Anfang August stehen Lavendel, Salbei, Rosmarin und Co. in voller Blüte, verströmen ihren Duft und locken Bienen und Schmetterlinge an. Doch so schön dieser Anblick ist – genau jetzt ist der perfekte Moment, zur Schere zu greifen.
Viele Kräuter beginnen in dieser Phase nämlich zu verholzen oder stecken ihre Kraft in die Samenbildung, was auf Kosten von Geschmack und frischen Trieben geht. Wer sie jetzt gezielt zurückschneidet, stellt nicht nur sicher, dass die Kräuter ihr intensives Aroma behalten, sondern kann sich auch über eine zweite Ernte im Spätsommer freuen.
1. Lavendel
Lavendel sollte direkt nach der Hauptblüte Ende Juli oder Anfang August zurückgeschnitten werden. Entferne dabei die abgeblühten Stiele und etwa ein Drittel der diesjährigen Triebe. Dadurch wird das Wachstum neu angeregt und du verhinderst, dass der Lavendel zu stark verholzt.
2. Salbei
Auch Salbei profitiert jetzt von einem kräftigen Schnitt. Nach der Blüte einfach die Triebe um etwa ein Drittel kürzen und alte, braune Stängel entfernen. So behält die Pflanze ihre kompakte Form, verholzt nicht und kann zügig neu austreiben.
3. Rosmarin
Rosmarin mag es etwas sanfter: Schneide Anfang bis Mitte August nur die Spitzen der neuen Triebe und entferne alle verblühten Stängel, um den Wuchs anzuregen. Achte darauf, nicht ins alte Holz der Pflanze zu schneiden.
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4. Minze und Zitronenmelisse
Minze und Zitronenmelisse dürfen im August ruhig radikal gekürzt werden – bis knapp über den Boden. So entstehen schnell frische, zarte Triebe, die wieder voller Geschmack sind. Schneide sie am besten morgens oder abends, wenn es nicht zu heiß ist. Ohne Rückschnitt werden die Blätter hart und verlieren ihr frisches Aroma, weil die Pflanzen all ihre Energie in die Samenbildung stecken.
5. Schnittlauch
Schnittlauch freut sich, wenn du ihn nach der Blüte komplett auf zwei bis drei Zentimeter über dem Boden abschneidest. So treibt er in wenigen Wochen neu aus und du hast bald wieder frische, zarte Halme für Salate, Suppen oder Quark.
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Die Kraft des eigenen Kräutergartens:
Kräuter können nicht nur in der Küche verwendet werden, sondern sie können auch als Heilpflanzen eingesetzt werden.

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Pfefferminze (Mentha x piperita):
Ein Frischekick für Garten und Gesundheit! Ideal für einen erfrischenden Tee oder als Würze für Salate. Die Öle der Pfefferminze fördern die Verdauung und sind eine Wohltat bei Kopfschmerzen.

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Zitronenmelisse (Melissa officinalis):
Ihr zitroniger Duft bezaubert und beruhigt. Ein Tee aus den Blättern wirkt Wunder bei Nervosität und Magenbeschwerden.

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Thymian (Thymus vulgaris):
Klein, aber oho! Thymian ist stark gegen Bakterien und ideal in der Küche oder als heilender Tee. Auch als Gurgellösung bei rauem Hals hilft er.

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Kamille (Matricaria chamomilla):
die Kamille! Ein absoluter Klassiker, der in keinem Kräutergarten fehlen darf. Ihre zauberhaften Blüten sind wahre Wunderwerke und enthalten ätherische Öle, die wie ein sanfter Kuss auf den Körper wirken - entzündungshemmend und beruhigend. Ein Schluck Kamillentee und der Magen-Darm-Trakt fühlt sich wie neu an! Dieser goldene Aufguss ist ein wahrer Retter bei Verdauungsbeschwerden, Krämpfen und sogar bei nervigen Schlafproblemen. Ein wahrer Held in deiner Teetasse!
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