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Sex-Nachbarn & Pizza Funghi: Kuriose Geschichten zur Wohnungssuche

Kuriose Erfahrungen zur Wohnungssuche
Kuriose Erfahrungen zur Wohnungssuche Credit: unsplash.com/Alexander Andrews

Skurrile Geschichten zur Wohnungssuche gibt es viele. Wir haben unsere mal für euch gesammelt – vom Budenhorror bis zur Märchenwohnung mit Happy End.

Inhaltsverzeichnis

Jeder, der schon mal eine neue Bleibe gesucht hat, weiß, wie kurios so eine Wohnungssuche sein kann. Da wären unzählige Mitkonkurrenten, anspruchsvolle Vermieter, arrogante Makler oder auch seltsame WG-Mitglieder. Ganz zu schweigen von der Wohnung selbst, die sich nicht immer als das herausstellt, was sie zu sein scheint.

Wir haben uns deshalb mal bei den Kollegen umgehört, welche Erfahrungen sie schon beim Suchen und Finden einer Wohnung oder WG gemacht haben. Vorhang auf für die kuriosesten Geschichten zur Wohnungssuche.

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Kuriose Erfahrungen zur Wohnungssuche

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1. Keine lauten Paare erlaubt

Nicola, Living-Redakteurin:
Die erste Wohnung, die ich während meines Studiums über eine Anzeige fand, war ein echter Traum. Tatsächlich konnte ich keinen Haken entdecken, sie war genau das, wonach ich gesucht hatte.

Beim ersten Treffen mit dem Vermieter wurde es dann allerdings ein wenig skurril. Während wir zusammen die Wohnung besichtigten, wies er mich auffällig oft darauf hin, dass das Haus sehr hellhörig sei und er unbedingt nach einer ruhigen und rücksichtsvollen Mieterin suche.

Ich versicherte ihm, dass ich keine lauten Hobbies hätte. Auch fragte er mich mehrmals, ob ich wirklich alleine einziehen würde, da die Wohnung nicht für Paare geeignet sei. Nachdem ich eingezogen war, stellte sich dann auch heraus, warum.

Meine Nachbarin erzählte mir, dass die Vormieterin jeden Tag EXTREM lauten Sex gehabt hätte – und zwar mitten in der Nacht, gegen 3 Uhr.

Damit hätte sie wochenlang das gesamte Haus wachgehalten und tyrannisiert, bis der Vermieter sie nach unzähligen Beschwerden freundlich darauf hingewiesen hatte, sich vielleicht eine neue Wohnung zu suchen.

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2. Frau gesucht

Jutta, Video-Redakteurin:
Mein Negativbeispiel zur Wohnungssuche ist mir so unangenehm, dass ich es selten erzähle. Ich war nach dem Abitur zum Studieren nach Berlin gezogen und kam bei Verwandten unter, während ich nach etwas eigenem suchte.

Eines Abends meldete sich jemand auf mein Inserat und bat mir eine Besichtigung noch am selben Abend an. Da hätte ich schon skeptisch werden sollen, aber es war meine erste Wohnungssuche, also wusste ich es nicht besser.

Als ich dort ankam, stellte sich heraus, dass derjenige nicht wirklich ein WG-Zimmer vermietete, sich aber umso offensiver an mich ranmachen wollte. Als ich merkte, was los war, verschwand ich so schnell ich konnte.

Dass es Menschen gibt, die Frauen auf Wohnungsseiten abgreifen und ausnutzen wollen, jagt mir bis heute einen Schauer über den Rücken.

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3. Welche Pizza wärst du?

Brit, studentische Aushilfe (Onmeda):
Meine allererste WG-Besichtigung in Köln wird mir wohl immer in Erinnerung bleiben. Kaum hatte ich mich dazu entschieden, in der Domstadt zu studieren, raubte diese nachhaltig verstörende Begegnung die Hoffnung auf eine „normale“ Unterkunft.

Diese WG-Besichtigung glich nämlich eher einem kuriosen Bewerbungsgespräch als einem netten Kennenlernen. Fragen wie „Was ist deine Lieblingsblume“ und „Was war dein bisher peinlichstes Erlebnis?“ waren noch harmlos. Kurz suchte ich wirklich nach einer versteckten Kamera.

Leider schienen meine potentiellen Mitbewohner bereits nach kurzer Zeit das Interesse an mir verloren zu haben. Auf die Frage „Wenn du eine Pizza wärst, welche Pizza wärst du dann am liebsten?“ antwortete ich nämlich ganz spontan mit meiner Lieblingspizza Prosciutto Funghi.

Ob es nun daran lag, dass ich mich als Nicht-Vegetarierin entpuppt hatte oder ich die Frage falsch interpretiert hatte, werde ich wohl nie erfahren. Ich war viel zu perplex, als man mich kurzerhand aus der Wohnung bugsierte. Die „Vibes“ würden nicht stimmen. Na gut. Fand ich auch.

