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Zungenpiercing: Das solltet ihr vor dem Stechen wissen

Alle Infos zum Zungenpiercing
Alle Infos zum Zungenpiercing Credit: Getty Images

Ihr überlegt euch ein Zungenpiercig zuzulegen? Von Schmerzen und Kosten bis hin zu Risiko und Pflege: Wir haben alle Infos für euch, die ihr vor dem Stechen wissen solltet.

Inhaltsverzeichnis

In den letzten Jahren hat sich im Piercing-Bereich so einiges getan. Neben den altbewährten Klassikern wie Bauchnabel-, Nasen- oder Augenbrauenpiercing gibt es mittlerweile auch neue und extrem ausgefallene Piercings, die für einen echten Hingucker sorgen.

Ein Piercing, das seinen absoluten Trend-Höhepunkt in den 90er Jahren hatte, aber auch heute noch zu den beliebtesten Piercingarten überhaupt zählt, ist das Zungenpiercing. Wie der Name bereits verrät, handelt es sich beim Zungenpiercing um Körperschmuck in der Zunge.

Doch Zungenpiercing ist nicht gleich Zungenpiercing. Wir zeigen euch, welche verschiedenen Varianten es gibt, welche Risiken bestehen und was ihr sonst noch vor dem Stechen wissen müsst.

Zungenpiercing: Diese verschiedenen Arten gibt es

Das klassische Zungenpiercing, das sich in der Zungenmitte befindet, kennt fast jeder. Doch wusstet ihr, dass es zahlreiche Stellen an der Zunge gibt, die man sich piercen lassen kann? Hier kommen die verschiedenen Varianten:

Klassisches Zungenpiercing
Das bekannteste Zungenpiercing ist ein Piercing, das vertikal in der Mitte der Zunge sitzt. In der Regel wird ein Stab mit Kugel (Barbell) als Schmuck verwendet, der eine Länge von ca. 16 mm und eine Stabstärke von 1,2 bis 1,6 mm besitzt.

Venom Piercing
Wem das einfache Zungenpiercing zu langweilig ist, der kann zum Beispiel mehrere Piercings neben- oder hintereinander tragen. Das sogenannte Venom Piercing ist ein Doppel-Piercing, bei dem jeweils ein Piercing rechts und eins links senkrecht durch den Zungenmuskel gestochen wird.

Scoop Piercing
Das Scoop Piercing sieht auf den ersten Blick aus wie das Venom Piercing. Allerdings handelt es sich beim Scoop lediglich um ein oberflächliches Piercing, das nicht durch den Zungenmuskel, sondern nur durch die Haut der Zunge gestochen wird.

Das Oberflächenpiercing ist in der Regel bereits nach zwei Wochen verheilt. Allerdings kann es vor allem beim Essen stören und auch die Geschmackswahrnehmung kann beeinträchtigt sein. Als Piercingschmuck wird meist ein um 90 Grad gebogener Surface Bar mit abgeflachter Kugel eingesetzt.

Zungenbändchen Piercing
Eine weitere Variante des Zungenpiercings ist das Zungenbändchen Piercing, auch als Marley Piercing bekannt. Hierbei wird das kleine Bändchen, Frenulum, (ähnlich wie beim Smiley Piercing) unterhalb der Zunge durchstochen. Da der Schmuck ständig in Kontakt mit den unteren Zähnen und dem Zahnfleisch kommt, können Schäden an den Zähnen entstehen. Außerdem besteht das Risiko, dass das Bändchen, zum Beispiel beim Essen, ein- oder abreißt.

Als Schmuck wird meist ein Bananabell, ein Klemmkugelring, ein Hufeisen Piercing oder ein Straight Barbell eingesetzt. Damit der Schmuck im Mund nicht stört, sollte er möglichst klein ausfallen.

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Snake Eyes Piercing
Nicht nur die Zungenmitte kann durchstochen werden, auch die Zungenspitze kann mit einem oder mehreren Piercings geschmückt werden. Da das Piercing bei herausgestreckter Zunge an einen Schlangenkopf erinnert, wird diese Variante als „Snake Piercing“ bezeichnet.

