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Sexuelle Probleme von Frauen: Über klassische Gründe und was dagegen hilft

Sexuelle Probleme der Frau: Was dahinter stecken kann und was hilft
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Nachgefragt: Sexual-Expertin über das Thema Orgasmus-Probleme

Über sexuelle Probleme redet sicherniemand gerne. Gleichwohl können sie eine Beziehung enorm belasten. Lies hier, welche Gründe es für sexuelle Störungen bei Frauen gibt und was dagegen hilft.

Inhaltsverzeichnis

Probleme im Bett sind überhaupt kein Grund zur Scham, sondern ganz natürlich und sie lassen sich in vielen Fällen relativ einfach wieder beheben. Eigentlich hat jeder Mensch irgendwann in seinem Leben ein sexuelles Problem.

Grund genug also, offen darüber zu sprechen. Über Erektionsstörungen und Viagra wird noch relativ viel geredet. Was aber ist mit der weiblichen Seite, wenn die Frau sexuelle Probleme hat?

Häufige sexuelle Probleme von Frauen

Über die ‚Orgasm Gap‚, also das Ungleichgewicht zwischen Männern, die einen Orgasmus haben und heterosexuellen Frauen die eben oftmals keinen Orgasmus haben, wissen die meisten Frauen sicher längst Bescheid. Eine einheitliche Lösung für dieses Problem gibt es dennoch nicht.

Jede Frau muss für sich selbst herausfinden, was sie braucht, um einen Orgasmus zu bekommen – und was ihr in ihrem aktuellen Sexleben vielleicht fehlt.​

Natürlich braucht man nicht zwangsläufig einen Orgasmus, damit der Sex befriedigend ist, aber viele Frauen erleben das dauerhafte oder häufige Ausbleiben eben doch als Verlust. Sie haben das Gefühl, dass der Sex ohne eigenen Orgasmus nicht so erfüllend ist, für sich selbst, aber auch für den Partner oder die Partnerin.

Mit dem Ergebnis, dass viele Frauen Lust und einen Orgasmus vortäuschen, um ihren Partner oder Partnerin nicht zu enttäuschen. Auf Dauer bleiben die eigenen Wünsche so natürlich auf der Strecke.

Offenheit im Bett

Dabei ist dieses sexuelle Problem manchmal ganz einfach zu beheben: Oft liegt es schlichtweg am fehlenden Zusammenspiel mit dem Partner oder der Partnerin. Weiß er, was ihr gefällt, was sie anmacht und was eher nicht? Weiß er, dass er oft zu schnell ist oder zu langsam? Dass er durch bestimmte Moves oder Bemerkungen dafür sorgt, dass sie sich fallen lassen kann und ihre Lust aufbauen?

Und da hilft nur offen reden, denn der Partner kann schlecht erraten, woran es liegt, dass seine Partnerin nicht erregt genug ist für das große Feuerwerk am Ende. Schließlich ist jede Frau anders, jedes Paar ist nochmal anders und so gibt es kaum ein Geheimrezept, das für alle gültig ist.

Der erste Ansprechpartner oder -partnerin bei einem sexuellen Problem sollte deshalb immer zunächst der eigene Partner oder die Partnerin sein, denn viele sexuelle Probleme lassen sich durch ein einfaches Gespräch schon lösen oder zumindest lindern. Für den anderen ist es wichtig zu wissen, was in der Partnerin vorgeht und warum sexuelle Probleme bestehen. Nur so kann er auch helfen.

Deshalb bitte die sexuellen Probleme ansprechen. Und keine Scheu, bitte: Und wer sich liebt und Sex miteinander haben kann, sollte doch auch in der Lage sein offen zu sprechen, oder?

Körperliche Ursachen sexueller Probleme

Natürlich gibt es auch körperliche Ursachen für die sexuellen Probleme von Frauen, wie z.B. Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Sex und die Veränderungen durch die Wechseljahre. In dem Fall sollte man sich ein Herz nehmen und mit seinem Frauenarzt oder der Frauenärztin darüber sprechen.

Sicherlich nicht für jeden gleichermaßen einfach, sich mit einer fremden Person über sein Sexleben zu unterhalten, aber man sollte sich immer sagen: Hier sitzt ein Profi. Ihm ist das Gespräch also schon mal gar nicht unangenehm, weil er helfen möchte. Also sollte man offen reden und seine Probleme schildern.

Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs, zum Beispiel, bezeichnet man zusammenfassend als Dyspareunie. Meist ist es ein schmerzhaftes Brennen oder Jucken, dessen Ursache leicht zu finden ist. Während des Zyklus verändert sich das Klima in der Scheide, sie wird nicht immer gleich stark durchblutet und so dauert es manchmal ein bisschen länger, bis der Körper bereit für Sex ist.

-> Weitere medizinische Informationen zu Dyspareunie findet ihr bei onmeda.de.

Wer zum Sex gar nicht in der Lage ist, weil sich die Muskeln in der Scheide oder im gesamten Beckenboden unwillkürlich zusammenziehen, leidet unter Vaginismus, dem sogenannten Scheidenkrampf.

