Ich sag es ganz dir ehrlich: Als ich mein erstes Staudenbeet angelegt habe, hab ich an alles gedacht. Farbharmonie, Blühzeiten, Höhe. Was ich nicht bedacht habe: ob da überhaupt jemand hinfliegt. Und mit „jemand“ meine ich die Bienen, Hummeln, Schmetterlinge.
Fakt ist: Viele Blumen, die in Gärtnereien ganz oben auf dem Präsentierteller stehen, sind für Insekten schlicht nutzlos. Weil sie so überzüchtet sind, dass weder Pollen noch Nektar übrig bleiben.
Lies hier, welche drei beliebten Blumen du besser nicht on den Garten pflanzt und welche Alternativen super für Insekten sind.
1. Gefüllte Pfingstrosen: Mehr Schein als Sein
Pfingstrosen sind der Inbegriff von Gartenromantik. Riesige Blütenbälle, duftend, zartrosa, pink oder tiefrot. Ein Traum wie aus Südengland.
Aber: Viele Sorten wurden auf „gefüllte“ Blüten gezüchtet, also mit besonders vielen Blütenblättern. Das sieht zwar spektakulär aus, hat aber einen Haken. Die wichtigen Teile für Bienen, nämlich Nektar und Pollen, sind tief versteckt oder sogar komplett weggezüchtet. Ergebnis: Die Blüte ist schön, aber insektenmäßig eine Sackgasse.
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Bessere Alternative: Greif zu einfachen, ungefüllten Sorten oder pflanz gleich was wie Wiesenknopf, Storchschnabel oder Katzenminze daneben. Die sorgen für ordentlich Flugverkehr.
2. Schneeballhortensien: Trend-Pflanze, die nur hübsch aussieht
Die weißen Schneeballhortensien gehören zu den absoluten Trend-Pflanzen der letzten Jahre. Erst war Instagram voll damit, jetzt sind es die Gärten. Kein Wunder, schließlich sehen die Pflanzen imposant, elegant und modern aus.
Doch wusstest du, dass Schneeballhortensien für Insekten wie Bienen und Hummeln eine echte Nullnummer sind? Die Blütenbälle sehen so eindrucksvoll aus, aber es handelt sich nicht um echte, sondern nur um Scheinblüten. Die Brummer finden keine Nahrung und fliegen enttäuscht davon.
Auch Bauernhortensien oder gefüllte Rispenhortensien sind für Bienen und Hummeln ein Reinfall.

Bessere Alternative: Wenn du Hortensien UND Bienen liebst, dann solltest du Tellerhortensien, Kletterhortensien und bzw. oder ungefüllte Rispenhortensien in den Garten setzen. Sie sehen toll aus und bieten den Insekten Nahrung.
3. Gefüllte Ranunkeln: Ein prachtvoller Irrgarten
Ranunkeln sind ein absoluter Frühlingsstar. Diese kugelrunden Blüten, die aussehen wie aus Seidenpapier gefaltet, in allen Farben von dunklem Blau, über zartem Rosé bis tiefem Magenta.
Kein Wunder, dass sie in jedem Gartenratgeber und Blumenladen als Must-have angepriesen werden. Aber: Für Bienen sind gefüllte Ranunkeln ein echtes Desaster.
Warum? Weil die dicht gefüllten Blütenblätter den Zugang zu Pollen und Nektar komplett versperren. Insekten landen zwar neugierig auf den prachtvollen Kugeln und finden dann: nichts. Keine Nahrung, keine Chance.

Bessere Alternative: Greif zu Anemonen oder Akelei. Sie bringen ebenfalls frühe Farbe ins Beet, ohne dabei die Tierwelt auszuschließen.
Ein Blumenbeet kann mehr als nur schön sein
Es geht nicht darum, auf Blütenpracht zu verzichten, im Gegenteil! Du kannst ein Beet gestalten, das traumhaft aussieht, toll duftet und lebt. Du musst nur ein bisschen umdenken. Schönheit und Nutzen schließen sich nicht aus.
Und oft ist die bescheidene Staude mit der offenen Blüte wertvoller als die große Show-Pflanze, die nur fürs Auge da ist. Also: Beim nächsten Gartencenterbesuch nicht nur nach der Optik, sondern auch nach dem Service für Bienen & Co. entscheiden.
Übrigens gibt es noch viele weitere Pflanzen, von denen du besser Abstand nehmen solltest. Entweder weil auch sie Nullnummern für Insekten und Vögel sind, sondern auch weil sie heimische Arten verdrängen oder extrem viel Pflege benötigen. Hier kommen Stauden, Sträucher und Blühpflanzen, die keine gute Idee sind:

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Geranien gehören zu den beliebtesten Balkonpflanzen - Bienen gefällt das nicht. Denn Geranien bieten Bienen nichts.

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Geranien sind zwar Bestseller im Gartencenter aber für Insekten eine echte Nullnummer. Wenn du Bienen, Hummel und Schmetterlinge anlocken willst, solltest du besser andere Blumen in deine Kästen pflanzen.

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Begonien eignen sich auch als Zimmerpflanzen.
Sie passen in die gleiche Kategorie: Begonien sind zwar pflegeleicht und genügsam, für Bienen aber nutzlos.

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Die Nachteile von Petunien: Sie sind echte Divas und brauchen viel Aufmerksamkeit und Pflege. Anstrengend und zeitintensiv!

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Dazu kommt, dass Bienen und andere Bestäuber-Insekten mit Petunien nichts anfangen können.
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