Das Snake Eyes Piercing ist leider nicht ganz ungefährlich und wird von einigen Piercern sogar abgelehnt. Nicht nur dass der Heilungsprozess sehr langwierig sein kann, es kann auch zu Behinderungen beim Sprechen (Lispeln), Geschmacksirritationen und Zahnschäden kommen.

Wichtig: Egal, um welches Piercing es sich handelt, ihr solltet immer darauf achten, ein professionelles Piercingstudio und einen erfahrenen Piercer zu wählen. Wird das Piercing unfachgemäß gestochen, kann es zu schlimmen Entzündungen kommen.

Gerade beim Zungenpiercing muss der Piercer darauf achten, die richtige Position des Piercings zu finden, damit die Zähne nicht beschädigt werden sowie das Zungenbändchen nicht zu verletzen. Außerdem können bei unfachmäßiger Vorgehensweise Beschädigung der Geschmacksnerven oder Sprachstörungen auftreten.

So wird ein Zungenpiercing gestochen

Bevor es ans eigentliche Stechen geht, wird zunächst der Mund mithilfe einer desinfizierenden Mundspülung gereinigt und die gewünschte Piercingstelle markiert.

Danach wird die herausgestreckte Zunge mit einer Klemmzange fixiert, um zu verhindern, dass sie beim Stechen in den Mund zurückgezogen wird. Nun wird die Zunge (meist von unten nach oben) mit einer speziellen Nadel durchstochen und der Piercingstab eingesetzt.

Direkt nach dem Stechen schwillt in der Regel die Zunge an. Aufgrund der Schwellungen ist es wichtig, dass der Piercer zunächst einen etwas längeren Stecker einsetzt. Ist der Schmuck zu kurz, kann das Piercing starken Druck und Schmerzen auf die Wunde ausüben. Ist der Stab allerdings zu lang, stört er nicht nur beim Kauen, sondern kann auch die Zähne beschädigen.

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Zungenpiercing: Wie schmerzhaft ist das Piercen?

Die Schmerzen eines Zungenpiercings hängen natürlich ganz davon ab, wie stark das eigene Schmerzempfinden ist. Da die Zunge relativ dick und mit vielen Nerven durchzogen ist, ist das Durchstechen allerdings nicht ganz so schmerzfrei wie zum Beispiel bei einem klassischen Ohrloch, bei dem lediglich durch Haut gestochen wird. Die gute Nachricht: Das Piercen ist in der Regel nach wenigen Sekunden bereits überstanden.

Mögliche Risiken eines Zungenpiercings

Da bei allen Piercings, egal ob Bauchnabel-, Ohr- oder Lippenpiercing, Gewebe durchstochen und ein Fremdkörper eingesetzt wird, können gewisse Komplikationen wie Entzündungen, Infektionen oder allergische Reaktionen nie vollkommen ausgeschlossen werden.

Auch ein Zungenpiercing ist nicht ganz ungefährlich. Neben Entzündungen und Co. können bei diesem Piercing nämlich folgende Probleme auftreten:

Zahn- und Zahnfleischschäden
Das größte Risiko bei einem Zungenpiercing besteht darin, die Zähne, den Zahnschmelz und das Zahnfleisch zu beschädigen. Das Piercing kommt nämlich ständig in Berührung mit den Zähnen – sei es durch Sprechen, Kauen oder durch ein Herumspielen mit dem Piercing.

Dadurch kann sich der Zahnschmelz mit der Zeit abreiben oder es bilden sich feine Risse. Und ist der Zahnschmelz erst einmal geschädigt, sind auch Zähne anfälliger und empfindlicher.

Zudem können durch ein Zungenpiercing Zahnecken abbrechen, Zahnhälse und -wurzeln verletzt werden oder sich sogar Zähne verschieben, z.B. wenn man an der Kugel mit den Schneidezähnen „nuckelt“.