Oft liegt der Grund in einer überzogenen Angst vor Schmerzen. Vaginismus bedeutet in der Regel, dass nichts in die Scheide einführbar ist, auch kein Tampon oder Finger. Eine Sexualberatung kann hier helfen.

Psychische Ursachen sexueller Probleme

Fakt ist: Körperliche Ursachen für sexuelle Probleme sind viel seltener als psychische. Oft ist es auch der Druck, den sich viele Frauen selber machen. Weibliche Sexualität ist allgegenwärtig in unserem Alltag, in der Werbung, in den Medien, überall. Der Erwartungsdruck kann dementsprechend absurd hoch sein.

Dabei hat die eigene, selbst erlebte weibliche Sexualität meist nur wenig mit dem in den Medien vermittelten Bild der Frau zu tun. Klar, es ist nicht immer einfach sich diesem Einfluss zu entziehen und einen Weg zu finden, die eigene weibliche Sexualität zu entdecken – aber man sollte es nichtsdestotrotz versuchen.

Auch wer unter Depressionen leidet kann sexuelle Probleme haben. Denn die Einnahme von Antidepressiva kann den Sexualtrieb vermindern. 30 bis 80 Prozent der Patient*innen, die Antidepressiva einnehmen, sind von sexuellen Problemen betroffen.

Wenn jemand tiefgreifende Probleme hat, körperliche Nähe zuzulassen, kann es sich auch um Frigidität handeln. -> Hier findet ihr alle Infos dazu.

-> Linktipp: Ausführliche medizinische Informationen hierzu gibt es auch hier beim Gesundheitsportal Onmeda.de.

Wer hilft?

Bei körperlichen Beschwerden in Verbindung mit sexuellen Problemen ist der Gynäkologe / die Gynäkologin eine erste Anlaufstelle. Des Weiteren kann sich der Besuch eines Sexualtherapeuten lohnen.

Da „Sexualtherapeut“ keine geschützte Berufsbezeichnung ist, sollte man jedoch besonders darauf achten, sich nur in die Hände von ausgebildeten Psychotherapeut*innen oder Psycholog*innen zu begeben.

Sexuelle Probleme durch Routine

Das passiert in den besten Beziehungen: In längeren Partnerschaften verliert man manchmal den sexuellen Draht zueinander. Alles ist so vertraut, die Aufregung der Anfangszeit ist vorüber und die Routine macht sich breit.

Alltag und Stress verringern auch einfach die Zahl körperlicher Begegnungen. Berührungen kommen nur noch selten vor und sind kaum mehr als ein Abschieds- oder Begrüßungskuss. Hat man dazu vielleicht noch Kinder, kommt die Beziehung oftmals einfach zu kurz.

Dennoch: Ab diesem Zeitpunkt sollte man schleunigst handeln – um der Beziehung willen. Die emotionale Bindung bei Paaren beruht auch zu einem wichtigen Teil auf Berührungen und Körperlichkeit.

Das hilft gegen sexuelle Probleme der Frau

Bei sexuellen Problemen in langjährigen Partnerschaften (oder auch vorbeugend) sollte man also versuchen, sich immer wieder neu kennenzulernen und sich neu aufeinander einzulassen. Manchmal bedeutet das auch, ein wenig auf Abstand zu gehen, sich mehr Freiraum zu lassen, mehr allein zu unternehmen, getrennte Hobbies und Freund*innen zu haben, um sich dann bewusster zu sehen.

Notfalls versetzt man sich in die Anfangszeit der Beziehung zurück und macht bewusst Dates miteinander aus. Man trifft sich zum Essen auswärts oder geht gemeinsam aus. Egal was man genau tut: Den Zauber der Anfangszeit wieder zu entfachen ist das Ziel. Denn das ändert auch das Sexleben komplett, mischt es auf, macht es besser.

Auch wenn es vielleicht absurd oder gekünstelt erscheint: Es lohnt sich unbedingt – für die Beziehung. Denn das Teilen der eigenen Lust mit dem Partner oder der Partnerin gibt der Beziehung Tiefe und Stabilität.

Auch wenn einem im Alltag bei all dem Stress die körperliche Ekstase gerade ziemlich abwegig erscheint, sollte man doch versuchen, sich einander anzunähern und das Sexleben bewusst zu gestalten und auszuleben. Und wenn es nur selten ist: Es kommt gar nicht mal auf die Häufigkeit an, sondern darauf, dass sich beide wieder einander öffnen können und möchten, um körperliche Nähe und Sexualität miteinander erleben zu können.

Kleiner Hinweis zum Schluss: Natürlich steht es jedem frei, das schön zu finden, was ihm gefällt und niemand sollte sich von irgendwelchen Vorgaben eingeengt fühlen. Letztlich sollten wir Diversity leben, statt irgendeinem Ideal oder einer Uniformität hinterherzulaufen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder akute Beschwerden auf, solltet ihr eure Ärztin oder euren Arzt kontaktieren oder in der Apotheke um Rat fragen. Über die bundesweite Nummer 116117 ist der ärztliche Bereitschaftsdienst erreichbar.