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Gut zu wissen: Warum wird man eigentlich rot?

Eigentlich ganz liebenswert: Rot werden.
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Warum wird man rot?

Hinter dem Erröten steckt eine ganz rationale Erklärung.

Rot vor Scham? Rot vor Wut? Die Gründe für ein errötendes Gesicht sind vielfältig. Aber was steckt wirklich hinter der Körperfunktion?

Inhaltsverzeichnis

Gehört ihr zu den Menschen, die in einer peinlichen Situation hochrot anlaufen? Während manche vielleicht ganz leicht erröten, werden andere rot wie eine Tomate – unfair! Vielen Menschen ist das äußerst unangenehm, vor allem weil man so gut wie immer darauf angesprochen wird.

Aber woher kommt das seltsame Phänomen eigentlich? Und was kann man dagegen tun? Hier erfahrt ihr es.

Weshalb erröten Menschen?

Im Gesicht rot anzulaufen, ist eine ganz natürliche Reaktion des Körpers. Die rote Farbe wird in der Regel dadurch verursacht, dass die Blutgefäße der Haut, insbesondere an der Stirn und den Wangen, stärker durchblutet werden.

Vielleicht merkt ihr auch, dass euer Gesicht warm wird, wenn ihr errötet? Das lässt sich ebenfalls auf die gesteigerte Durchblutung zurückführen.

Für den „glühenden Kopf“, beziehungsweise die starke Durchblutung, gibt es mehrere Gründe:

  • Anstrengung durch Sport
  • Hohen Blutdruck
  • Temperaturunterschiede
  • Emotionen wie Scham oder Wut

Was hat Scham und Co. damit zu tun?

Stärkere Durchblutung durch körperliche Anstrengung – das macht Sinn. Auch, dass Hitze oder Kälte die Blutzirkulation verstärken, ist kein neues Konzept. Aber warum können uns auch Emotionen wie Wut, Aufregung oder Scham erröten lassen?

Schuld ist nicht die Emotion an sich, sondern der Stress, der mit ihr einhergeht. Laut der AOK wird zum Beispiel Scham an das vegetative Nervensystem übermittelt. Dieses versetzt den Körper bei Stress in Alarmbereitschaft: Atmung, Herzschlag und Durchblutung werden angeregt.

Und so werden auch die feinen Adern im Gesicht stärker durchblutet. Insbesondere bei Menschen mit heller Haut fällt das natürlich auf. Ein dunkler Teint kann die Reaktion hingegen besser verbergen – super fürs Pokerface!

Auch lesen: Wieso hat man eigentlich Schluckauf?

Erröten als soziale Interaktion?

Wissenschaftler vermuten beim Erröten einen evolutionären Hintergrund, so Planet Wissen. Bewiesen ist diese Vermutung aber nicht. Sicher ist aber, dass es sich um einen Reflex handelt, der unseren Mitmenschen Einblick in unsere Stimmung gibt.

Denn er signalisiert anderen, dass wir uns in einer potenziellen Stresssituation befinden, etwa weil wir wütend sind. Dann wissen die anderen: Hier ist Vorsicht gefragt. Eigentlich ganz praktisch, oder?

Es handelt sich beim Erröten also um eine Form der Kommunikation – wenn auch eine unfreiwillige. Und Kopf hoch: Eine Studie aus den Niederlanden zeigt, dass Menschen, die erröten, wohlwollender betrachtet werden. Auch nett!

So verhindert man die Schamesröte

Auch wenn es den Errötenden oft unangenehm ist, so ist rot anlaufen doch nichts Schlimmes. Wenn ihr es aber trotzdem verbergen oder komplett bekämpfen wollt, könnt ihr diese Methoden ausprobieren:

1. Autogenes Training kann Ängste und Scham zu reduzieren. Auch Entspannungsübungen helfen gegen die negativen Emotionen. So wird das Problem mit dem Erröten im Kern angepackt.

2. Sich der Scham zu stellen, anstatt sie zu verbergen, soll ebenfalls sinnvoll sein. Das hat ein wenig den Effekt von Konfrontationstherapie. Vielleicht hilft es euch auch, mit euren Liebsten darüber zu reden?

3. Hört sich seltsam an, soll aber helfen: Lachen. Laut Soziologe Thomas Scheff ist das eine gute Möglichkeit, um Scham abzuwehren. Es lockert eine bedrückende Situation auf und kann so helfen, die „rote Birne“ zu verhindern. Außerdem ist es ansteckend!

Jetzt wisst ihr, was hinter der Schamesröte steckt. Mehr interessante Informationen und viele weitere Artikel findet ihr auf gofeminin.de.