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Freitag, der 13.: Was steckt wirklich hinter dem „Unglückstag“?

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Freitag, der 13.: Was steckt wirklich hinter dem "Unglückstag"?

Heute ist es wieder so weit: Es ist Freitag, der 13.! Aber was hat es mit diesem Tag eigentlich auf sich? Und woher kommt der Mythos? Wir verraten euch alles rund um dieses besondere Datum.

Inhaltsverzeichnis

Nicht im Vorfeld zum Geburtstag gratulieren, beim „Prost“ in Augen schauen, nicht unter aufgestellten Leitern durchlaufen – es gibt jede Menge Traditionen, die sich auf Aberglauben zurückführen lassen. Hält man sich nicht daran, soll das Pech bringen. Um Unheil abzuwenden, wird dann mitunter Salz gestreut oder auf Holz geklopft.

Der wohl bekannteste Aberglaube rankt sich jedoch wohl um Freitag, den 13. Wir erklären euch, welche Ursprünge der Tag hat und warum man sich nicht davor fürchten muss.

Was hat es mit Freitag, dem 13. auf sich?

Freitag, der 13., ist im Volksglauben als „Unglückstag“ bekannt. Manche Menschen sind der Überzeugung, dass ihnen an diesem Tag besonders viel Unglück droht. So ein Freitag, der 13. findet übrigens mindestens einmal und höchstens dreimal pro Jahr statt.

Für die Furcht vor Freitag, dem 13., gibt es übrigens sogar einen wissenschaftlichen Namen: Paraskavedekatriaphobie! Ein ganz schöner Zungenbrecher, oder? Menschen, die von dieser Phobie betroffen sind, sagen an entsprechenden Freitagen sogar Termine oder Reisen ab.

Passieren an Freitag dem 13. tatsächlich mehr Unglücke?

Bringt Freitag der 13. wirklich Pech oder ist die Sorge unbegründet? Schließlich ereigneten sich an einem Freitag, dem 13., Unglücke wie das Sinken der Costa Cocordia oder die Flugzeugabstürze der Maschinen Flight 571 aus Uruguay und dem russischen Aeroflot 217.

Glücklicherweise gibt es an dem bekannten „Unglückstag“, wenigstens im Straßenverkehr, keinen Grund zur Sorge. Es passieren nicht grundsätzlich mehr Unfälle als an anderen Tagen, wie der ADAC berichtet: „Aberglaube, böse Vorahnungen oder Ängste rund um Freitag, den 13., sind – zumindest was Zahl der Verkehrsunfälle betrifft – unbegründet.“

Unglück
Frau im Regen Credit: GettyImages

Auch die Zahl der Personen-, Sach- oder Vermögensschäden steigen nicht an. Ein Sprecher des Versicherers Zurich Group erklärt: „Die Zahl der Schadenfälle, die an einem Freitag, den 13. gemeldet wurden, liegen im langjährigen Mittel auf einem ähnlichen Niveau wie an allen anderen Freitagen.“

Selbsterfüllende Prophezeiungen und Freitag, der 13.

Nun sind manche Menschen aber wirklich davon überzeugt, dass ihnen an Freitag, dem 13., mehr Unheil zustößt als sonst. Das kann seinen Ursprung im Prinzip der sich selbst erfüllenden Prophezeiungen haben.

Prof. Dr. Jens Förster von der Ruhr Universiät Bochum erklärt: „Die Menschen denken, dass, wenn sie etwas Bestimmtes tun, etwas Bestimmtes passiert. Im Fall von Freitag, dem 13. etwas Schlimmes.“

Das führe laut dem Sozialpsychologen dazu, dass die Menschen genau an diesem Tag übervorsichtig sind, und vor lauter Sorge ungeschickter sind, als an anderen Tagen. So bauen sie etwa eher einen Unfall – und dies werde dann auf den Unglückstag zurückgeführt. Die Prophezeiung erfüllt sich.

Woher kommt der Aberglaube um Freitag, den 13.?

Ganz genau geklärt ist der Ursprung des Tages nicht. Es gibt aber einige Erklärungsansätze:

Jesus und seine Apostel
Zum einen gibt es die Theorie, dass Freitag der 13. mit dem Verrat Jesu durch Judas zusammenhängen könnte. Dieser wird nach seinem Verrat laut dem Kirchenlexikon des NDR durch einen Mann namens Mathias ersetzt. Judas wurde somit zum dreizehnten Jünger.