Um Zahnschäden zu vermeiden, sollte man auf Metallschmuck verzichten und stattdessen zu Schmuck aus Kunststoff greifen. Hier besteht zwar das Risiko, dass die Plastikkugeln durchgebissen und öfter ausgetauscht werden müssen, die Zähne werden allerdings nur selten beschädigt.

Sprachfehler (Lispeln)
Neben Zahnschäden kann es durch ein Zungenpiercing auch zu Sprachfehlern kommen, da der Schmuck im Mund die Beweglichkeit der Zunge einschränken kann. Dadurch können einzelne Buchstaben, z.B. das „S“ in manchen Fällen nicht mehr richtig ausgesprochen werden.

Geschmacksverlust
An der Zunge befinden sich zahlreiche Geschmacksnerven, die beim Piercen beschädigt werden können. Je nachdem an welcher Stelle das Piercing gestochen wird, kann es in seltenen Fällen zu einem Geschmacksverlust oder zu einer Verminderung der Intensität von Geschmacksrichtungen kommen. Besonders riskant gilt hier das Venom Piercing, da seitlich der Zunge die meisten Nerven liegen.

Lesetipp: Rook-Piercing: Das musst du über das angesagte Ohrpiercing wissen

Zunge piercen: So können Risiken vermieden werden

Um Zahnschäden und Co. zu vermeiden, solltet ihr euch an folgende Dinge halten:

  • Zungenpiercing von einem professionellen Piercer stechen lassen
  • Schmuck aus Kunststoff wählen
  • Nicht mit dem Piercing im Mundraum herumspielen
  • Sogenanntes „Nuckeln“ vermeiden. Heißt: Piercingkugel nicht mit den Schneidezähnen festhalten
  • Kein Klappern mit dem Piercing an den Zähnen
  • Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt, um Schäden frühzeitig zu erkennen
  • Bei Zahnschäden: Zungenschmuck entfernen

Zungenpiercing entzündet: Was tun?

Entzündungen kommen bei Zungenpiercings in der Regel eher selten vor. Dennoch kann es immer mal wieder dazu kommen – zum Beispiel, wenn das Piercing starkem Druck oder Reibung ausgesetzt ist. Daran erkennt ihr, dass euer Piercing entzündet ist:

  • Die Einstichstelle ist gerötet, eitert und es tritt Wundflüssigkeit aus
  • Die Zunge ist angeschwollen und schmerzt
  • Die Lymphknoten am Hals sind angeschwollen
  • Auf der Zunge bildet sich weißer Belag

Ist euer Zungenpiercing entzündet, solltet ihr unbedingt die Finger weglassen und auf keinen Fall daran herumspielen. Außerdem kann es helfen, abgekühlten Kamillentee zu trinken, auf säurehaltige, scharfe und milchhaltige Lebensmittel zu verzichten und nur wenig zu sprechen, sodass das Piercing zur Ruhe kommt.

Werden die Beschwerden nach zwei Tagen nicht besser, solltet ihr das Piercingstudio oder einen Arzt aufsuchen. Lest dazu: Piercing entzündet: Was du tun kannst und wann du zum Arzt solltest.

Kosten: Wie teuer ist das Stechen eines Zungenpiercings?

Die Kosten des Zungenpiercings hängen natürlich zunächst ganz davon ab, für welches Zungenpiercing ihr euch entscheidet. Außerdem variieren die Preise von Studio zu Studio und Region zu Region. Für das klassische Zungenpiercing müsst ihr in der Regel mit etwa 50 bis 80 Euro rechnen.

Neben dem eigentlichen Stechen ist oftmals auch schon der Erstschmuck sowie die Piercingpflege im Preis enthalten. Am besten ihr informiert euch vor dem Piercingtermin über die Kosten, die auf euch zukommen. Viele Piercingstudios besitzen eine Website, auf der ihr in der Regel eine Preisübersicht findet.

Zungenpiercing: Alles zur Heilung und richtigen Pflege

Das Zungenpiercing ist in der Regel innerhalb von vier bis acht Wochen abgeheilt. In manchen Fällen kann es aber auch länger dauern. Damit beim Abheilungsprozess keine Probleme auftreten, sollte auf eine gute Pflege nach dem Stechen geachtet werden.