4. Es ist eine „Unterkunft“

Nicole, Food- und DIY-Redakteurin:
Für meinen Master in Bayreuth musste ich eine halbe Deutschlandreise zurücklegen. Meine Hoffnung auf einen Platz im Wohnheim wurde drei Wochen vor Uni-Beginn zunichte gemacht. Ein Schock. So kurz vor Semesteranfang waren alle Wohnungen und WGs auf Onlineseiten bereits vergeben.

Also habe ich sämtliche Zeitungsannoncen abgeklappert. Die erste Wohnung, die ich mir ansehen durfte (perfekte Lage, günstig und vollmöbliert, Jackpot, dachte ich), war gleichzeitig die schlimmste Wohnung, die ich je gesehen habe.

Wohnraum und Bad waren über einen Hofflur getrennt. Direkt vorm Badezimmer standen die Müllcontainer für die gesamte Hausgemeinschaft. Das Bad war so klein, dass man sich kaum drehen konnte. Der Boden der Dusche war ungefliest und ungelogen komplett mit Erde bedeckt.

Das Zimmer selbst war nicht viel besser. Hier standen ein altertümlicher Schrank und ein Holzbett, das aussah, als seien darin schon mehrere Menschen verendet. Die Herdplatte stand direkt auf dem losen Einbaukühlschrank. Eine Arbeitsfläche gab es nicht.

Ich war sprachlos. Das merkte offenbar auch die Vermieterin. „Es ist eine Unterkunft„, sagte sie wie zur Entschuldigung. Ich lehnte höflich ab und war den Rest des Tages völlig bestürzt, weil irgendjemand in der Not wahrscheinlich trotzdem die Wohnung nehmen würde.

Was mich angeht: Ich habe bei der ersten Wohnung zugeschlagen, die ich kriegen konnte. Die lag weit ab vom Schuss, aber ich war einfach nur froh, nicht in diesem Loch leben zu müssen.

So verrückt kann die Wohnungssuche sein
Credit: unsplash.com/Erol Ahmed

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5. Sympathie zahlt sich aus

Nicole, immer noch Food- und DIY-Redakteurin:
Ich bin in meinem Leben so oft umgezogen, dass ich auch irgendwann mal gute Erfahrungen bei der Wohnungssuche machen musste. Reine Statistik.

Bei der Suche nach einer Wohnung in Bonn wäre ich fast verrückt geworden. Weil ich, autolos wie ich bin, darauf angewiesen war, eine Bleibe mit schneller Anbindung zum Hauptbahnhof zu haben, fielen günstige Wohnungen im Außenbezirk der Stadt für mich aus.

Also auf in den Kampf mit anderen Pendlern und Studenten – Hallo Gruppentermine! Mein kuriosestes Erlebnis war hier eine Maklerin, die sich im Keller hoffnungslos mit uns 30 Mann im Schlepptau verlaufen hatte und nicht einmal wusste, ob es sich bei der Wohnung um eine Neusanierung handelte und wenn ja, wie viele Quadratmeter es denn nun waren. Beschämend!

Dann fand ich eine Wohnung, die preislich fair und absolut super war. Bei der Besichtigung kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus und schwärmte schon vor meiner Schwester davon, wie ich das Ganze einrichten würde.

Natürlich waren wir auch hier nicht die einzigen Besucher. Zwar gab ich meine Unterlagen bei dem Vermieterpaar ab, rechnete mir aber keine allzu großen Chancen ein. Nicht mit meinem befristeten Vertrag und dem mickrigen Gehalt. Mein Vater musste sogar in einer Schufa-Auskunft für mich bürgen.

Umso verblüffter war ich, als ich am nächsten Abend eine Zusage für die Wohnung bekam. Ich sei so sympathisch und begeistert gewesen, dass sich die Vermieter trotz der finanziell besser aufgestellten Konkurrenz für mich entschieden hatten. Denn jemand, der die Wohnung zu schätzen wisse, sei ihnen zehnmal lieber.

Ich kann gar nicht sagen, wie happy ich war. Und dankbar. Dafür, dass es doch noch menschliche Vermieter gibt, die nicht nur an den Zahlen interessiert sind. Deshalb kann ich jedem raten, seine Begeisterung für eine Wohnung bei einer Besichtigung zu zeigen und ehrlich zu sein.

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6. Schwangerschaftstest, bitte!

Jane, Fitness- und Gesundheitsredakteurin:
Einer guten Freundin ist bei der Wohnungssuche eine absolute Frechheit widerfahren.

Sie hat sich auf eine Wohnungsanzeige gemeldet und brav beworben, wie man das heutzutage eben macht. Kurz darauf bekam sie eine Antwort und hatte zunächst ein gutes Gefühl. Das allerdings hielt nicht lange an.

Als sie darauf hingewiesen wurde, dass in dem Objekt in den kommenden zwei Jahren keine Kinder erwünscht seien, wurde sie zurecht stutzig. Zwar hat sie noch kein Kind und auch keines in Planung, aber das ist eine echt fragwürdige Aussage eines möglichen Vermieters. Doch der Knaller kommt erst noch!

