Kaum ist Frühling, verzeichnet mein Garten die ersten Opfer: Nacktschnecken hinterlassen ein Trümmerfeld im Staudenbeet oder Gemüsegarten. Niemand kann sicher vorhersagen, ob wir es dieses Jahr wieder mit einer Schneckenplage zu tun bekommen, doch auch ohne echte Plage ärgern uns die Nacktschnecken im Garten.
Deshalb kommen hier Geheimtipps gegen Schnecken: Die folgenden Hausmittel halten Nacktschnecken fern und sind gleichzeitig schonend für die Natur. Besser als giftiges Schneckenkorn.
1. Geheimtipp gegen Schnecken: „Opfer“-Salat und Schnecken-Falle
Ja, wir wollen die Schnecken eigentlich von Salat fernhalten. Wenn ihr aber ein kleines „Salat-Opfer“ erbringt, könnt ihr damit auch Schnecken bekämpfen. Dafür legt ihr einfach ein paar nasse Salatblätter unter einen feuchten Sack in eine Ecke eures Gartens. Dann heißt es eine Nacht abwarten.
Am nächsten Morgen werdet ihr eine Menge Schnecken in dieser „Falle“ finden, die ihr dann einfach einsammeln könnt.
Alternativ könnt ihr übrigens auch nasse Bretter verwenden. Schnecken suchen sich nach ihrem Raubzug immer einen feuchten Unterschlupf. Morgens könnt ihr sie dort absammeln.
Was tun mit den eingesammelten Schnecken?
Viele Menschen zerschneiden die Schädlinge oder übergießen sie mit heißem Wasser. Auch das Hineinlegen in ein Essig-Wasser-Gemisch (60 % Essig und 40 % Wasser) soll die Schnecken sofort töten.
Dazu kannst du zum Beispiel einen alten Eimer im Garten nutzen. Sind die Schnecken tot, solltest du sie über den Restmüll entsorgen.
2. Kaffeesatz als Geheimtipp gegen Schnecken
Das koffeinhaltige Getränk ist nicht nur auf dem Frühstückstisch ein Volltreffer, es ist auch ein bewährtes Hausmittel gegen Schnecken. Ihr verwendet dazu den übriggebliebenen Kaffeesatz, statt diesen wegzuschmeißen.
Den streut ihr ringförmig um eure Pflanzen herum aus. Wenn ihr richtig viel Kaffeesatz habt, könnt ihr ihn auch großzügig im ganzen Beet verteilen. Das Koffein ist für Schnecken giftig und vertreibt sie so. Ein kleiner Bonus: Kaffeesatz ist auch ein ausgezeichneter Dünger!
3. Haferflocken sind ein Hausmittel gegen Schnecken
Haferflocken gegen Schnecken? Hört sich seltsam an, ist es auch. Denn Schnecken lieben Haferflocken! Und genau das könnt ihr euch zunutze machen, nämlich indem ihr die Flocken als Lockmittel nutzt.
Heißt: Ihr legt einen kleinen Haufen mit Haferflocken an, auf den sich die Schnecken dann stürzen. Dort sammeln die Tiere sich und ihr könnt sie einfach einsammeln. Ablenkungsmanöver geglückt!
4. Holzasche als Hausmittel gegen Schnecken
Ihr habt noch Holzasche im Grill? Dann ab ins Beet damit! Schnecken mögen feuchte Untergründe, trockene Asche hingegen ist ihnen ein Graus.
Die krümelige, trockene Konsistenz macht es ihnen schwer, sich fortzubewegen. Verteilt die Asche in einem breiten Ring um eure Beete, um ein Hindernis für die Kriecher zu kreieren. Nach dem nächsten Regen müsst ihr den Schutz allerdings erneuern.
Übrigens ist Asche auch ein toller Pflanzendünger, ihr schlagt also zwei Fliegen (beziehungsweise Schnecken) mit einer Klappe.

5. Sägespäne und Kalk, um Schnecken fernzuhalten
Nach dem gleichen Prinzip wie Holzasche funktioniert auch der Einsatz von Holzspänen, Branntkalk, Gesteinsmehl, Sand, Stroh oder Sägemehl. Die raue, trockene Oberfläche wird von den Schnecken gemieden, der Salat wird geschützt.
Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) empfiehlt 30 bis 50 Zentimeter dicke Schutzstreifen um das sorgsam gehegte Grün anzulegen. Beim Gießen solltet ihr dann darauf achten, die Oberfläche nicht zu sehr zu befeuchten.
Auch lesen: Hausmittel gegen Unkraut – 4 natürliche und effektive Methoden
Warum Bier kein Geheimtipp gegen Schnecken ist
Im Netz liest man immer wieder, dass Bier ein wirksames Hausmittel gegen Schnecken sein soll. In einer selbst gebauten Bierfalle, sollen sich die Nacktschnecken unfreiwillig ertränken.
Naturgarten-Experte und Gemüsezüchter Mattias Nemeth hält nichts von diesem Tipp:
„Eine Bierfalle ist nur dann ein wirksames Hausmittel gegen Schnecken, wenn sie beim Nachbarn im Garten steht. Denn der süßliche Geruch von Bier lockt Nacktschnecken aus einem weiten Umkreis an. Wer sich eine Bierfalle in den Garten stellt, hat mehr ungeliebte Gäste als zuvor, denn es sterben darin nur wenige.“

