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Pickel ausdrücken: Hautexpertin erklärt, worauf es ankommt

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4 fatale Fehler beim Pickel ausdrücken

Im Video erfährst du, wie du Pickel NICHT ausdrücken solltest

Pickel ausdrücken – für die einen ist das purer Ekel, für die anderen echte Befriedigung. Doch sollte ich Pickel überhaupt ausdrücken und wenn ja, wie? Eine Hautexpertin hat wertvolle Tipps parat.

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Es ist einfach zu verlockend: Statt zu warten, bis sie von selbst verschwinden, wollen viele von uns die unschönen Pickel sofort ausdrücken. In der Hoffnung, dass sich das Problem dann in Sekundenschnelle in Luft auflöst (Spoiler vorab: Tut es natürlich nicht). Und mal ehrlich: Für viele von uns ist das Ausquetschen auch ein sehr befriedigendes Gefühl, aber dazu später mehr.

Obwohl wir es besser wissen sollten, Drücken wir wie wild am Pickel herum. Ein fataler Fehler, der im schlimmsten Fall mit ernsthaften Entzündungen enden kann.

Was ihr beim Pickel ausdrücken unbedingt beachten, welche Pickel ihr niemals ausdrücken solltet und woher unsere Faszination dafür kommt, lest ihr hier.

Sollte man Pickel ausdrücken?

Sollte man Pickel überhaupt ausdrücken? Auf diese Frage gibt es keine allgemein gültige Antwort. Denn es kommt auf die Hautstelle und die Art des Pickels an. Hier kommt ein Überblick, welche Artikel man nicht ausdrücken sollte und warum.

Bei diesen Pickeln kann Ausdrücken gefährlich sein:

  • Pickel an der Oberlippe
  • Pickel auf dem Nasenrücken
  • Pickel zwischen den Augenbrauen

An diesen Stellen verlaufen Blutgefäße, die eng mit dem Hirn verbunden sind. Durch das Ausdrücken von entzündeten Eiterpickeln in diesen Regionen kann es zu schwerwiegenden Komplikationen, im schlimmsten Fall zu einer Hirnhautentzündung kommen.

Unterirdische Pickel solltet ihr ebenfalls nicht ausdrücken. Zum einen lassen sie sich in der Regel überhaupt nicht ausdrücken, zum anderen riskiert ihr, dass es zu einer Entzündung in tieferen Hautschichten kommt. Darüber hinaus verschlimmert ihr durch das Quetschen die Rötung auf der Haut.

Generell lassen sich Pickel erst ausdrücken, wenn sie reif sind, also ein Eiterpunkt auf der Haut entsteht. Was ihr dann beim Ausdrücken beachten solltet, erfahrt ihr im nächsten Kapitel.

Pickel ausdrücken: 5 Experten-Tipps

Wir haben eine Kosmetikerin gefragt, wie man Pickel richtig ausdrückt. Kerstin Sonntag aus Köln, die sich auf Problemhaut spezialisiert hat, erklärt, worauf ihr beim Pickel ausdrücken zuhause unbedingt achten solltet. Hier kommen ihre fünf Experten-Tipps:

1. Haut desinfizieren

Bevor ihr den Pickel ausdrückt, solltet ihr unbedingt die Hautstelle desinfizieren, um zu verhindern, dass sich die Keime auf der Haut in die Pickelwunde gelangen.

Dazu könnt ihr einen Alkoholtupfer, Wunddesinfektionsspray oder ein fruchtsäurehaltiges Gesichtswasser verwenden. Einfach mit einem Wattepad auf und um den Pickel herum auftragen.

2. Hände gründlich waschen

Nicht nur die Haut um den Pickel herum, auch eure Hände müssen keimfrei sein. Ausgiebiges Waschen mit Seife ist also Pflicht. Am besten verwendet ihr außerdem ein Desinfektionsmittel für eure Hände oder direkt Einmalhandschuhe. Damit geht ihr auf Nummer sicher.

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3. Eiterpickel eröffnen

Bevor ihr den Eiterpickel ausdrücken könnt, müsst ihr ihn eröffnen. Dazu solltet ihr unbedingt eine sterile Nadel verwenden (gibt’s in der Apotheke). Benutzt auf keinen Fall eine Nadel, die ihr noch irgendwo im Haus gefunden habt!

4. Pickel ausdrücken

Jetzt könnt ihr den Pickel ausdrücken. Dazu solltet ihr die Haut mit den Fingern spannen und den Pickel von unten nach oben vorsichtig von allen Seiten entleeren. Dabei nicht zu stark drücken.

Fachleute benutzen zum Pickel ausdrücken auch gerne so genannte Komedonenquetscher. Das sind kleine Metallwerkzeuge, mit denen man die Haut spannen, drücken oder Poren ausheben kann. Mit Komedonenquetschern lassen sich zum Beispiel auch Mitesser entfernen.

5. Ausgedrückten Pickel desinfizieren

Nach dem Ausdrücken des Pickels bleibt eine kleine Wunde auf der Haut zurück. Um eine Entzündung zu vermeiden, solltet ihr die Stelle unbedingt noch mal desinfizieren und ungefähr eine halbe Stunde lang völlig in Ruhe lassen, damit die Haut sich verschließen kann.