Da laut der Bibel Satan für Judas Verhalten verantwortlich sei, bekomme der Tag ejne weitere unheilvolle Bedeutung, wie Pastor Oliver Vorwald für den NDR schreibt.

Der Freitag wird zudem mit der Kreuzung Jesus assoziiert, die an diesem Tag stattfand. Deshalb wird seinem Tod am Karfreitag erinnert.

Lehren aus der Bibel
Andere Theorien verweisen ebenfalls auf Erzählungen aus der Bibel, wie National Geographics berichtet: Eva soll Adam an einem Freitag dazu gebracht haben, die verbotene Frucht zu kosten. Und auch Abel soll seinen Bruder Kain an einem Freitag, den 13., getötet haben.

Der Untergang der Tempelritter
Der französische König Philipp IV. soll an einem Freitag, den 13., in einer groß angelegten Aktion die Verhaftung der französischen Tempelritter, inklusive ihres Großmeisters Jacques de Molay, geordert haben.

Rund 1000 Ordenshäuser sollen von diesem historischen Ereignis betroffen gewesen sein. Ein einschneidendes Ereignis, das bis heute in den Geschichtsbüchern nachzulesen ist.

Erklärungen der Numerologie
Es gibt aber auch noch eine andere Erklärung aus der Numerologie, also der Zahlensymbolik. Triskaidekaphobie bezeichnet die Angst vor der Zahl 13. Und diese kann laut Thomas Fernsler von der Universität Delaware mit der Position der 13 nach der Zahl Zwölf zusammenhängen.

Diese sei in der Numerologie eine „komplette“ Nummer, die unter anderem in den Monaten des Jahres, den Sternzeichen, der Aposteln Jesu oder den olympischen Göttern reflektiert werde. Laut Fernsler sei die Dreizehn „just beyond completeness“, also gerade außerhalb dieser Vollkommenheit, wie auf der Webseite der Universität nachzulesen ist.

Freitag der 13. in anderen Kulturen

Die Position der Dreizehn ist nicht in allen Kulturen ein schlechtes Omen! In Japan ist sie etwa eine Glückszahl. Hier bringt stattdessen die Zahl Vier Unheil, denn sie klingt wie das Wort „Tod“.

Und auch im jüdischen Glauben gilt die Zahl als Symbol Gottes – also als glückliches Zeichen. Tatsächlich ist Freitag, der 13. hier ein Glückstag, wie die Augsburger Allgemeine berichtet.

Viele spanischsprachige Länder – und Griechenland – behalten zwar den dreizehnten Tag als Unglückstag bei, allerdings nur, wenn dieser auf einen Dienstag fällt. In Italien ist Freitag, der 17., ein Schreckenstag.

Aberglauben rund um die Welt

Den Aberglauben von der schwarzen Katze kennt ihr sicher alle. Aber habt ihr auch schon von diesen (teilweise sehr skurrilen!) Traditionen gehört?

  • Schottland: Grüne Kleidung ist auf Hochzeiten tabu. Das bringt Unglück für das Brautpaar, denn Grün war den Elfen vorbehalten und diese darf man nicht verärgern.
  • Indien: Haare dürfen nicht donnerstags oder samstags geschnitten werden. Die Fingernägel zu schneiden, ist dienstags, samstags und bei Nacht keine gute Idee.
  • Frankreich: Tritt man mit dem linken Fuß in einen Hundehaufen, bringt das Glück. Diese Tradition soll ihren Ursprung in der Schauspielerei haben.
  • Großbritannien: Begegnet man einer Elster, sollte man diese grüßen, um Pech abzuwenden. Die Grußformel lautet: „Good morning Mister Magpie. How is your lady wife today?“.
  • Russland: Damit die Reise gelingt, muss man sich vor dem Antritt auf den Koffer setzen. Das soll Hausgeister vertreiben.
  • Polen: Hier wird die Tasche niemals auf dem Boden abgestellt. Der Aberglaube besagt, dass man dann Geld verliert. Stattdessen gehört das Accessoire auf einen Stuhl oder die Stuhllehne.

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