beide Worte gern als Synonyme verwendet werden, gibt es deutliche Unterschiede:

  • Sprossen werden komplett gegessen, also mitsamt der Wurzeln und Samenhüllen. Anders beim Grünkraut: Es wird über der Wurzel abgeschnitten, übrig bleiben Blätter und Stängel.
  • Microgreens werden auf Erde oder Substrat ausgesät und brauchen in der Regel Tageslicht. Sprossen hingegen werden ohne Erde oder Licht gezogen.
  • Sprossen sind bereits nach wenigen Tagen bereit, verspeist zu werden. Mikrogrün braucht mindestens 7 Tage, in der Regel sogar länger.

Sind Microgreens gesund?

So weit, so gut. Aber was ist dran am Hype rund um die Mini-Pflänzchen: Stimmt das Gesundheitsversprechen oder handelt es sich bei dem sogenannten „Superfood“ eher um eine Modeerscheinung?

Die Antwort vorweg: Ganz klar, Microgreens sind äußerst gesund!

Viele Vitamine & Mineralstoffe

Durch das frühe Stadium ihrer Ernte und den Keimvorgang enthalten die winzigen Pflanzen viele Vitamine und Mineralstoffe – oft sogar mehr als die ausgewachsenen Gemüsesorten.

  • So findet sich darin etwa Vitamin C, das wichtig für das Immunsystem und das Bindegewebe ist.
  • Auch B-Vitamine, die den Nerven zugutekommen, und Vitamin A, das zum Beispiel wichtig für gute Haut ist, sind vorhanden.
  • An Mineralstoffen enthalten die Pflänzchen etwa Kalzium für die Knochen, Eisen für das Blut und Zink, das unter anderem die Wundheilung unterstützt.

Aber damit nicht genug! Auch sekundäre Pflanzenstoffe, also pflanzliche Farb-, Duft- und Aromastoffe, sind in den Pflanzen reichlich vorhanden und geben ihnen ihren leckeren Geschmack.

Das enthaltene Chlorophyll ist zudem sehr gesund für unseren Körper und unterstützt etwa den Darm und die Blutbildung. Und sogar Eiweiß ist in Microgreens zu finden. Nicht schlecht, oder?

Kleine Pflanze, große Vorteile

Zusätzlich zu ihren vielen guten Eigenschaften für den menschlichen Körper haben die Pflanzen noch einiges mehr zu bieten. Denn sie sind:

  • Umweltfreundlich, da man sie das ganze Jahr anbauen kann und nicht weit transportieren muss
  • Selbst für Anfänger problemlos anbaubar und schnell zu ernten
  • Durch die verschiedenen Sorten vielfältig im Geschmack
  • Sehr günstig und unkompliziert im Anbau
  • Platzsparend, da sie gestapelt oder im Stil eines kleinen Hochbeets angebaut werden können
  • Kalorienarme Rohkost und trotzdem richtig lecker

Geringe Mengen an Ballaststoffen

Einen deutlichen Nachteil haben die Keimsprossen allerdings. Vergleicht man sie mit ausgewachsenen Pflanzen und Gemüse, haben sie deutlich weniger Ballaststoffe. Das macht Sinn, denn den kleinen Pflanzen fehlt es an Pflanzenfasern.

Ballaststoffe sind aber äußerst wichtig für den menschlichen Körper. Das heißt: Microgreens sind wunderbar, um eine zusätzliche Portion Vitamine und Mineralstoffe zu essen. Gemüse sollte jedoch weiterhin priorisiert werden.

Wie verwendet man Microgreens?

Was genau kann man aber mit den winzigen Pflanzen anfangen? Microgreens haben je nach Sorte einen milden, würzigen, süßlichen oder scharfen Geschmack. Sie eigenen sich deshalb wunderbar als Zutat für Salat, als Extra auf Sandwiches und Suppen oder sogar als Geschmacks-Kick in Smoothies.

Dabei solltet ihr jedoch darauf achten, die Pflanzen nicht zu erhitzen, beziehungsweise erst kurz vor dem Servieren auf eure Gerichte zu geben. Denn durch die Hitze geht der besondere Geschmack verloren.

Microgreens machen sich toll als Topping!
Verwandeln jedes Gericht: Microgreens! Credit: AdobeStock

Inspiration für Microgreen-Rezepte

Ihr möchtet euch gerne an Microgreens versuchen, wisst aber nicht, wo ihr anfangen sollt? Kein Problem. Microgreens passen zum Beispiel wunderbar zu einer Vielzahl an Gerichten.

Die wohl bekannteste Sorte, Kresse, könnt ihr etwa als leckeres Topping für unsere Spargelcrêpes mit Gemüse und Feta verwenden! Oder ihr lasst euch von unserem Artikel über die beliebtesten Küchenkräuter inspirieren.

Buch-Tipp: Ihr bekommt nicht genug von Microgreens? Dann werft auch einen Blick in den „Superfood Assistant – Gesunder Lifestyle mit Sprossen und Microgreens„. Darin findet ihr über 75 Rezepte! Das Buch gibt es hier auf Amazon*.

Vor Verzehr gründlich waschen

Insbesondere dann, wenn ihr euch entschieden habt, abgepackte Keimlinge aus dem Laden zu essen, solltet ihr diese sorgfältig waschen, bevor ihr sie esst. Zudem müsst ihr sie möglichst zügig verbrauchen. Denn die Pflanzen können mit Krankheitserregern, etwa Salmonellen oder Listerien, behaftet sein.

