Letztens waren wir bei Freunden im Garten. Irgendwann berichteten sie uns von so ekligen Gespinsten an einem ihrer Bäume, die aussehen wie riesige Spinngewebe. Zudem befänden sich dort tausende von kleinen Raupen.
Erst dachten wir es seien, die berüchtigten Eichenprozessionsspinner, deren sogenannte „Brennhaare“ schwere allergische Reaktionen auslösen können. Allerdings handelte es sich bei den Raupen am Baum meiner Freunde nur um die Larven der Gespinstmotten.
Ob auch sie gefährlich für uns sind, welchen Schaden sie anrichten können und wie du sie wieder loswirst, verrate ich dir hier.
Daran erkennst du die Gespinstmotten und ihre Larven
Gespinstmotten werden etwa einen Zentimeter lang und haben weiß-graue Flügel mit schwarzen Punkten. Während Eichenprozessionsspinner am gesamten Körper stark behaart sind, haben Gespinstmotten keine Haare.
Ausgewachsene Larven haben eine hellgelbe bis braun-graue Färbung und einen schwarzen Kopf. Ihr Körper besteht, wie bei vielen Raupen, aus mehreren Gliedern. Auf jedem dieser Glieder befindet sich beidseitig ein schwarzer Punkt.
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Laut Nabu gibt es hierzulande etwa neun verschiedene Gespinstmottenarten. Unterscheiden lassen sie sich am besten anhand ihrer bevorzugten Nahrungsquelle. Am liebsten befallen die Motten Weißdorn, Pfaffenhütchen, Traubenkirschen, Schlehen sowie Weiden und Pappeln.
Gespinstmotten legen ihre Eier auf Zweigen ab und überdecken sie mit einem schützenden Sekret, das aushärtet und die Eier schützt. Auch wenn die daraus schlüpfenden Raupen im frühen Stadium relativ unscheinbar daherkommen, erkennt man einen Befall meist schnell an ihrem Schadbild.
Denn die Larven bilden im Laufe ihrer Entwicklungsstadien zunehmend größere weiß-silbrige Gespinste, um sich vor Umwelteinflüssen und Fressfeinden zu schützen. Somit können sie ungestört Bäume und Sträucher leer fressen und sich verpuppen.
Gerade, wenn die Tiere in Massen auftreten, können Büsche und Bäume komplett von den weißlich-silbrigen Schleiern überzogen sein.
Was kann ich gegen die Gespinstmotten tun?
Gespinstmotten und deren Larven zu vertreiben ist die Mühe oft nicht wert. Denn die befallenen Bäume und Sträucher treiben in der Regel neu aus. Lediglich Obstbäume kommen nicht so glimpflich davon, weil es ihnen schwerer fällt, sich nach einem Befall zu erholen.
Das Problem ist zudem, dass die Gespinste die Raupen derart gut abschirmen, dass auch Pflanzschutzmittel nicht bis zu ihnen durchdringt und daher unwirksam ist. Oft wird der Befall aber erst bemerkt, wenn die Raupen schon zahlreiche Gespinste gebildet haben.
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In diesem Fall kannst du die Gespinste aus den Bäumen herausschneiden und im Müll entsorgen. Neuaustriebe können dann mit Präparaten mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis behandelt werden. Sobald die Larven die damit behandelten Blätter fressen, sterben sie ab. Allerdings muss dieser Vorgang etwa alle zwei Wochen wiederholt werden.
Vorbeugend kannst du Bäume und Büsche regelmäßig auf den Schädling überprüfen. Solltest du Eier entdecken, kannst du diese von den Ästen und dem Stamm abstreifen. Hier kannst du dir auch einen starken Wasserstrahl zu Hilfe nehmen.
Natürliche Feinde von Gespinstmotten sind Schlupfwespen und Raubwanzen. Schlupfwespen helfen übrigens auch genial gegen Lebensmittelmotten. Je naturnaher dein Garten gestaltet ist, desto attraktiver wird er für die natürlichen Feinde der Gespinstmotten.
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