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Weibliche Sexualität: Das ist den meisten Frauen beim Sex wirklich wichtig

Frau hält sich zwei Orangenscheiben vor die Augen
© Getty Images

Vorab im Video: Heißes Kopfkino: Das sind die 5 häufigsten Sexfantasien von Frauen

Worauf Frauen beim Sex stehen, ist eigentlich kein Geheimnis. Dennoch gibt es immer wieder dieses klischeehafte Denken, wenn es um die Lust der Frau geht. Deshalb hier noch mal Schwarz auf Weiß, was Frauen wirklich wichtig ist.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zuerst: ‚Gut gemeint‘ ist nicht immer ‚gut‘ – oft sogar das Gegenteil. Statt also eine wie auch immer geartete Sex-Performance abzuspulen, sollte man sich lieber auf sein Gegenüber einstellen und überlegen: Wie haben wir gemeinsam eine gute Zeit?

Heißt in diesem Fall: Macht euch schlau über Frauen und ihre Sexualität. Vergesst irgendwelche Filmchen und utopischen Vorstellungen. Informiert euch lieber über den weiblichen Körper, über weibliche Lust und die weibliche Art, Sex aufregend zu finden. Denn hier ist leider immer noch viel zu oft Aufklärungsbedarf.

Das bedeutet aber nicht, dass ihr euch jetzt einen Lageplan des weiblichen Körpers mit allen wissenschaftlich belegten erogenen Zonen erstellt, um diese dann eine nach der anderen zu bearbeiten. Das ist so wie mit Rosenblätterherzen und zu Schwänen gefalteten Handtüchern auf dem Bett: Das kann funktionieren – muss es aber nicht. Oft ist es eben auch komplett daneben.

Natürlich tickt jede Frau anders. Ist ja auch bei allen Geschlechtern der Fall. Dennoch kann man doch einiges darüber sagen, was bei den meisten Frauen ein Fail ist und was ankommt.

Nehmen wir z.B. das Vorspiel. Denkt nicht, dass ihr Frauen jedes Mal ein stundenlanges Vorspiel präsentieren müsst, nur weil jede Männerzeitschrift behauptet, dass bei Frauen ohne Vorspiel nichts läuft. Das sind Klischees und was davon auf welche Frau zutrifft, steht auf einem anderen Blatt. Oder wollt ihr etwa immer nur Rein-Raus und Blow-Job?

Deshalb hier noch mal für alle: Weniger ist manchmal mehr. Die Hauptsache ist, dass es euch Spaß macht, unsere Lust zu wecken, dass ihr uns begehrt und uns das zeigt. Der Rest geht dann fast wie von selbst. Apropos „fast“ …

Darauf stehen Frauen wirklich beim Sex:

Abwechslung ist ein Zauberwort

Die meisten Frauen lieben Abwechslung im Bett. Und Abwechslung heißt nicht, dass wir jedes Mal eine andere Stellung an einem anderen Ort durchturnen wollen, sondern dass wir Sex mal schnell und dreckig lieben, mal mit viel Zärtlichkeit und Vorspiel de luxe.

Das bitte nicht:
Nichts turnt mehr ab, als das Gefühl, dass der Andere ein Standardprogramm abspult, ohne auf uns und die Situation einzugehen. Ein bisschen knutschen, ein bisschen fummeln und dann sollte sie parat sein – so eher nicht.

Noch ein No-go: Uns aus dem Konzept bringen, indem ihr uns mittendrin fragt, ob wir das „fantastische Schaukelpferd“ oder den „blühenden Wacholder“ aus dem Kamasutra draufhaben, um die dann Schritt für Schritt mit uns nachzuturnen, als wäre es eine Geometrie-Aufgabe. Sex ist kopflos am besten. Einfach fallen lassen, nicht denken und diskutieren.

Das macht jede Stimmung kaputt. Und Stimmung – hier stimmt das Klischee ein wenig – brauchen wir. Abschalten. Mal Job, Alltagsstress und To dos vergessen. Hier muss man erstmal einen Haken hinter machen, bevor es schön schmutzig werden darf.

Sex ist kopflos am besten. Einfach fallen lassen, nicht denken und diskutieren.

Vertrauen an, Kopf aus

Stichwort Vertrauen: Beim Sex wollen wir uns fallen lassen, uns gehen lassen. Dafür müssen wir unserem Gegenüber aber auch vertrauen können, um uns gut und sicher zu fühlen. Der weibliche Orgasmus ist leider nicht mit Knopf bedienbar. Wenn wir den Kopf hingegen ausschalten können, und uns ganz der Erregung hingeben können, dann sieht es mit dem Höhepunkt direkt viel besser aus.

