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Vergiss Unkrautvlies! Probier‘ lieber den Mulch-Trick gegen Unkraut

Hand schneidet Unkrautvlies für Staudenbeet.
© Adobe Stock, Canva

Mulchen: Was ist das überhaupt?

Unkraut im Garten nervt, keine Frage. Doch statt Unkrautvlies zu verlegen, solltest du besser auf eine andere Methode setzen. Lies hier, warum.

Es klingt so verlockend: Einmal Unkrautvlies verlegen und nie wieder Unkraut jäten. Doch die Realität sieht wie immer anders aus. Unkrautvlies oder Unkrautfolie ist keine Wunderwaffe gegen Löwenzahn, Hahnenfuß & Co. und hat dazu entscheidende Nachteile für deinen Garten.

Ich erkläre dir, warum du es gerade bei Staudenbeeten nicht verwenden solltest und welche Alternative viel besser geeignet ist, um Unkraut und Pflegeaufwand im Garten zu reduzieren.

Warum Unkrautvlies keine gute Idee ist

Es gibt gleich mehrere Gründe, warum Unkrautvlies nicht bei dir einziehen sollte:

1. Dein Boden kann nicht mehr richtig arbeiten

Ein gesunder Gartenboden ist ein kleines Ökosystem. Regenwürmer, Mikroorganismen und Luft sorgen dafür, dass die Erde locker und fruchtbar bleibt. Liegt ein Vlies darüber, wird dieser Austausch gestört. Der Boden wird mit der Zeit härter und verliert an Lebendigkeit. Das ist schlechte für Pflanzen und Tiere.

2. Unkraut kommt trotzdem zurück

Viele glauben, mit Vlies sei das Problem erledigt. Leider nein. Mit der Zeit sammelt sich auf dem Material eine dünne Erdschicht. Genau darin keimen neue Samen. Das Unkraut wächst dann einfach auf dem Vlies weiter. Jäten musst du also trotzdem.

3. Jäten wird komplizierter

Wenn sich Wurzeln durch das Vlies arbeiten, wird das Entfernen viel mühsamer. Oft reißt du nur den oberen Teil der Pflanze ab und die Wurzel bleibt im Boden.

4. Stauden werden ausgebremst

Stauden sind keine stillen Gartenbewohner. Sie wandern, treiben neue Triebe und versamen sich. Ein Vlies wirkt dabei wie eine künstliche Barriere und bremst ihre natürliche Entwicklung. Beete werden durch Unkrautvlies- oder Folie also weniger üppig.

5. Nachpflanzen wird zum Geduldsspiel

Willst du später neue Pflanzen setzen, musst du das Vlies jedes Mal aufschneiden. Mit der Zeit entstehen immer mehr Löcher und ausgefranste Stellen. Das Beet sieht schnell unordentlich aus.

Mulchen ist viel besser

Setze statt auf steriler Folie auf Mulch auf den Beeten. Eine gute Mulchschicht hält Unkraut klein, schützt den Boden und verbessert sogar langfristig die Erde.

Mulchen: Was genau passiert dabei?

Beim Mulchen bedeckst du die Erde mit einer ausreichend dicken Schicht aus organischem oder mineralischem Material. Das kann zum Beispiel sein:

  • Rindenmulch
  • Holzhäcksel
  • Laub
  • Rasenschnitt
  • Lavamulch
  • Kies oder Splitt

Diese Schicht wirkt im Garten wie eine schützende Decke. Sie hält Feuchtigkeit im Boden, weil weniger Wasser verdunstet. Gleichzeitig verhindert sie, dass Unkrautsamen genügend Licht bekommen. Viele Keimlinge schaffen es gar nicht erst durch die Mulchschicht.

Frau mulcht ihren Garten.
Rindenmulch ist organischer Mulch. Er eignet sich für halbschattige oder schattige Beete. Credit: Adobe Stock

Organischer Mulch hat noch einen zusätzlichen Vorteil: Er verrottet langsam und wird von Bodenlebewesen in Humus verwandelt. Dein Boden wird dadurch lockerer und fruchtbarer.

Welcher Mulch passt zu deinem Beet?

Nicht jeder Mulch funktioniert überall gleich gut. Entscheidend sind Standort, Boden und Pflanzen.

Organischer Mulch wie Rindenmulch für schattige Staudenbeete

Wenn dein Beet eher halbschattig oder schattig liegt und der Boden frisch bis feucht ist, funktioniert organischer Mulch besonders gut.

Typische Pflanzen in schattigen Beeten sind zum Beispiel:

  • Funkien
  • Farne
  • Astilben
  • Frauenmantel
  • Storchschnabel
  • Hortensien

Hier sorgt Rindenmulch dafür, dass die Erde länger feucht bleibt und sich langsam verbessert.

So gehst du vor:

  1. Entferne zuerst gründlich das Unkraut.
  2. Lockere den Boden leicht auf.
  3. Arbeite bei Bedarf etwas Kompost ein.
  4. Verteile anschließend 5 bis 7 Zentimeter Rindenmulch im Beet.
  5. Achte darauf, dass der Mulch nicht direkt an den Pflanzenstängeln liegt.

Mineralischer Mulch wie Lava, Kies oder Splitt für sonnige Beete

Liegt dein Beet in der vollen Sonne und der Boden ist eher trocken, passt mineralischer Mulch oft besser.

Typische Pflanzen für sonnige Standorte sind:

  • Lavendel
  • Salbei
  • Katzenminze
  • Fetthenne
  • Thymian
  • Ziergräser

Diese Pflanzen mögen Wärme und durchlässige Böden. Lavamulch oder Splitt speichern Wärme und sorgen dafür, dass sich keine Staunässe bildet.

So bringst du mineralischen Mulch aus:

  1. Entferne zuerst das Unkraut gründlich.
  2. Lockere den Boden gut auf.
  3. Bei schweren Böden kannst du etwas Sand oder Splitt einarbeiten.
  4. Pflanze deine Stauden.
  5. Verteile danach 3 bis 5 Zentimeter Lava, Kies oder Splitt im Beet.

Mulch kannst du auch selbst herstellen

Du musst übrigens nicht immer zum Sack aus dem Gartencenter greifen. Viele Gartenabfälle eignen sich hervorragend als Mulch.

Zum Beispiel:

  • Rasenschnitt
  • gehäckselte Äste
  • Herbstlaub

Diese Materialien kannst du im Komposter sammeln. Wenn sie klein gehäckselt sind, verrotten sie schneller.

Wann solltest du mulchen?

Mulchen funktioniert fast das ganze Jahr über.

Im Frühjahr hält die Mulchschicht Unkraut klein und schützt den Boden vor Austrocknung. Im Sommer bleibt die Erde länger feucht. Im Herbst und Winter wirkt Mulch wie eine isolierende Decke und schützt die Wurzeln vor Frost.

Wichtig ist nur, dass junge Pflanzen bereits eine gewisse Größe erreicht haben. Sie sollten etwa 10 Zentimeter hoch sein, bevor du sie mulchst.

Mulch statt Unkrautvlies

Unkrautvlies klingt im ersten Moment wie die einfache Lösung. Besonders in Staudenbeeten zeigt sich aber schnell, dass es selten hält, was es verspricht.

Mit Mulch machst du es deinem Garten deutlich leichter. Du hältst Unkraut in Schach, schützt den Boden und sorgst dafür, dass deine Pflanzen kräftig wachsen.

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