Aber Achtung: Waschen hilft nur begrenzt gegen diese Verunreinigungen, etwa wenn sie bereits in die Microgreens eingedrungen sind. Blattgrün also nicht zu lang aufbewahren!

Schwangere, immunbeeinträchtigte Menschen und kleine Kinder sollten laut dem niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit übrigens auf die rohen Keimsprossen verzichten.

Microgreens anbauen: Einfacher als gedacht

Natürlich kann man die Microgreens einfach im Supermarkt kaufen. Allerdings wird das schnell recht teuer, vor allem wenn man bedenkt, dass die Pflänzchen oft in kleinen Mengen zu hohen Preisen über die Theke gehen.

Deutlich billiger ist es, sie zu Hause anzubauen. Je nach Anbieter kosten die Samen für die Setzlinge zwar unterschiedlich viel, fangen oft aber schon bei wenigen Euro an. Und das Beste: Es ist gar nicht kompliziert, die Pflanzen anzubauen!

Mini-Garten: Das gibt es zu beachten

Microgreens werden nicht sehr groß und wachsen zudem recht schnell. Dadurch eigenen sie sich wunderbar für den Anbau in der heimischen Küche. Dabei sollte man aber ein paar Dinge beachten:

Das Saatgut

Um zu verhindern, dass ihr euch neben den Microgreens auch Bakterien heranzüchtet, solltet ihr am besten zu speziellen Samen greifen, die so behandelt wurden, dass Verunreinigungen ausgeschlossen werden können. Außerdem verwendet ihr idealerweise Bio-Samen.

Tipp: Online bekommt ihr jede Menge Microgreen-Samen, mit denen eigentlich nichts mehr schiefgehen kann. Hier findet ihr ein beliebtes Set mit Anleitungen auf Amazon*.

Die Sorten

Für Anfänger eignen sich laut dem Online-Händler Microgreen-Shop Erbsen, Rettich, Kohlsorten (wie Brokkoli oder Grünkohl) oder Radieschen besonders gut. Diese Sorten sind leicht zu pflegen und gelingen auch Neueinsteigern.

Und nicht zu vergessen: die beliebte Kresse! Die wächst sogar auf Küchenkrepp.

Der Standort

Die Mini-Gewächse mögen es zwar warm und hell, direkte Sonnenstrahlung solltet ihr aber vermeiden. So können eure Samen am besten keimen und wachsen zu starken Pflänzchen heran. Optimal sind Temperaturen zwischen 18 °C und 22 °C.

Die Ernte

Nach ca. 7-14 Tagen (je nach Sorte) haben eure Keimlinge eine gute Höhe erreicht. Dann könnt ihr sie ernten. Dabei jedoch darauf achten, dass ihr sie kurz über der Wurzel abschneidet. So können die Keimlinge noch einmal nachwachsen.

Und so schnell kann das gehen:

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Mikrogrün anbauen: So geht ihr vor

Super praktisch: Microgreens wachsen das ganze Jahr über, egal ob Sommer oder Winter. Ihr müsst also keineswegs auf das Frühjahr warten, um euren Mini-Garten zu starten. Und so klappt es:

1. Nehmt Anzuchtgefäße eurer Wahl zur Hand. Das können spezielle Anzucht-Trays sein, aber auch normale Pflanzentöpfe mit Abflusslöchern und sogar Kaffeetassen funktionieren. Oder ihr entscheidet euch für ein Keim- beziehungsweise Sprossenglas.

2. Füllt die Anzuchtschale mit Erde. Theoretisch funktionieren auch Materialien wie Vlies oder Matten, Anzuchterde bekommt ihr aber ganz sicher überall.

3. Sät eure Samen dicht aus. Da die Pflanzen nicht sehr groß werden und ihr möglichst viel Ertrag möchtet, ist das notwendig. Entsprechend viel Saatgut solltet ihr auch einkaufen.

4. Danach haltet ihr die Erde feucht, aber nicht zu nass – sonst gibt es Schimmel. Am einfachsten ist das mit einer Sprühflasche. Ist die Luftfeuchtigkeit sehr gering, kann es sich lohnen, zusätzlich eine Anzuchthaube (hier auf Amazon*) zu verwenden.

5. Sobald die Microgreens 1-2 Keimblätter bekommen, könnt ihr sie essen. Am besten erntet ihr nicht sofort alles ab. So erhöht ihr die Wahrscheinlichkeit, dass noch Triebe im Anzuchtgefäß nachwachsen.

Die Schatten-Methode

Wenn ihr etwas längere Stiele für eure Keimlinge möchtet, etwa um die Ernte etwas einfacher zu machen, dann könnt ihr die Samen, sobald sie gekeimt sind, abdecken. Nach einigen Tagen entfernt ihr die Abdeckung wieder, damit die Pflänzchen nicht blass bleiben.

Jetzt wisst ihr alles, was ihr rund um Microgreens und euren Sprossengarten wissen müsst! Wir wünschen viel Erfolg beim Züchten und Spaß beim Geschmackstest. Für mehr Tipps, Tricks und praktische Alltags-Themen schaut regelmäßig bei gofeminin.de vorbei.

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