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Kinder kriegen: Das sind die häufigsten Gründe dafür und dagegen

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Kinder kriegen: Das sind die häufigsten Gründe dagegen

Kinder zu bekommen ist etwas Großartiges – aber es bringt auch viel Verantwortung mit sich und nicht jeder muss einen Kinderwunsch hegen. Eine aktuelle Umfrage zeigt nun, was die häufigsten Gründe für und gegen eigene Kinder sind.

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Jeder sollte frei für sich entscheiden, ob eine Familiengründung passt oder nicht. Leider sieht die Realität anders aus. Kaum ein Paar, das zwischen 20 und 40 nicht ständig darauf angesprochen wird, „wann es denn bei ihnen endlich so weit ist“, wohl wissend, dass es auch Paare gibt, die ungewollt kinderlos sind. Und zudem: Wer sagt denn, dass bei jedem Paar ein Kinderwunsch vorherrscht?

Ein Kind zu bekommen ist eine unfassbar verantwortungsvolle Aufgabe, die man nicht unüberlegt und „einfach mal so“ auf sich nehmen sollte. Man sollte bereit sein, sich gemeinsam dieser Herausforderung zu stellen. Das erspart viel Frust und Enttäuschung – bei allen Beteiligten, denn jedes Kind sollte sich natürlich erwünscht und geliebt fühlen.

Dass es unterschiedlichste Beweggründe gibt, kinderlos zu sein, zeigt auch eine Statista-Umfrage von 2022. Unter allen kinderlosen Frauen und Männern in Deutschland sagten, 42 Prozent der 25- bis 29-Jährigen, dass sie ungewollt kinderlos seien. Bei den 35- bis 39-Jährigen sagten hingegen 64 Prozent, dass sie sich (bislang) bewusst gegen eigene Kinder entschieden hätten.

Man kann sich also bei der Frage, wann ein Paar denn endlich Kinder bekommt, zu einem hohen Prozentsatz in die Nesseln setzen, weshalb man sich diese doch recht intime Frage besser schenken sollte. Wer jahrelang versucht schwanger zu werden oder bereits während einer Schwangerschaft ein Kind verloren hat, wird für ein wenig mehr Feingefühl sicher dankbar sein.

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Gesellschaftlicher Druck, indiskrete Fragen und die biologische Uhr

Aber natürlich gibt es auch viele Menschen, die gar keine eigenen Kinder möchten. Und obwohl diese Zahl der bewusst Kinderlosen größer wird, werden gerade Frauen immer noch irritiert angesehen, wenn sie keinen Kinderwunsch hegen.

Jede Frau, die sich ähnlich entschieden hat, wird ein Lied davon singen können. Von übergriffigen Fragen der Nachbarn und Verwandten, von Frauenärzten, die ungefragt Folsäure verschreiben, weil man ja „auch schon 34 ist“ oder von den netten Hinweisen auf die biologische Uhr, die doch ticken müsste. Ja, hört man die denn nicht??

Fakt ist: Jede Entscheidung für oder gegen eigene Kinder ist individuell. Was die einzelnen Gruppen dazu bewegt, Kinder zu bekommen bzw. sie nicht zu bekommen, können wir enge Freunde fragen, die bereit sind, Auskunft zu erteilen und für die die Frage ok ist. Wer jedoch wissen will, wie die Deutschan allgemein zum Thema Familienplanung stehen, und was den Großteil von ihnen zu ihrer Entscheidung gebracht hat, der setzt auf Studien und Umfragen.

Eine aktuelle Umfrage, die von ElitePartner durchgeführt wurde, ist genau dieser Frage nachgegangen. Die aktuellen, bevölkerungsrepräsentativen Ergebnisse stammen von einer Umfrage unter 6.103 Singles und Liierten mit und ohne Kinder. Wir haben die wichtigsten Fakten für euch zusammengestellt.

Gründe für und gegen eigene Kinder: Die Ergebnisse der Umfrage

Knapp ein Drittel der Befragten sagte, dass es besser sei, angesichts von unsicheren Zeiten und den Veränderungen und Krisen weltweit keine Kinder in diese Welt zu setzen. Aber für die Hälfte der Befragten sind gemeinsam Kinder in einer Beziehung immer noch sehr wichtig. Wie schaut es also aus, mit dem Kinderwunsch der Deutschen? Welche speziellen Beweggründe gibt es für Kinderglück im Haus oder eben dagegen?

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Genannte Gründe für eigene Kinder

Bekommt man selbst keine Kinder, bekommt man oft zu hören: Ja, und wer zahlt dann deine Rente? Man wird als Egoist angesehen. Letztlich sagt aber kaum jemand, dass er Kinder als Altersvorsorge bekommt, oder? Diese eher pragmatische Sichtweise landet mit 25 Prozent auf dem letzten Platz der Pro-Kinder-Argumente, die den Befragten zur Auswahl gestellt wurden. Sie sollten den einzelnen Argumenten jeweils zustimmen oder sie ablehnen.

Erfreulicherweise wurden vor allem emotionale Gründe für eigenen Kinder genannt. Auf Platz eins und zwei der Gründe für Nachwuchs: Kinder bringen Freude in den Alltag und das Leben (64 %) und man erlebt mit Kindern mehr (64 %).