In einer weiteren Nachricht wurde sie darum gebeten, einen anonymen Schwangerschaftstest bei einer „angehenden Frauenärztin“ zu machen!

Nicht mal im Bewerbungsgespräch um einen Job ist die Frage erlaubt, ob man schwanger ist. Ich bin immer noch wahnsinnig sauer und hoffe, dass meine Freundin einen Anwalt einschaltet.

Hinweis: Durch das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ist ganz klar geregelt, dass auch ein Vermieter nicht das Recht hat, persönliche Daten wie Schwangerschaften, Gesundheitszustand, Religion oder die sexuellen Neigungen zu erfragen.

7. Schicksalswohnung über Umwege

Anna, Chefredakteurin:
Ich gebe zu, ich habe hohe Ansprüche, was die Wohnung angeht. Das liegt vor allem daran, dass ich über 10 Jahre in einer Wohnung im Bonner Zentrum gewohnt habe, die ich aus vollem Herzen geliebt habe.

Kein Wunder also, dass es mir das Herz gebrochen hat, als mein Vermieter mir gesagt hat, dass er Eigenbedarf für die Wohnung anmelden möchte – netterweise ein Jahr im Voraus.

15 Wohnungen haben mein Freund und ich uns in den nächsten Monaten angeschaut. Immer perfekt vorbereitet mit Bewerbermappe und allem Pipapo – anders geht es heute ja nicht mehr. Doch bei keiner der 15 Wohnungen haben mein Herz und mein Bauch gesagt: Die ist es!

Bei Ebay Kleinanzeigen fand ich sie dann: Die perfekte Wohnung! 100 qm, lichtdurchflutet, Terrasse, Küche, Tageslichtbad und Gästebad und das alles erschwinglich. Noch dazu genau gegenüber der neuen Wohnung meines besten Freundes. Es wirkte tatsächlich zu schön, um wahr zu sein. Doch nach drei Wochen hatten wir einen Besichtigungstermin.

Wir waren etwas zu früh dran und warteten vor der Haustür. Und entschuldigt bitte, wenn es kitschig wird, aber plötzlich kam ein Eichhörnchen sehr nah an uns heran. Ihr müsst wissen, dass mein Vater vor etwas mehr als zwei Jahren plötzlich verstorben ist und mir seit seinem Tod in wichtigen Situationen immer Eichhörnchen begegnen. Als würde er sagen wollen, dass er da ist. In dem Moment wusste ich: Das ist unsere Wohnung.

Doch mein gutes Gefühl wurde fast augenblicklich wieder zerstört, als ein anderes Paar auf die Tür zusteuerte. Ein Sammeltermin. Bei der Besichtigung hat sich mein ungutes Gefühl verstärkt. Wir waren auf dem Abstellgleis. Das andere Paar umgarnte die Vermieterin und es war klar, wem sie den Vorrang geben würde.

Umso schlechter war meine Laune am Abend. So schlecht, dass ich darüber nachdachte, einen beruflichen Termin zu canceln, für den ich am folgenden Sonntag nach Berlin fliegen sollte. Ich war einfach richtig traurig. Doch mein Pflichtgefühl war größer.

Als ich am nächsten Tag am Gate aufs Boarding wartete, klagte ich meinem Freund per WhatsApp mein Leid. Ich hing immer noch der Wohnung hinterher und konnte den Gedanken an das Eichhörnchen nicht abschütteln. Ich glaube einfach an so etwas.

Als ich vom Handy aufschaute, um kurz den Blick über die Passagiere schweifen zu lassen, traf mich der Blitz. Auf einer Bank gegenüber saß doch tatsächlich die Vermieterin, die uns am Tag zuvor die Wohnung gezeigt hatte! Ich schrieb augenblicklich meinem Freund.

Wenn man zufällig die Vermieterin trifft
Credit: gofeminin

Als das Gate öffnete, fasste ich mir ein Herz und sprach sie an. Die Vermieterin war ebenso überrascht wie ich und sagte, dass sie gerade noch meine Nachricht gelesen hätte, dass wir noch Interesse hätten. Wir kamen ins Gespräch und sie fragte mich, warum wir die Wohnung möchten und ich sagte, dass sie genauso sei, wie wir uns erhofft hatten.

Aber noch schöner sei, dass unsere besten Freunde, die ein Baby erwarten würden, gegenüber eingezogen seien. Den ganzen Flug über dachte ich über diesen riesigen Zufall nach und ob nicht jemand von oben die Finger im Spiel gehabt haben könnte.

Nach der Landung kam die Vermieterin auf mich zu: „Wissen Sie, ich glaube an Schicksal. Und das mit ihren Freunden ist einfach wunderschön. Ich möchte Ihnen die Wohnung geben.“

Wir wohnen jetzt seit 1,5 Jahren in unserer Traumwohnung und haben mehrmals die Woche Besuch vom kleinen Fred und seinen Eltern. Und jedes Mal, wenn ein Eichhörnchen über die Terrasse huscht, sage ich ganz leise „Danke“.