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Kita: Wenn das Kind morgens weint, sollten Eltern DAS versuchen

Mutter mit jungem Kind steht vor der Kita. Eine Erzieherin wartet auf sie.
© Getty Images

Vorab im Video: Kita-Eingewöhnung: So wird der Start leichter

Beim Abgeben in der Kita fließen morgens Tränen? Lies hier, was Eltern tun können, um den Abschiedsschmerz zu lindern.

Es gibt morgens an der Kita-Tür zwei Szenarien: Entweder das Kind läuft selbstbewusst mit Rucksack auf dem Rücken in den Raum und verabschiedet sich mit einem Kuss oder einem Winken von Mama und Papa.

Oder der Abschiedsschmerz schlägt zu mit Tränen, Festhalten oder herzzerreißendem Schluchzen.

Tränen beim Abschied kommen immer wieder vor

Erfahrene Eltern wissen: Egal wie gut die Kita-Eingewöhnung war oder wie lange sie schon her ist, es wird immer wieder Tage geben, an denen Kinder nicht in die Kita wollen. Auch ich musste das feststellen.

Tränen zum Abschied bedeuten nicht automatisch, dass es dem Nachwuchs in der Kita schlecht geht oder dass die Zeit in der Betreuung keinen Spaß macht.

Manchmal haben Kinder, so wie wir auch, einfach einen miesen Tag und würden sich lieber in die Arme von Mama und Papa kuscheln, als in der Kita zu sein. Das ist vollkommen normal.

Sind Tränen beim Abgeben aber ein Dauerthema, dann sollten Eltern unbedingt das Gespräch mit den Erzieher*innen suchen. Denn manchmal steckt auch mehr hinter den Emotionen.

Auch lesen: Ab wann sollte ein Kind in die Kita? Das sagt die Wissenschaft!

Auch wir Eltern dürfen traurig sein

Ich gebe zu: Wenn ich meinen Sohn schluchzend abgeben muss, bricht mir das jedes Mal ein bisschen das Herz. Und ich habe nicht nur einmal auf dem Parkplatz selbst geweint, sobald ich außer Sichtweite war.

Zum Glück gibt es aber ein paar erprobte Tipps, die nicht nur dem Kind den Abschied an der Kita-Tür erleichtern, sondern auch uns Eltern. Hier kommen die wichtigsten:

1. Keine langen Abschiede

Weinen die Kinder, sollte der Abschied möglichst kurz gehalten werden.

Für Mamas und Papas kann das ganz schön emotional sein, aber es bringt niemanden was, wenn beide (Elternteil und Kind) sich in die Situation hineinsteigern und sich nicht trennen können. Also am besten Augen zu und durch.

Versteht mich nicht falsch: Es geht nicht darum, dass wir Eltern unsere Emotionen immer vor unseren Kindern geheim halten. Eltern, die Gefühle zeigen und sie kindgerecht erklären, machen einen tollen Job.

Nur beim Abgeben an der Kita-Tür sollten wir uns zusammenreißen. Denn unsere Traurigkeit würde unsere Kinder in dieser Situation verunsichern.

2. Weniger Stress am Morgen

Beginnt der Morgen schon stressig, sind Tränen oft vorprogrammiert. Und das sogar schon zu Hause und nicht erst in der Kita.

Deswegen, auch wenn es hart ist, steht am besten etwas früher auf, bereitet die Brotdose in Ruhe vor und macht euch fertig. Vielleicht bleibt dann ja sogar noch ein wenig Zeit, um mit den Kleinen ein Buch zu lesen und entspannt in den Tag zu starten. Entspannte Eltern haben entspannte Kinder.

3. Abschiedsrituale einführen

Führt zum Abschied besondere Rituale ein. Das kann ein einfaches High-Five sein oder ihr malt euch beiden zum Abschied jeweils noch ein Herzchen auf die Hand.

Das kann das Kind dann immer berühren und anschauen, wenn es Mama und Papa vermisst.

Auch lesen: Eingewöhnung Kita: 6 Tipps, die allen den Start erleichtern

4. Andere Bezugspersonen zur Hilfe ziehen

Manchmal liegt die Lösung näher, als man denkt. Ist das Weinen bei Mama an der Kita-Tür immer groß, kann es schon helfen, wenn der Papa den Part übernimmt und die Kleinen wegbringt.