  • Piercing nicht mit den Fingern berühren. Wenn es doch sein muss: Hände vorher gründlich desinfizieren.
  • In den ersten Tagen möglichst wenig sprechen.
  • Mund nach jedem Essen mit einer speziellen Mundspülung desinfizieren, um das Ansammeln von Bakterien zu vermeiden.
  • Zähne regelmäßig putzen. Aber bitte vorsichtig, um das Piercing nicht versehentlich herauszureißen.
  • Bis zur vollständigen Abheilung, mindestens aber die ersten sieben Tage nach dem Stechen, auf Nikotin und Alkohol verzichten.
  • Ebenso säurehaltige und scharfe Lebensmittel sowie Milchprodukte in der ersten Zeit meiden, um Reizungen zu vermeiden. Am besten eignet sich flüssige bzw. breiige Nahrung.
  • Vorsicht beim Küssen und Oralverkehr.
  • Gegen Schwellungen helfen Eiswürfel und kalte Kamillen- und Salbeitees.

Frisches Zungenpiercing: Was kann ich essen?

Um frisch gestochene Zungenpiercings nicht zu reizen oder durch Reibung zu belasten, sollte in den ersten Tagen bzw. Wochen auf bestimmte Lebensmittel verzichtet werden.

Dazu zählen zum Beispiel scharfe Lebensmittel, stark gewürzte Mahlzeiten, aber auch Milchprodukte jeglicher Art (Joghurt, Quark, Käse, usw.), denn die enthalten sehr viele Bakterien, die die Wunde im Mund entzünden können. Ebenfalls negativ auf die Wundheilung wirken sich säurehaltige Produkte sowie Fruchtsäuren aus. Außerdem solltet ihr sehr heiße und sehr kalte Lebensmittel vermeiden.

Ist die Zunge anfangs noch angeschwollen, wird empfohlen auf breiige und flüssige Nahrung (Suppen, Babyprei, püriertes Gemüse) umzusteigen.

Zungenpiercing: Welcher Schmuck ist geeignet?

Ist das Piercing im Mund vollständig abgeheilt, kann der Erstschmuck, der beim Stechen eingesetzt wurde, beim Piercer durch anderen Schmuck ausgetauscht werden.

Da es verschiedene Arten von Zungenpiercings gibt, gibt es natürlich auch verschiedene Schmuckarten.

Bei klassischen Piercings in der Zunge wird in der Regel ein Barbell (ein Stab, an dem sich oben eine größere und unterhalb eine kleinere Kugel befindet) mit einer Länge von ca. 16 mm und einer Stabstärke von etwa 1,2 bis 1,6 mm verwendet. Die Dicke der Kugel misst meist 5 bis 6 mm. Empfohlen wird außerdem ein Schmuckstück aus Bioflex (PTFE) mit einer Kugel aus Kunststoff, um Zahnschäden zu vermeiden. Was die Farbe und das Design betrifft, könnt ihr ganz individuell nach eurem Geschmack wählen.

Bei seitlichen Zungenpiercings wird häufig auch ein Ring als Schmuckstück eingesetzt.

Wächst das Piercing zu, wenn ich es herausnehme?

Wie schnell ein Piercing zuwächst, sobald man es entfernt, hängt ganz davon ab, an welcher Stelle das Piercing sitzt oder wie lange man es getragen hat. Die meisten Piercings, besonders solche auf der Haut, hinterlassen in der Regel nach dem Herausnehmen eine kleine Narbe bzw. ein kleines Einstichloch.

Wenn ihr euer Zungenpiercing herausnehmen müsst, zum Beispiel aufgrund einer Operation, solltet ihr wissen, dass das Einstichloch in den meisten Fällen schon nach wenigen Tagen wieder zuwächst, da die Zunge ein gut durchbluteter Muskel ist.

Quellen & weitere Informationen zu gesundheitlichen Risiken des Piercings:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.