Sechs von zehn Frauen und Männern sagten zudem, dass Kinder dem Leben einen (tieferen) Sinn geben (61 %). Und knapp die Hälfte (44 %) sehen eigene Kinder als Zeichen der Liebe zum*r Partner*in (44 %).

Interessant auch, dass 65 Prozent der Frauen und 59 Prozent der Männer noch einen weiteren Grund für eigene Kinder nennen: Sie möchten etwas von sich weitergeben und sehen, wie die Gene weiterleben.

Und mehr als jede*r Zweite hat auch durchaus einen weiteren auf sich bezogenen Grund für Kinder: Sie halten jung und man ist im Alter weniger einsam.

Natürlich gibt es auch noch einen weiteren Grund, weshalb viele Menschen Kinder bekommen: Sie hinterfragen diesen Lebensentwurf einfach gar nicht, wie 44 Prozent angaben. Für sie gehören Kinder schlichtweg dazu, wenn man eine Beziehung führt. Nachwuchs werde vom eigenen Umfeld und der Gesellschaft erwartet (sagten 45 %) und man würde ausgeschlossen sein, wenn man selbst nicht zur Fraktion der Eltern gehören würde. Vor allem, wenn Verwandte und Freunde Kinder hätten, wäre man als kinderloses Paar außen vor.

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Genannte Gründe gegen eigenen Kinder

Kommen wir nun zu den Gründen, die von den gewollt kinderlosen Befragten genannt wurden. Denn auch sie haben gute Argumente für ihre Entscheidung. Auch hier konnten die Umfrageteilnehmer verschiedenen Argumenten zustimmen oder nicht. Hier die Ergebnisse:

Dass man mit Kindern über Jahre sehr gebunden ist und das Leben sich von jetzt auf gleich komplett ändert, sollte jedem klar sein. Deshalb ist genau das auch der am häufigsten genannten Grund gegen eigenen Kinder.

Diese weiteren Gründe wurden genannt:

  • 64 Prozent meinen, dass man ohne Kinder unabhängiger ist.
  • 60 Prozent meinen, dass man mit Kindern an einen sehr strukturierten Alltag gebunden ist.
  • 56 Prozent empfinden die Verantwortung als zu groß (Frauen: 59 %, Männer: 53 Prozent).
  • 37 Prozent der Befragten denken, dass Kinder rasch zu einem konservativen Leben führen können.
  • 55 Prozent empfinden die finanzielle Belastung, die Kinder mit sich bringen, als zu hoch.

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Natürlich ist es leider immer noch ein Unterschied, wenn man Frauen und Männer zum Kinderwunsch befragt. Zum einen, weil es eben wir Frauen sind, die die Kinder austragen. Zum anderen ist es immer noch so, dass es die Frauen sind, die sich vornehmlich kümmern und versuchen müssen, Job und Kinder unter einen Hut zu bekommen. So sagt fast jede zweite Frau (47 %), dass Kinder mit vielen Berufen bzw. beruflichen Zielen nicht vereinbar seien. Das sagen übrigens auch 39 Prozent der Männer.

Jede dritte Frau (35 %) sagt, dass man mit Kindern auf die Rolle als Mutter reduziert werde. Bei den Männern befürchtet das nur jeder vierte.

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Auch die globalen und gesellschaftlichen Krisen bereiten vielen Menschen Sorgen. Sie fragen sich, ob man überhaupt noch Kinder in diese Welt setzen dürfe. Themen wie die rasch fortschreitende Klimakrise, Krieg, Pandemie und andere globale Probleme sind ein absolut berechtigter Grund, sich Sorgen zu machen. 30 Prozent sehen die aktuellen Krisen als Grund gegen eine Familiengründung. Bei den 18- bis 49-Jährigen sagten das 33 bis 34 Prozent, im Alter zwischen 50 und 69 immerhin noch 24 bis 26 Prozent.

Natürlich geht es bei einer Schwangerschaft auch um den Körper der Frau. Schließlich ist sie es, die das Kind austrägt und die Geburt meistert. 54 Prozent der Frauen sorgen sich, dass sich ihr Körper durch eine Schwangerschaft bzw. Geburt sehr verändert und sehen das als Argument gegen ein Kind. Das sagen übrigens auch 39 Prozent der Männer. Und hier geht es wohlgemerkt um ästhetische Aspekte und nicht um gesundheitliche Risiken. Die bereiten nur jeder vierten Frau und jedem vierten Mann Sorgen.

Und noch ein Aspekt steht als contra auf der Kinderwunschliste: Die eigene Beziehung als Paar. So sorgen sich viele der Befragten, dass die Partnerschaft durch Kinder anders werden könnte und womöglich auch negativ beeinflusst werde. Das sagen 30 Prozent der Befragten. Sei es, dass sich das Sexleben verändert (35 %) oder dass man mit Kindern weniger unternehmen kann, weil man einfach viel gebundener ist.

Interessanterweise sieht die Mehrheit der Umfrageteilnehmer genau dieses Argument andersherum. Sie sagen, dass man mit Kindern mehr erleben würde.

Und genau das zeigt, wie individuell wir empfinden und uns entscheiden. Wichtig nur, dass wir uns immer frei entscheiden, egal, ob dafür oder dagegen, dem eigenen Wohl, aber natürlich auch besonders dem Kindeswohl zuliebe.