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Nachbarschafts-Frage: Darf man sonntags bohren?

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Ruhestörung: Darf man sonntags bohren?

Das Wochenende eignet sich besonders gut, um angefallene Arbeiten um Haus und Hof zu erledigen. Allerdings gibt es Einschränkungen. Wir sagen euch, ob ihr sonntags bohren dürft und was zu beachten ist.

Inhaltsverzeichnis

Fragt ihr euch auch manchmal, mit welchen sinnvollen Aktivitäten ihr den Sonntag füllen könntet? Während manche Menschen Kuchen backen, gehen andere Spazieren. Und wieder andere nutzen ihre freie Zeit zum Heimwerken und kümmern sich um ihre Wohnung.

Aber wie sind eigentlich die Regelungen beim hierbei: Darf man zum Beispiel sonntags bohren? Schließlich ist der Sonntag eigentlich ein Ruhetag. Hier erfahrt ihr, was das Gesetz vorschreibt und worauf ihr achten müsst.

Darf man am Sonntag bohren und hämmern?

Grundsätzlich sind an Sonn- und Feiertagen laute Geräusche zu vermeiden. Das Gesetz in NRW (§ 3) besagt beispielsweise: „An Sonn- und Feiertagen sind alle öffentlich bemerkbaren Arbeiten verboten, die geeignet sind, die äußere Ruhe des Tages zu stören, sofern sie nicht besonders erlaubt sind“.

Bohren und Hämmern fällt zweifelsohne unter diese störenden Geräusche. Übrigens lohnt sich auch immer ein Blick in den Mietvertrag oder die Hausordnung. Dort sind Ruhezeiten festgelegt, die ihr einhalten solltet. In manchen Fällen wird darin das Bohren an Sonn- und Feiertagen ebenfalls explizit untersagt.

Die Deutsche Anwaltsauskunft fasst zusammen: „Heimwerken ist sonntags nur erlaubt, wenn nicht lautstark gebohrt, geklopft und gehämmert wird“.

Was ist sonntags erlaubt?

Die gute Nachricht: Staubsaugen und Co. ist in der Regel erlaubt, wenn ihr damit nicht die Zimmerlautstärke überschreitet.

Das Gesetz bestimmt dazu aber zusätzlich: „Bei erlaubten Arbeiten sind unnötige Störungen und Geräusche zu vermeiden“. Also, besser nicht zu lange saugen! Außerdem sollte euer Staubsauger recht leise sein (hier findet ihr einen geeigneten Sauger auf Amazon*)

Wann ihr problemlos Bohren könnt, ist an Werktagen außerhalb der Ruhezeiten. Diese sind in der Regel:

  • Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr
  • Nachtruhe von 22 bis 6 oder 7 Uhr
  • Sonn- und Feiertagsruhe

Mehr Lesestoff: Darf man sonntags oder abends staubsaugen?

Was sind mögliche Folgen von Verstößen?

Unwissenheit schützt bekanntlich nicht vor Strafe. Damit ihr genau wisst, worauf ihr euch im schlimmsten Fall einstellen müsst, hier eine Aufzählung der möglichen Folgen:

  • Bohren außerhalb der Ruhezeiten ist vor dem Gesetz eine Ruhestörung. Laut Bußgeldkatalog kann ein solcher Verstoß mit bis zu 5.000 Euro Bußgeld geahndet werden.
  • Verstoßt ihr gegen die Regelungen eures Mietvertrags, kann es sein, dass ihr abgemahnt werdet. Bei wiederholten Fehltritten winkt sogar eine Kündigung des Vertrags.
  • Schwere und häufige Ruhestörungen oder Lärmbelästigungen werden sehr teuer. Der Bußgeldkatalog spricht etwa von bis zu 50.000 Euro Bußgeld für Rasenmähen an Sonntagen!

Passend zum Thema: Umzug planen – Darf man sonntags umziehen?

Kann man die Regelung umgehen?

Ihr müsst sonntags bohren und es führt schlichtweg kein Weg daran vorbei? Dann geht doch auf eure Nachbarn zu. Diese sind die Hauptbetroffenen eures Heimwerkens und könnten sich dadurch massiv gestört fühlen.

  • Informiert die Nachbarn freundlich über euer Vorhaben und holt deren Einverständnis ein.
  • Legt am besten einen zeitlichen Rahmen fest, während dem ihr Bohren möchtet.
  • Stellt sicher, nicht unnötig lang Lärm zu verursachen.

Übrigens: Bei vielen Gemeinden könnt ihr eine Sondergenehmigung für größere Arbeiten einholen. Dann seid ihr auf der sicheren Seite. Eure Nachbarn solltet ihr aber dennoch informieren.

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Dinge ohne Bohrmaschine befestigen

Ihr wollt etwas aufhängen und findet ausgerechnet an einem Sonntag endlich mal Zeit dazu? Zum Glück gibt es einige tolle Alternativen, mit denen ihr eure Dekorationen ganz ohne Bohren aufhängen könnt:

1. Selbstklebende Haken können erstaunlich viel Gewicht tragen. Ihr müsst allerdings darauf achten, dass ihr sie auf geeigneten Oberflächen anbringt. Raufasertapeten eigenen sich etwa nicht so gut, glatte Fliesen dafür um so besser.

2. Mit Montagekleber bekommt ihr so gut wie alles an die Wand. Der einzige Nachteil: Wenn ihr den Kleber wieder entfernt, kann das Spuren auf der Wand hinterlassen. Das kommt aber auch auf das Produkt und die Oberfläche an. Und: Auch der Bohrer hinterlässt schließlich Löcher.

3. Doppelseitiges Klebeband oder Klebestreifen eignen sich besonders für leichtere Dekorationen, etwa Postkarten. Klebeband ist schnell angebracht und lässt sich meist auch wieder einfach ablösen.

4. Ebenfalls sehr effektiv sind Vakuum Pads (auf Amazon kaufen*). Diese wirken wie doppelseitiges Klebeband, erzeugen ihre Klebekraft aber durch ein Vakuum – ähnlich wie ein Saugnapf. Der Vorteil: Sie lassen sich rückstandslos entfernen.

Was tun, wenn man sich von Bohrgeräuschen gestört fühlt?

Ihr seid die Leidtragenden der Bohraktionen eurer Nachbarn? Dann versucht zunächst mit dem Nachbar zu reden. Möglicherweise ist ihnen überhaupt nicht bewusst, dass sie Lärm verursachen beziehungsweise, dass sie sonntags nicht bohren dürfen.

Der Nachbar zeigt sich nicht einsichtig? Holt auch die Meinung anderer Nachbarn ein. Fühlen diese sich ebenfalls gestört? Dann könnt ihr euer Problem gemeinsam ansprechen.

Hilft alle Kommunikation nichts mehr, ist natürlich das Ordnungsamt oder auch die Polizei immer ein Ausweg. Diese kümmern sich dann um die Lärmbelästigung.