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Von Lüften bis Lappen: 5 deutsche Haushalt-„Hacks“, die in den USA Trend sind

Hand wischt mit gelben Putzlappen durch Bild, Gelber Hintergrund.
Kaum zu glauben, dass diese alltäglichen Dinge in den USA lange unbekannt waren. Credit: Adobe Stock/Pb/ Collage: Canva

Bei einem kleinen Malheur zum Lappen statt zur Küchenrolle zu greifen? Bei den meisten Menschen ganz normal. In den USA sieht es hingegen ganz anders aus.

Was in manchen Haushalten als selbstverständlich gilt, wird in anderen komplett anders gemacht. Das ist nichts Neues und auch innerhalb von Deutschland bzw. Europa gibt es da jede Menge Unterschiede. Neulich bin ich jedoch über einen Artikel gestolpert, der mich wirklich stutzig gemacht hat: In den USA ist es nämlich neuerdings angesagt, „House Burping“ zu betreiben. Übersetzt heißt das so viel wie „Haus-Bäuerchen“, gemeint ist damit das in Deutschland beliebte Stoßlüften.

Ja, wir sind nicht nur Champions, wenn es um unsere vielen Brotsorten geht, sondern auch richtige Frischluftfanatiker. Anscheinend ist das aber nur einer von vielen „Trends“ bzw. „Haushalts-Hacks“, die sich die Amerikaner aus Europa abgeschaut und bei sich als etwas komplett revolutionäres feiern.

1. „House Burping“ (aka Lüften)

Dieses deutsche Kulturgut hat neuerdings den Sprung über den großen Teich geschafft: das Stoßlüften ist in den USA unter dem Namen „House Burping“ zum Trend geworden.

Dass eine für uns komplett banale Sache wie Lüften dort lange unbekannt war, liegt vor allem an der unterschiedlichen Bauweise und Technik. US-Haushalte setzen meist auf zentrale Klimaanlagen (HVAC), die die Luft filtern und kühlen, sowie auf Schiebefenster, die sich technisch nicht gerade zum weiten Aufreißen eignen.

Wer sein Haus nun richtig „rülpsen“ lassen will, macht es wie wir: Heizung aus, Fenster für ca. 10 Minuten komplett weit öffnen (am besten mit Durchzug) und danach wieder schließen. So wird die verbrauchte, feuchte Luft schnell gegen frischen Sauerstoff ausgetauscht.

Mehr dazu: Achtung Schimmel! Wann du bei Regen besser nicht lüften solltest

2. „Swedish Dishcloth“ (aka Putzlappen)

Auch diese Standardausstattung eines jeden deutschen Putzschranks erobert die USA: Der klassische Putzlappen bzw. das Spültuch wird dort gerade als „Swedish Dishcloth“ vermarktet.

Dass ein simpler Lappen so für Begeisterung sorgt, liegt an der tief verwurzelten US-Wegwerfkultur. In vielen amerikanischen Haushalten ist es völlig normal, für alles Papiertücher zu verwenden und nicht nur auf Partys, sondern auch im Alltag auf Einweggeschirr und Plastikbesteck zu setzen, um sich den Abwasch zu sparen.

Der Gedanke der Wiederverwendbarkeit ist dort für viele ziemlich neu. Dass das Produkt unter schwedischer Flagge segelt, liegt zum einen daran, dass das Schwammtuch tatsächlich 1949 vom Schweden Curt Lindquist erfunden wurde.

Zum anderen ist es natürlich auch cleveres Marketing: Mit „Swedish“ assoziieren viele ein minimalistisches, trendiges, umweltbewusstes Scandi-Design. Ein Name wie „German Cleaning Rag“ würde eher nach harter Arbeit klingen…

3. „Scandinavian Sleep Method“ (aka zwei Bettdecken)

Nicht nur beim Lüften und Putzen schauen sich die Amerikaner so einiges aus Europa ab, im Schlafzimmer geht’s mit der sogenannten „Scandinavian Sleep Method“ gleich weiter. Was in Deutschland und vielen anderen Ländern Standard ist – nämlich zwei separate Bettdecken in einem Doppelbett -, wird in den USA gerade als Lifehack für besseren Schlaf gefeiert, weil Partner sich im Schlaf nicht mehr gegenseitig die Decke klauen können.

Dass der Trend einen skandinavischen Namen trägt, liegt vor allem an der schwedischen Influencerin Cecilia Blomdahl, die das Konzept 2023 mit einem viralen TikTok-Video berühmt machte.

Es gibt aber auch noch die „German Bed Method“, die anscheinend genauso neu für die Amerikaner ist. Der Hack? Ein Doppelbett mit zwei statt nur einer großen Matratze. Die „Methode“ wird dort aktuell angepriesen, um nicht jedes kleinste Wackeln und Wälzen des Partners mitzukriegen und tiefer schlafen zu können.

4. „European-style air drying“ (aka Wäscheständer)

Während in den USA der elektrische Wäschetrockner quasi zur Grundausstattung gehört und das Aufhängen von nasser Kleidung oft als mühsam oder gar als Zeichen von Armut galt, wandelt sich das Bild gerade.

Der schlichte Wäscheständer (ein Basic in den meisten deutschen Haushalten) wird als „European-style air drying“ plötzlich zum Statement für einen bewussten, nachhaltigen Lebensstil.

Lesetipp: Bettwäsche trocknen: Mit diesem Trick passt sie endlich auf dem Wäscheständer

5. „Carpet deep cleaning“ (aka Teppichklopfer)

Ein Haushaltsgegenstand, den ich noch von meiner Großmutter kenne, feiert in den USA derzeit ein überraschendes Comeback: der Teppichklopfer.

Das händische Ausklopfen von Textilien im Freien gilt neuerdings als die ultimative „deep cleaning“ (also tiefenreinigende) Methode gegen Staub und Schmutz in Teppichen, die selbst der Staubsauger nicht rauskriegt.

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