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Mit diesem Mama-Tipp wird Zähneputzen bei deinen Kindern (fast) zum Kinderspiel

Kleinkind und Mutter putzen sich im Badezimmer gegenseitig die Zähne
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Vorab im Video: Entspanntes Zähneputzen mit (Klein-)Kindern

Zähneputzen bei Kindern ist für viele Eltern der Endgegner. Das muss nicht sein. Mir hat dieser Mama-Tipp richtig gut geholfen.

Jeden Abend das gleiche: Es ist kurz vor sieben am Abend, der Schlafanzug ist ganz ohne Ärger bereits angezogen (Achtung: Ironie!), das Kuscheltier fest umklammert und dann kommt von mir oder dem Papa der eine Satz: „Los geht´s zum Zähneputzen.“

Was dann passiert kennen wohl die meisten Eltern. Von entspanntem Abend ist man jetzt meilenweit entfernt. Das Kind wird bockig, wehrt sich mit Händen und Füßen und entwickelt eine erstaunliche Mischung aus Fluchtinstinkt und Verhandlungsgeschick. Bei uns endete das Zähneputzen lange Zeit in Diskussionen, Frust und meistens in Tränen. Und die flossen nicht nur beim Kind. Das tägliche Badezimmer-Drama nahm seinen Lauf.

Es wurde viel ausprobiert: Leuchtende Zahnbürsten, Zahnputz-Lieder auf dem Handy, das obligatorische Belohnungssystem… Doch irgendwie haben die Lösungsansätze nur kurzweilig funktioniert. Langfristig mussten mein Partner und ich uns dem täglichen Kampf immer wieder stellen.

Ich wollte keine Kämpfe mehr

Irgendwann wollte ich aber nicht mehr kämpfen. Ich wollte nicht jeden Abend und Morgen diskutieren, nicht immer diese Rolle der strengen, genervten oder inkonsequenten Mutter einnehmen. Vor allem aber wollte ich dieses ständige Gefühl loswerden, etwas falsch zu machen.

Also habe ich aufgehört, mein Kind vom Zähneputzen überzeugen zu wollen. Stattdessen habe ich angefangen, es aktiv mit einzubeziehen.

Der Trick, der alles verändert hat

Der Moment, der bei uns wirklich etwas verändert hat, war überraschend unspektakulär. Ich habe meinem Kind die Kontrolle überlassen.

Statt eines bestimmten Ablaufs gab es plötzlich eine Wahl: „Möchtest du heute der Zahnputz-Chef sein oder soll ich das übernehme?“ Mal ist mein Kind seitdem ein Löwe, der seine Zähne für einen großen Auftritt putzt, mal ein Zahnarzt, der ganz genau überprüft, ob meine Zähne sauber sind.

Alles meist unterstützt durch seine obligatorische Zahnputzkrone, die derjenige nur aufsetzen darf, der gerade die Zähne putzt. Denn diese Krone steht symbolisch für die Chef-Position. Das Kind übernimmt die Führung und darf entscheiden. Manchmal ist Mama erst dran und darf die Krone aufhaben, manchmal aber auch mein Kind.

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Warum funktioniert der „Trick“?

Kinder möchten mitbestimmen, ernst genommen werden und vor allem eines: spielen. Für sie ist Zähneputzen kein sinnvoller Bestandteil der Abendroutine, sondern eine Unterbrechung von etwas, das ihnen gerade richtig viel Spaß macht. Sobald daraus jedoch ein Spiel oder eine gemeinsame Aufgabe wird, über die sie mitbestimmen können, verändert sich die Stimmung spürbar.

Ruhe im Alltag entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Verbindung. Und genau die fehlte uns vorher in diesem Moment.

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Was ich dabei über mich gelernt habe

Lange Zeit dachte ich, gute Elternschaft bedeute vor allem, Dinge konsequent durchzuziehen. Heute weiß ich aber, dass sie sich oft ganz anders anfühlt. Gute Elternschaft bedeutet nicht, dass man seine Meinung und sein Denkmuster immer, ja wirklich immer durchziehen muss. Sie ist weicher, kreativer und deutlich weniger perfekt.

Dieser kleine Perspektivwechsel hat unseren Familienalltag spürbar erleichtert. Man muss die Kinder ernst nehmen, sie mit einbeziehen und auch mal genauer hinsehen, warum sie so handeln, wie sie handeln.

Natürlich gibt es auch bei uns zwischendurch noch Abende, an denen es trotzdem nicht reibungslos läuft. Aber meistens stehen wir inzwischen gemeinsam im Bad und sind beide entspannter als früher – und das macht einen riesigen Unterschied.

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