Pickelmale vermeiden

Nach dem fachgerechten und hygienischen Ausdrücken ist der Talgdrüsenkanal wieder frei. Doch das Gewebe an dieser Stelle ist gereizt und empfindlich.

Um Pickelmale und Entzündungen zu vermeiden, ist es wichtig, die ausgedrückte Pore richtig zu behandeln. Und das geht so:

1. Pickelstelle nicht eincremen

Pflege in Form von Cremes ist jetzt kontraproduktiv – also erst einmal weglassen. Stattdessen besser nur ein fettfreies Aloevera-Gel auf die Stelle tupfen. Das beruhigt die Haut.

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2. Kein Make-up auftragen

Klar, den ausgedrückten, geröteten Pickel möchte man am liebsten mit Concealer & Co. kaschieren. Doch das solltet ihr kurz nach dem Ausdrücken besser lassen, weil es die Haut zusätzlich reizen kann. Noch dazu können dadurch Keime in die kleine Wunde gelangen. Lasst die Hautstelle einfach an der Luft abtrocknen.

3. Schorf nicht abkratzen

Zu guter Letzt solltet ihr auf keinen Fall am Schorf herumknibbeln oder euch mit den Händen ins Gesicht fassen. Das kann zu einer erneuten Entzündung führen. Also: Finger weg vom Gesicht!

Pickel vorbeugen statt ausdrücken

Statt entzündete Pickel immer wieder auszurücken, solltet ihr lieber Maßnahmen ergreifen, um Pickel vorzubeugen. Einem Pickel geht meist eine verstopfte Pore, also ein Mitesser voraus. Er entsteht dann, wenn das Hautfett sich im Talgdrüsenkanal staut und nicht nach draußen gelangen kann.

Schuld sind meist die obersten Hautzellen, die so stark verhornen, dass sie den Ausgang des Talgdrüsenkanals blockieren.

Neben abgestorbenen Hautschuppen kann auch Schweiß für verstopfte Poren sorgen. Aber auch Make-up-Reste oder Schmutz können das Hautfett daran hindern, an die Oberfläche zu gelangen.

Statt Pickel auszudrücken, sollte man lieber Maßnahmen ergreifen, um Pickel vorzubeugen.

Um Pickel vorzubeugen ist es deshalb wichtig, die Haut jeden Morgen und Abend ausgiebig zu reinigen. Wichtig dabei: Nutzt dafür Produkte, die zu eurem Hauttyp passen. Andernfalls riskiert ihr neue Unreinheiten. Welche Reinigungsprodukte zu eurer Haut passen, erfahrt ihr hier.

Außerdem empfehlen Hautexperten regelmäßig sanfte Peelings zu machen, um die toten Hautschüppchen von der Gesichtshaut zu entfernen und die Poren zu befreien.

Sehr viel besser als „mechanische“ Peelings, die die Haut quasi abschleifen, sind so genannte Fruchtsäure-Peelings. Sie gleichen unreine und fettige Haut aus und beugen Pickeln vor. Durch ihre Inhaltsstoffe entfernen sie überschüssigen Talk und abgestorbene Hautschuppen schonend und sorgen für einen reineren Teint.

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Warum ist Pickel ausdrücken so befriedigend?

Pickel sind eklig, keine Frage. Trotzdem empfinden es viele Menschen als sehr befriedigend, wenn sie einen Pickel erfolgreich ausgedrückt haben oder sehen, wie ein Pickel ausgedrückt wird.

Die US-amerikanische Hautärztin Sandra Lee, hat daraus sogar ein ganzes Geschäftsmodell gemacht. Über 7,8 Millionen Menschen folgen ihrem Kanal „Dr. Pimple Popper“ auf Youtube und schauen regelmäßig dabei zu, wie Pickel oder andere Hautunreinheiten entfernt werden. Sogar eine eigene Fernsehserie hat die selbst erklärte „Pickel-Ausdrückerin“.

Doch woher kommt die Faszination für das Eklige? Dr. Abigail Cline Ph.D. vom Zentrum für Dermatologie-Forschung an der Wake Forest School of Medicine in den USA erklärt gegenüber Men’s Health: „Manche Menschen empfinden ein Gefühl der Kontrolle und Befriedigung, wenn sie sich selbst ‚behandeln‘.

Sie reinigen oder befreien ihren Körper von etwas, das nicht zu ihm gehört.“ Das Ausdrücken von Eiter würde bei vielen Menschen aber auch zu einer bizarren Faszination führen, ähnlich wie beim Schauen von Horrorfilmen.

Damit das Pickel ausdrücken bei euch nicht im Horror endet, solltet ihr unsere Tipps beherzigen.

Etwas Wichtiges zum Schluss: Hautpflege ist immer sehr individuell. Ob die von uns beschriebenen Tipps oder vorgestellten Produkte für dich funktionieren, kannst nur du selbst beurteilen. Wenn du eine sehr sensible Haut hast, die zu Irritationen neigt, kann es ratsam sein, einen Hautspezialisten aufzusuchen. So findest du garantiert die Pflege und passende Routine, die zu den Bedürfnissen deiner Haut passt.