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Nicht runterspülen: Diese 10 Dinge haben im Abfluss nichts zu suchen

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Achtung! Diese 5 Dinge gehören NICHT in den Abfluss

Vorsicht vor Umweltschäden und Verstopfungen: Diese 10 Dinge solltest du nie über den Abfluss entsorgen.

Inhaltsverzeichnis

Essens- oder Kosmetikreste über den Abfluss zu entsorgen, ist verlockend: Einfach reinkippen, nachspülen – und weg ist das Zeug.

Diese Bequemlichkeit hat allerdings einen hohen Preis. Gegenstände und Flüssigkeiten, die im Abfluss nichts zu suchen haben, können dort nämlich enormen Schaden anrichten – sowohl für die Umwelt, als auch bei den heimischen Rohren.

Wir verraten euch daher 10 Dinge, die niemals im Klo oder im Abfluss runtergespült werden dürfen.

1. Arzneimittel

Jegliche Art von Medikamenten hat im Abfluss nichts zu suchen. Die meisten Arzneimittel lösen sich im Wasser restlos auf, weshalb es den Kläranlagen nicht möglich ist, die Überreste aus dem Wasser zu filtern. Da bedeutet: Werden Medikamente im Abfluss entsorgt, gelangen sie über das Grundwasser wieder in unser Trinkwasser.

Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass zukünftig „mit einem Anstieg der Umweltbelastung durch Arzneimittelrückständen zu rechnen“ ist. Damit gehe ein verstärkter Bedarf zur Reduzierung von Medikamentenrückständen in der Umwelt einher.

Um unser Wasser und die Umwelt zu schonen, solltet ihr eure Medikamente also nicht herunterspülen. Stattdessen könnt ihr euch an diesen Leitlinien zur Entsorgung von Medikamenten des BMUV orientieren.

2. Pflanzenschutzmittel und Dünger

Ebenfalls schädlich für das Grund- und Trinkwasser sind Pflanzenschutz- und Düngemittel. Klar, Dünger gelangt von den Feldern oft automatisch in unser Grundwasser. Das heißt aber nicht, dass Verbraucher und Verbraucherinnen die Mittel einfach in den Abfluss gießen sollten.

Um eine Verunreinigung des Wassers und der Kläranlagen zu vermeiden, müssen die Chemikalien ordnungsgemäß entsorgt werden – etwa in einer Sammelstelle für Sondermüll. Das ist je nach Gemeinde geregelt, informiert euch am besten vor Ort. Verstöße können laut Umweltbundesamt mit Strafen von bis zu 50.000 € geahndet werden!

3. Windeln und Feuchttücher

Ein absolutes No-Go: Windeln in der Toilette runterspülen. Windeln gehören in den Restmüll, niemals in die Kanalisation. Ebenso gehören die Feuchttücher nicht in die Schüssel. Denn zum einen besteht eine reale Verstopfungsgefahr für die Rohre. Zum anderen kann laut dem NDR Mikroplastik ins Wasser gelangen, wenn die Windeln heruntergespült werden.

Benutzt ihr Stoffwindeln für euren Nachwuchs, dann könnt ihr das „große Geschäft“ zwar in der Toilette herunterspülen, der Rest der Stoffwindel – sollte sie irgendwann nicht mehr in Ordnung sein – gehört aber ebenfalls in den Müll.

4. Essenreste und Speiseöl

Eure Essensreste über die Toilette zu entsorgen ist gar keine gute Idee. Auch in die Spüle solltet ihr sie nicht kippen. Insbesondere grobe Stückchen, Speiseöl und -Fett lagern sich in den Rohren ab und verstopfen diese. Außerdem wird durch die Lebensmittel Ungeziefer in die Kanalisationen gelockt.

Küchenabfälle und Reste vom Essen gehören in den Haus- oder Biomüll. Besorgt euch am besten auch ein Abflusssieb (bekommt ihr hier auf Amazon*). Dieses fängt beim Spülen Essensreste auf, die dann in den Müll wandern können.

5. Kosmetik- und Hygieneartikel

Ohrenstäbchen, Abschminktücher, Brillenputztücher, Binden und andere Damenhygieneartikel dürfen ebenfalls nicht über den Abfluss entsorgt werden. Sie gehören immer in den Hausmüll. Denn gelangen sie über die Kanalisation in die Abwasserpumpwerke, können sie dort Verstopfungen auslösen. Diese zu beheben, ist sehr aufwändig und teuer.

