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Unkraut: Mit einem Stauden-Trick musst du viel weniger Jäten

Staudenbeet, darauf Kreis mit Foto, das Unkraut jäten zeigt
Wer Unkraut im Staudenbeet verhindern will, sollte Stauden so pflanzen. Credit: Adobe Stock/Canva

Du hasst Unkraut jäten? Ich auch! Lies hier, mit welchem Stauden-Trick ich meine Beete Unkraut-frei bekomme.

Ich habe das perfekte Stauden-Beet im Garten: Darin wuchern üppig Lavendel, weiße Strauchrosen, Salbei, Thymian und Bartblumen. Ein mediterraner Traum! Und weißt du, was dort absolut fehlt? Unkraut. Kein Löwenzahn, kein Giersch, kein Frust.

Warum? Weil sich die Stauden so ausgebreitet haben, dass keine kahle Erde mehr zu sehen ist. Ein dichter Staudenteppich und das schönste Mittel gegen Unkraut!

Staudenbeet ohne Unkraut
In diesem Staudenbeet hat Unkraut kein Durchkommen. Credit: Ann-Kathrin Schöll

Nackte Erde ist Unkraut-Magnet

Ganz anders sieht es an anderer Stelle meines Gartens aus: Im Hangbeet herrscht gähnende Leere zwischen den Pflanzen. Überall sind Lücken und in genau diesen Lücken feiern Löwenzahn und Vogelmiere eine wilde Party.

Dazu gesellen sich Wolfsmilchgewächse und Hahnenfuß, die mir das Leben schwer machen. Das Bild ist so klar wie ärgerlich: Wo Erde frei bleibt, zieht Unkraut sofort ein.

Diesen Frühling werde ich das ändern. Denn ich weiß: Mehr Stauden = weniger Unkraut. In meiner Staudengärtnerei des Vertrauens habe ich deshalb schon eine große Bestellung abgegeben.

Beet mit vielen Lücken, in denen Unkraut wächst.
Je mehr nackte Erde, desto mehr Unkraut. Credit: Ann-Kathrin Schöll

Der Trick: Stauden in Gruppen pflanzen

Das Prinzip ist simpel, aber genial: Stauden gehören in Gruppen gesetzt. Nicht einzeln, nicht verstreut, sondern so, dass sie mit der Zeit ein dichtes Polster bilden.

Die Größe des Staudenbeets und die Größe der Stauden bestimmen, wie viele Pflanzen du brauchst, damit alles schön dicht wächst, ohne, dass sich die Stauden gegenseitig im Wachstum behindern.

So viele Stauden brauchst du für dein Beet:

7–9 kleine Stauden pro m²

5–7 mittlere Stauden pro m²

3–5 große Stauden pro m²

Warum sollte man Stauden in Gruppen pflanzen?

Diese Gründe sprechen dafür, die Stauden in Gruppen ins Beet zu pflanzen:

  • Die einzelnen Stauden pro Gruppe wachsen über die Zeit zusammen.
  • Es bleibt kein Platz für Unkraut, das sich in die Lücken setzen könnte.
  • Statt kahler Erde siehst du ein sattes „Polster“, das im Sommer blüht und im Herbst noch dekorativ wirkt.
  • Optisch wirken gleiche Stauden, die in einer ungeraden Anzahl gepflanzt sind (z.B. 3 pro Sorte), harmonischer.
  • Das Staudenbeet wirkt dadurch ruhiger und „professioneller“.

Viele Hobby-Gärtnerinnen oder Hobby-Gärtner machen den Fehler, aus Sparsamkeit oder Unsicherheit nur eine Pflanze einer Art zu setzen und daneben eine andere Staude zu pflanzen.

Das sieht am Anfang vielleicht ordentlich aus, führt aber nach ein paar Wochen zu einer Unkraut-Explosion auf allen offenen Flächen. Noch dazu wirkt das Staudenbeet durch das abwechselnde Bild sehr unruhig.

Mindestabstand der Stauden beachten

Heißt das, ich soll die Stauden direkt nebeneinander pflanzen? Natürlich nicht.

Auch wenn zum Beispiel 5–7 mittelgroße Pflanzen pro Quadratmeter empfohlen sind, brauchen sie ihren individuellen Abstand zueinander. Der richtet sich nach der Wuchsform:

  • Kleinbleibende Stauden (z. B. Bodendecker wie Blaukissen oder Sand-Thymian): etwa 20–30 cm Abstand.
  • Mittelgroße Stauden (z. B. Sonnenhut oder Storchschnabel): ca. 30–40 cm.
  • Große Stauden (z. B. Herbstanemone oder Chinaschilf): 50-100 cm Abstand, besser noch mehr.

Nur mit dem Mindestabstand schaffen es die Pflanzen, gesund zu wachsen und sich auszubreiten. Es kann zwei Jahre dauern, bis die Stauden dichte Teppiche gebildet haben.

Spar-Tricks beim Stauden-Kauf

Auch, wenn sie am Anfang noch kümmerlich erscheinen: Ich empfehle dir kleine Stauden zu kaufen und diese im Frühling oder Herbst einzupflanzen.

Stauden in kleinen Töpfchen sind erstens viel günstiger als größere Töpfe und zweitens wachsen sie meist zuverlässiger an und überstehen den ersten Winter besser. Du wirst überrascht sein, wie schnell sie im Frühling heranwachsen!

Und noch ein Profi-Tipp: Halte in der Stauden-Gärtnerei Ausschau nach B-Ware. Am Ende des Sommers werden unansehnliche Stauden-Töpfe meist sehr viel günstiger angeboten.

Fazit: Mehr Stauden, weniger Unkraut

Das Geheimnis eines unkrautfreien Beets ist nicht endloses Jäten, sondern kluge Pflanzplanung. Wer Stauden in der richtigen Menge setzt, baut sich automatisch eine lebendige Decke, die Unkraut verdrängt.

Ich werde mein Hangbeet also in diesem Herbst kräftig aufrüsten und freue mich jetzt schon darauf, wenn dort nächstes Jahr ein sattes Polster blüht, anstatt dass ich wieder Löwenzahn und Vogelmiere herausrupfen muss.