Die invasive Ameisen-Art Tapinoma magnum breitet sich derzeit in Teilen Deutschlands aus. Obwohl klein, kann sie großen Schaden anrichten: von unterhöhlten Blumenbeeten bis zu Kabelproblemen. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du deinen Garten schützen.
So erkennst du Tapinoma magnum
Tapinoma magnum – auch bekannt als Große Drüsenameise – stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Im Vergleich zu heimischen Arten ist sie etwas größer (ca. 3-4 mm), vollkommen schwarz gefärbt und hat auffällig hellbraune Beinenden. Sie kann zwar nicht stechen, ist aber extrem beißfreudig, was vor allem für Kabel und Gebäudestrukturen ein großes Problem ist.
Wo in Deutschland tritt sie auf?
Letztes Jahr war vor allem die Stadt Kehl in Baden-Württemberg stark von der invasiven Ameisenart betroffen. Inzwischen breitet sie sich immer weiter aus. Es gab aber auch schon Nachweise in Karlsruhe, Karlsbad, Heidelberg, Schallstadt, am Bodensee sowie in Regionen in Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz.
Die Ameisen-Art ist besonders problematisch, weil sie:
- Gehwege und Straßen unterhöhlt, was zu strukturellen Schäden führen kann.
- Verteilerkästen und unterirdische Kabel befällt, in Kehl kam es dadurch bereits zu Strom- und Internetausfällen.
- Öffentliche Flächen unbrauchbar macht, so musste etwa ein Kinderspielplatz in Kehl wegen einer Superkolonie der Ameisen monatelang gesperrt werden.
Die Art bildet mehrere Königinnen pro Kolonie und vermehrt sich dadurch explosionsartig. Hinzu kommt, dass sie sich für Laien optisch kaum von einheimischen Arten unterscheidet, was die Erkennung und Bekämpfung zusätzlich erschwert.
So gelangt Tapinoma magnum in deinen Garten
Die Ameise reist häufig als blinder Passagier in Pflanzenerde, insbesondere bei Mittelmeerpflanzen, die importiert werden. Deshalb empfiehlt die Stadt Kehl, Töpfe und Gewächse vor dem Kauf auf Ameisen zu untersuchen.
Unsere Tipps:
- Erde sieben und Pflanzen vor dem Einpflanzen kurz isolieren
- Regelmäßig nach Ameisenstraßen schauen
- Keine eingeschleppten Pflanzen direkt ins Beet setzen
Schritt-für-Schritt: Was tun, wenn du die Ameise entdeckst
1. Nicht in Panik geraten.
2. Fotos der Ameisen und ihrer Nester machen und sichergehen, dass es sich um Tapinoma magnum handelt.
3. Funde melden, etwa an lokale Umweltbehörden oder Portale wie das Projekt der Staatlichen Naturkundemuseen Stuttgart, die ein Bürger-Monitoring zur Ausbreitung durchführen.
4. Bisher hat sich der Einsatz von Heißwasser als vielversprechende Maßnahme zur Bekämpfung (oder zumindest Eindämmung) ergeben. Einige Städte setzen zudem auf Nematoden und der Verteilung eines Gift-Gels, wie swr berichtet.
Je nach Art und Einsatzort wirken unterschiedliche Maßnahmen besser oder schlechter. ➡️Welche Lösung, wann sinnvoll ist, liest du hier: Ameisen im Garten loswerden, alle Tipps im Überblick
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