Was hilft neben Hausmitteln noch gegen Schnecken?
Hausmittel sind schön und gut, manchmal reichen sie aber schlichtweg nicht aus. Am besten kombiniert ihr sie mit den folgenden Tipps, um den Befall zu verringern:
1. Schnecken einsammeln
Die schädlichen Nacktschnecken sind vor allem nachts aktiv. Ihr könnt morgens also einmal durch eure Beete laufen und die Kriechtiere dort aufsammeln.
Tipp: Laut NABU ist die beste Zeit zum Schneckensammeln am späten Abend oder nach einem Regen frühmorgens.
Die abgesammelte Schneckenschar solltest du am besten nicht in der freien Natur aussetzen, weil sie das dortige Ökosystem aus der Balance bringen können. Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Nacktschnecken zu töten und über den Hausmüll zu entsorgen.
2. Stauden gegen Schnecken pflanzen
Während manche Pflanzen echte Leckerbissen für Schnecken sind, mögen sie bittere, dornige und stachelige Exemplare weniger. Setzt also am besten auf Stauden, die Schnecken meiden – oder sie sogar komplett abwehren.
Dazu gehören laut Öko-Test unter anderem Kräuter wie Salbei, Thymian und Rosmarin. Aber auch einige Gemüsesorten stehen nicht auf dem Speiseplan, etwa Zwiebeln, Rote Beete oder Sellerie. Es soll etwas bunter ein? Stauden wie Lavendel oder Akelei gelten auch als Schneckenschreck.
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3. Fressfeinde gegen Schnecken einsetzen
Schnecken sind bei vielen Tieren beliebte Nahrungsmittel. Entsprechend kann es sich lohnen, den Garten so Wildtier-freundlich wie möglich zu gestalten. Mit Vogelhäusern oder Tränken könnt ihr etwa Fressfeinde wie Meisen oder Amseln anlocken.
Auch Nützlinge wie Weinbergschnecken oder Tigerschnegel sind effektiv. Ähnlich wie Igel, Mäuse und Kröten fressen sie junge Schnecken und Schneckeneier.
Wenn ihr noch einen Schritt weiter gehen wollt – und den nötigen Platz habt – schwören einige Gärtner auch auf Indische Laufenten. Das ist aber eine etwas größere Angelegenheit, denn die Hoftiere müssen natürlich entsprechend betreut werden.
Tipps, um Schnecken fernzuhalten
Nun kennt ihr einige Mittel, um die Schneckenplage zu bekämpfen. Noch besser ist es aber natürlich, wenn man die Schnecken von Anfang an von Gemüse und Blumen fernhalten kann.
Hier ein paar Tipps, um den Garten für Schnecken unattraktiv zu machen:
1. Barrieren errichten: Hochbeete machen es Schnecken deutlich schwerer, an das begehrte Grün zu gelangen. Alternativ könnt ihr auch einen Schneckenzaun (hier bei Baldur-Garten*) errichten.
2. Richtig gießen: Wässert eure Pflanzen nur morgens, so ist die Erde abends nicht so feucht und das erschwert den Schnecken die Fortbewegung. Am besten lasst ihr zwischen euren Pflanzen auch trockene „Korridore“, indem ihr nur punktuell gießt.
3. Den Boden präparieren: Lockert eure Beete im Spätherbst oder frühen Frühjahr gründlich auf oder harkt sie sorgfältig. So werden Schneckengelege an die Oberfläche geholt, wo sie gefressen werden oder durch das Wetter verenden.
Gerade wer Rindenmulch im Garten hat, sollte das unbedingt machen. Denn der Mulch ist das perfekte Schnecken-Quartier. Hier verstecken sich die lästigen Nacktschnecken.
Warum du kein Schneckenkorn einsetzen solltest
Im Handel gibt es eine breite Palette an Produkten gegen Schnecken, wie etwa Schneckenkorn. So ein chemisches Mittel ist zwar effektiv, birgt je nach Hersteller und Inhaltsstoffen aber einige Risiken:
Vergiftete Schnecken können Wildtieren schaden. Für Igel, Vögel und Co. stehen die Schädlinge weit oben auf dem Speiseplan.
Auch Nützlinge wie Tigerschnegel oder Bierschnegel leiden unter der Behandlung, etwa die Weinbergschnecke. Diese ist im Garten gerne gesehen, denn sie ernährt sich nur von abgestorbenem Pflanzenmaterial und frisst sogar die Eier von Nacktschnecken.
Auch für Kinder und Haustiere kann der Einsatz chemischer Mittel bedenklich sein. Laut Stiftung Warentest müssen diese von behandelten Flächen ferngehalten werden.
Du wünschst dir einen pflegeleichten Garten? Diese Stauden trotzen Schädlingen und wachsen üppig:

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Frauenmantel kann als pflegeleichter Bodendecker gesetzt werden, der als Schneckenschutzzaun wirkt.

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Rainfarn (Tanacetum vulgare) ist eine mehrjährige Pflanze, die in vielen Teilen der Welt wild wächst. Sie bevorzugt sonnige Standorte und ist pflegeleicht.

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Mediterrane Pflanzen wie Rosmarin, Thymian und Salbei brauchen wenig Wasser und gedeihen auch in praller Sonne prächtig. Noch dazu halten sie Schnecken fern.

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Mädchenauge gedeiht an sonnigen Standorten mit durchlässigem Boden. Pflegeleicht aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit an verschiedene Boden- und Klimabedingungen.

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Fetthenne bevorzugt sonnige Standorte mit gut durchlässigem Boden. Sie hat eine hohe Trockenheitstoleranz und geringe Ansprüche an die Bodenqualität.

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Katzenminze bevorzugt sonnige Standorte mit gut durchlässigem Boden. Sie muss selten gegossen werden.

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Rosmarin bevorzugt sonnige Standorte mit gut durchlässigem Boden. Er ist resistent gegenüber Schädlingen und braucht nur wenig Wasser.