Zweites wichtiges Stichwort: Selbstbewusstsein. Und zwar auf beiden Seiten. Wir selbst müssen uns gut fühlen, aber auch der Gegenpart sollte entspannt sein. Nichts ist erregender als jemand, der sich mit der Situation komplett wohlfühlt und das auch zeigt. Schön: Kreativ sein, nicht immer das Kommando übernehmen, sondern auch mal führen und überraschen lassen. Dazu ein bisschen ‚Dirty Talk‚. Kommt auch oft gut.

Das bitte nicht:
Menschen, die nur für ihr Ego Bestätigung suchen, indem sie einen auf Teufel komm raus zum Orgasmus bringen wollen, und sich wie blöd abrackern, ohne wirklich noch Notiz von uns zu nehmen – das ist wenig sexy. Und: ‚Dirty Talk‘ ist ‚dirty‘, weil er direkt ist und Sprachtabus bricht, nicht weil ihr uns „miese dreckige Schlampe“ nennt.

Performance statt Größe

Hier noch einmal schriftlich für alle Männer, die sich damit immer noch plagen: Uns Frauen ist die Größe nicht wichtig und wir sind auch nicht traurig, wenn er ein, zwei Zentimeter unter der durchschnittlichen Größe misst.

Deswegen bitte merken, und auch wenn das für einige wenig tröstlich ist: Viel wichtiger als die Größe ist zum einen die Performance, sprich: Was ihr mit eurem besten Stück so anstellt.

Hingabe, ja, auch Stehvermögen, sorry, und Rhythmusgefühl machen jeden Zentimeter mehr als wett. Und Übergröße lässt uns weniger in Bewunderung ausbrechen als ihr meint. Wir denken dann eher: Autsch, wo soll der bitte hin?

Das bitte nicht:
Wenn ihr nicht hören wollt, dass wir uns unattraktiv fühlen, dann macht doch nicht das gleiche und zermartert euch wegen der Größe. Es ist nicht unbedingt sexy, wenn ihr beim Vorspiel ständig vor euch hinflucht und euch lautstark aufregt, dass er nicht direkt Gewehr bei Fuß steht. Atmen, entspannen, Ohm.

Ja, auch das: Das Vorspiel

Ja, das ist jetzt keine Riesen-Überraschung: Ein Vorspiel ist in der Tat auf der Wunschliste vieler Frauen – und nicht nur bei Frauen. Klar, beim Quickie darf es gerne wegfallen, aber grundsätzlich ist ein langsames, erotisches Warm-up extrem hot für alle Beteiligten.

Zudem: Wann ist das Vorspiel zu ende und wo fängt für euch Sex an? Letztlich ist doch alles eins, wenn wir uns mal von der etwas altbackenen Vorstellung lösen, dass nur Sex mit Penetration Sex ist. Da geht so viel mehr.

Deshalb wichtig: Sich Zeit nehmen für die Lust und für einander. Knutschen, Streicheln und Stimulieren – das dehnt das Sexspiel aus und wir können die Erregung langsam spüren, steigern und damit spielen.

Was noch anmacht: Wenn alles nicht so bierernst abläuft. Das soll jetzt keine Aufforderung für blöde Witze sein, aber Humor und Gelassenheit war schon immer sexy.

Das bitte nicht:
Wir müssen mal mit einem Irrtum aufräumen: Schmusemusik, Kerzenschein, Rosenblätter auf dem Bett und Champagner mit Erdbeeren sind selbst im Rosamunde Pilcher-Film dieser cringe Moment. Das war es nicht, was wir mit ‚Vorspiel‘ meinten …

Auch wenn Lust im Kopf beginnt: Das alles ersetzt nicht die Stimulation der weiblichen erogenen Zonen. Nur weil man ein bisschen einen auf Romantik macht, bedeutet das nicht, dass man direkt mit der Penetration starten kann. Es sei denn, beide Seiten sind schon erregt und bereit.

Lesetipp: Frauen ab 40: Was wird anders? Und was besser?

Einfach nur begehrt fühlen

Nichts macht einen mehr an, als wenn uns jemand zeigt, dass er uns begehrt. Das Gefühl, für den anderen sexy zu sein, ist einfach unschlagbar gut. Deshalb dürft ihr gerne stürmisch und ungezügelt sein, dreckige Sachen ins Ohr stöhnen, dazu eine Prise Zärtlichkeit – fertig ist die perfekte Mischung für eine heiße Nacht. Wenn sich jemand fast nicht zurückhalten kann vor Lust, ist das mega hot.

Das bitte nicht:
Schön, wenn ihr uns eure Lust und euren Spaß deutlich zeigt und uns ins Ohr haucht, was ihr gerne mit uns anstellen wollt. Aber manchmal dürft ihr dann doch ein Blatt vor den Mund nehmen. Uns vom Sex mit unseren Vorgänger*innen vorschwärmen oder zu sagen: „Ich würde dich gerne im Wäschekeller vernaschen, das hat mit meiner Ex bzw. meinem Ex immer so viel Spaß gemacht.“ Braucht niemand.