Vielleicht liegt es daran, dass diese den Abschied als weniger emotional empfinden. Egal warum, ausprobieren lohnt sich.

Wenn Papa leider keine Zeit hat, können vielleicht auch Oma und Opa einspringen und die Kleinen zur Kita bringen. Oft fällt der Abschied dann auch nicht so schwer.

5. Einen Trostspender mitnehmen

Ist das Drama an der Kita-Tür groß, oder macht das Kind schon zu Hause Theater, kann es helfen, wenn es einen kleinen Trostspender mit in die Kita nehmen darf.

Das kann das Lieblingskuscheltier, ein Schnuffeltuch oder ein Schal sein, der nach Mama oder Papa riecht. Damit kann das Kind bei Heimweh jederzeit kuscheln und Mama oder Papa ganz nah bei sich haben.

6. Als Eltern selbstbewusstsein sein

Fällt der Abschied schwer, sollte man das Kind bestärken und ihm Selbstvertrauen schenken. Das muss auch die elterliche Körpersprache ausdrücken: Gerade Haltung, aufmunterndes Nicken und Lächeln – auch, wenn es schwer fällt.

Mit einer Power-Pose (gerade, aufrechte Haltung, rausgestreckte Brust) und einem Lächeln senken wir unser Stresslevel und wirken automatisch selbstsicherer. Wir vermitteln Ruhe und Sicherheit, das, was unser Kind in dieser Situation braucht.

7. Auf Ruhe achten

Wie bereits erwähnt, sollte der Morgen möglichst stressfrei beginnen. Das bedeutet auch, dass es vor an der Kita-Tür ruhig zugehen sollte.

Seht ihr, dass dort bereits viele weinende Kinder sind oder viel Trubel herrscht, lohnt es sich etwas weiter abseits zu warten, bis sich die Kids beruhigt haben bzw. im Raum sind.

Fragt in der Kita doch mal nach, wann die meisten Eltern ihre Kinder bringen. Es kann Sinn machen, dass ihr einen früheren oder späteren Bring-Zeitpunkt für euch nutzt. So hat euer Kind mehr Ruhe und kann besser ankommen.

8. Mit Freunden vor der Kita treffen und gemeinsam hineingehen

Weint das Kind häufig beim Abschied an der Kita-Tür, kann es manchmal helfen, sich vorher mit Freunden dort zu treffen und gemeinsam hineinzugehen. Zu Zweit geht vieles einfacher.

Lesetipp: Kindliche Entwicklung: 5 wichtige Fähigkeiten, die Kinder im Kindergarten lernen

9. Geschwisterkinder als Vorbilder

Müsst ihr mehrere Kinder zur Kita bringen, ist es sinnvoll, dass die Kids vorgehen, die mit dem Abschied in der Kita keine Probleme haben. Sie können ein gutes Vorbild sein. Lasst die Geschwister sich an die Hand nehmen und zu Zweit in die Kita gehen. So fällt der Abschied manchmal leichter.

10. Kita-Bücher vorlesen

Als bei uns die Phase kam, in der unser Sohn weinend vor der Kita stand, haben bei uns Kita-Bücher geholfen. Meistens hatten wir sogar morgens noch Zeit, diese zu lesen und durchzuschauen, sodass die „Angst“ vor der Kita weniger wurde.

Bei Thalia findet ihr eine große Auswahl an tollen Kinderbüchern, die einem die Angst vor der Kita nehmen können. Besonders schön ist das Buch „Jetzt gehe ich in die Kita“ von Constanze Kitzing.*

Sprecht mit euren Kindern über den Kita-Abschied

Sprecht mit euren Kindern und versucht herauszufinden, warum die Kleinen nicht mehr in die Kita möchten bzw. warum sie sich jetzt nicht mehr von Mama und Papa trennen wollen.

Das kann in einem Rollenspiel passieren oder auch mal abends im Bett, eng an Mama und Papa gekuschelt. Erkundigt euch auch unbedingt bei den Erzieherinnen und Erziehern, ob es Probleme gab oder gibt.

Außerdem solltet ihr euch beim Abholen immer gerne nachfragen, ob sich das Kind schnell wieder beruhigen lässt und die Tränen schnell getrocknet sind.

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