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Am einfachsten ist es, wenn ihr extra für diese Abfälle einen kleinen Kosmetikmülleimer (wie diesen von Amazon*) ins Badezimmer stellt. So ist die Versuchung kleiner, die Toilette zur Entsorgung zu benutzen.

6. Zigarettenkippen

Dass Zigaretten nicht gesund sind, ist uns wohl allen klar. Allerdings sind die Glimmstängel nicht nur für Menschen, sondern auch fürs Grundwasser extrem schädlich. Eine einzige Zigarette verseucht laut Naturschutzbund Österreich mit ihrem Mix an Toxinen zwischen 40 und 60 Liter Wasser. Ihr könnt euch also vorstellen, was passiert, wenn die Zigarettenstummel direkt über das Abwasser entsorgt werden.

Die Stoffe können nur bedingt von den Kläranlagen herausgefiltert werden. Für Fische und andere Wasserbewohner kann das tödlich enden. Und damit nicht genug: Die Zigaretten verstopfen auch Rohre. Deshalb immer in den Restmüll werfen.

7. Farbe und Lacke

Eigentlich offensichtlich, aber: Farbreste und Lacke, etwa von der letzten Renovierungsaktion, gehören nicht in die Kanalisation. Und auch sonstige Lösungsmittel sind Tabu.

Denn sie enthalten oft Chemikalien, die von den Kläranlagen nicht gut herausgefiltert werden können. Somit wird das Wasser verunreinigt. Außerdem verstopfen Farben und Lacke die Rohre.

Eingetrocknete Farbe könnt ihr über den Restmüll entsorgen. Habt ihr noch viele Farbreste, könnt ihr sie kostenlos beim Wertstoffhof eurer Stadt abgeben.

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8. Tierstreu und Vogelsand

Nur weil unsere Haustiere ihr Geschäft darin erledigen, heißt das nicht, dass Katzenstreu und Co. in der Toilette entsorgt werden können. Denn der Einstreu für Nager, Katzen und Vögel verklumpt bei Feuchtigkeit schnell und verstopft dann die Rohre. Macht ja auch Sinn: Schließlich soll das Material möglichst schnell Flüssigkeiten aufnehmen.

Ist das Streu erst in den Rohren, kann oftmals nur ein Profi die Verstopfung lösen. Und das wird schnell teuer. Deshalb: Im Restmüll oder – sofern das Streu dafür geeignet ist – auf dem Kompost entsorgen.

9. Reinigungsmittel

Die meisten Reinigungsmittel enthalten Chemikalien, die nicht vom Klärwerk aus dem Abwasser gefiltert werden können. Laut dem Umweltbundesamt beträgt der „aus Wasch- und Reinigungsmitteln von privaten Haushalten resultierende Chemikalieneintrag in das Abwasser“ über 500.000 Tonnen! Bei dieser unglaublichen Zahl wird das Grundwasser natürlich stark belastet.

Versucht deshalb, so wenig aggressive Putzmittel wie möglich zu verwenden oder steigt direkt auf umweltfreundliche, biologische Reiniger (wie zum Beispiel die Produkte von Frosch*) um. Auch das Putzen mit Hausmitteln ist oft eine super Option. Vor allem solltet ihr überschüssige Reinigungsmittel aber niemals über das Abwasser entsorgen.

Passend dazu: So stellt ihr eure eigenen Putzmittel her

10. Mikroplastik

Zwar ist Mikroplastik kein „Gegenstand“, den ihr nicht herunterspülen solltet. Es gehört aber dennoch in unsere Aufzählung. Denn Mikroplastik ist ein echtes Problem: Es verschmutzt Meere und Gewässer und gelangt laut dem Lebensmittelverband Deutschland sogar in Trinkwasser und Lebensmittel.

Wie kommen die feinen Partikel in unser Wasser? Unter anderem durch Kosmetikartikel wie Peelings oder Duschgels. Aber auch wenn Kleidung mit hohem Kunststoffanteil in der Waschmaschine gewaschen wird, löst sich Mikroplastik.

Lese-Tipp: Körperpeelings aus Hausmitteln selbst machen

Kläranlagen können die Partikel nur begrenzt abfangen. Sie landen in den Gewässern. Und auch über den Klärschlamm gelangen Plastikteilchen in die Umwelt – etwa auf landwirtschaftliche Flächen, wie der NABU berichtet. Es ist also wichtig, auf weniger Plastik im Alltag zu setzen und umweltfreundliche (Pflege-)Produkte zu verwenden.

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