Lesetipp: Sex mal (wo)anders: Die besten Orte für Outdoor-Sex

Knutschen, Sabbern, Küsse & mehr

Küsse sind das Salz in der Suppe beim Sex. Gerne über den ganzen Körper verteilt. Eine sehr empfindsame Stelle für heiße Küsse ist der Hals-Nacken-Bereich. Ansonsten ist der Fantasie und den Lippen keine Grenze gesetzt. Jede*r hat hier so seine bestimmten Zonen, die besonders empfindlich sind. Am besten fragen oder austesten.

Kleiner Tipp: Verdammt viele Menschen lieben es, wenn man beim Küssen den Kopf in beide Hände nehmt. Dabei kann man alles um sich herum ausblenden.

Das bitte nicht:
Wenn wir uns nicht danach fühlen, bitte keine Extrawünsche, z.B. Zungenspiele rund um den Anus. Und auch ein Cunnilingus oder Analsex mag großartig sein – wenn beide darauf Lust haben. Und falls das nicht der Fall ist: Bitte keine Diskussionen darüber. Einfach akzeptieren. Das gilt natürlich für beide Seiten.

Spiel, Spaß und Toys: Auch für 2

Frauen finden Sextoys beim Sex nicht wirklich unspannend. Warum immer nur alleine mit dem Vibrator rumturnen? Knapp die Hälfte würde das ein oder andere Toy gerne mal zu zweit ausprobieren. Wenn der*die Partner*in sich hierfür offen zeigt oder gerne auch schon Erfahrungen und Begeisterung parat hat, ist das sehr willkommen.

Wie wäre es mit einem Vibrator für euer Liebesspiel (hier direkt auf Amazon ansehen*), den ihr in unterschiedlichsten Weisen anwenden könnt? Oder direkt mit einer ganzen Lovebox für Paare mit Paar- und Fingervibrator, Massagekerze, Augenbinde und Gleitgel? Testet aus, was euch gefällt.

Bitte nicht:
Bitte nicht mit einem komplett eingerichteten Folterstudio, mit Peitschen, Marterpfahl und Knebel überraschen, wenn ihr hier nicht auf einer Wellenlänge liegt. Sexpraktiken am besten vorher absprechen, wie jeder es gerne mag und wie nicht.

Lesetipp: Good vibrations: 7 geniale Tricks für noch mehr Spaß mit deinem Sextoy

Ein bisschen Wasser darf sein

Tagein, tagaus pflegen wir uns, rasieren uns, riechen wie die Blumen – das muss kein weibliches Vorrecht sein, um es mal so auszudrücken. Man freut sich doch immer, wenn der andere auch gepflegt ist und gut riecht. Das hat einfach was mit Hygiene und Respekt zu tun. Niemand muss sich hier rasieren, trimmen oder parfümieren, wenn er nicht mag. Aber so eine grundsätzliche Sauberkeit ist schon nett.

Das bitte nicht:

Siehe oben.

Lesetipp: Pimp your Sexlife: Mit diesen Tricks wird euer Sexleben richtig hot

Fantasien gemeinsam austesten

Forscher haben sich schon häufiger damit befasst, welche erotische Fantasien Frauen anturnen. Die Top-Fantasie ist demnach laut Statista, Sex mit zwei Männern zu haben. Auch ein Dreier mit zwei Frauen oder Sex an öffentlichen Orten oder Fesselspiele sind eine oft genannte Sexfantasie.

Problem nur: Manchmal bleibt es bei der erregenden Wunsch-Vorstellung. In der Realität sind viele dann doch nicht bereit für die Umsetzung.

Dennoch könnt ihr das Wissen um eure Fantasien nutzen und gemeinsam schauen, inwieweit ihr etwas davon gemeinsam austesten wollt. Da gibt es doch sicher noch mehr Ideen, die gemeinsam gefallen würden. Also lasst eure Fantasien Realität werden.

Das bitte nicht:
Steht bitte nicht direkt mit einer fremden Person im Schlafzimmer, nur weil ihr Lust auf einen Dreier habt. Bei einem Dreier müssen sich alle Beteiligten miteinander wohlfühlen und Lust aufeinander haben. Ohne vorherige Absprache ist das nicht wirklich nice. Also kurz mal vorher drüber reden.

Etwas Wichtiges zum Schluss: Unsere Tipps hier dienen lediglich der Aufklärung zu Themen rund um Sexualität und Liebe. Bei wirklichen Problemen wendet euch an euren Arzt oder eure Ärztin des Vertrauens. Bei all unseren Sextipps sind wir zudem immer darum bemüht, die Diversität der sexuellen Orientierungen zu berücksichtigen und sichtbar zu machen. Unsere Tipps sollen für Menschen aller sexuellen Identitäten und Orientierungen passen.