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10 Tipps für einen Neuanfang: So gelingt der Start ins neue Leben

Frau blickt ernst
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Vorab im Video: Besser spät als nie: 5 Lebenslektionen, die viele erst im Alter verstehen

Egal, ob du dich nach dem Ende einer langen Beziehung wie im freien Fall fühlst, ob ein herausfordernder Jobwechsel ansteht oder ein anderer Neuanfang bevorsteht: wenn du in deinem Leben eine grundsätzliche Veränderung herbeiführen möchtest oder du dich einer solchen stellen musst, brauchst du auch das entsprechendes Handwerkszeug, um den Start ins neue Leben konstruktiv zu meistern.

Ein Neuanfang fordert Kraft, Willensstärke und – was noch viel schwieriger ist: ein Ziel, das es zu erreichen gilt. Im Angesicht einer großen Veränderung haben wir manchmal den Eindruck im Chaos zu versinken und die Orientierung zu verlieren, Ängste und Zweifel kommen auf… Da ist es nicht immer einfach, einen klaren Kopf zu bewahren und vor allem, die notwendige Energie für einen Neustart zu finden.

Wir haben einige Strategien zusammengetragen, die dir beim Neubeginn wirklich helfen können den Durchblick zu behalten und dich neu zu orientieren.

1. Lass deine Gefühle raus

Auch wenn es keine große Veränderung ist, die du gerade durchlebst – Gefühle sind bei einem Neuanfang immer da. Sich in sein Schneckenhaus verkriechen und versuchen, sich anderweitig durch das Gefühlschaos zu mogeln, hilft nicht wirklich.

Lass deinen Gefühlen freien Lauf – sei traurig, wenn du traurig bist, lache wenn dir danach ist. Du darfst nächtelang ganze Familienpackungen an Taschentüchern verbrauchen, wenn du das Gefühl hast, dass es dir gut tut.

Aber: Steh am nächsten Morgen wieder und lass dich nicht von deiner Niedergeschlagenheit lähmen, auch wenn eine träge Passivität vielleicht gerade am einfachsten erscheint. Lass deine Gefühle zu, aber versinke nicht darin. Der Schmerz über den Verlust oder die Veränderung wird mit der Zeit kleiner werden.

2. Rede, statt alles in dich hineinzufressen

Kommunizieren und sich mitteilen, das ist ein ganz wichtiges Stichwort wenn man vor einem Neubeginn steht: Rede mit deiner besten Freundin, deiner Schwester, oder der netten Frau vom Kiosk um die Ecke… Rede dir alles von der Seele, sprich über deine Wünsche und Vorstellungen und du wirst merken, wie die Last auf deinen Schultern mit der Zeit kleiner wird.

Manchmal hilft es auch, seinen Gefühlen und Gedanken schriftlich Ausdruck zu verleihen. Warum also nicht ein Tagebuch führen, in dem du deine Zweifel und Ängste, Fragen und Wünsche niederschreibst? Kurz: Nimm dem Alten den Schrecken und dem Neuen die Last.

3. Nimm dir eine Auszeit

Veränderungen und insbesondere ein Neuanfang erfordern einen klaren Kopf. Stürz dich also nicht direkt von einem Abenteuer ins nächste, sondern gib dir die Chance zu atmen, Abstand zu gewinnen und Kraft zu tanken.

Wenn du die Gelegenheit hast, dann fahr ein wenig weg. Gönne dir einen Tapetenwechsel, lass dir den Wind um die Nase wehen und die Gedanken in deinem Kopf zur Ruhe kommen.

4. Werde dir über deine Gefühle klar

Hast du wieder eine klarere Sicht auf die Dinge, dann horche in dich hinein: Was sagt dir dein Herz? Was dein Verstand? In welche Richtung soll es gehen, was willst du? Ein Plan für einen Neubeginn kann erst in die Tat umgesetzt werden, wenn er wirklich feststeht.

5. Streichle deine Seele

Wer Ordnung in sein Leben bekommen möchte, braucht dafür Kraft und Zuversicht. Also: Tu dir was Gutes. Was auch immer das ist. Manchmal muss das gar nicht viel sein, sondern einfach nur ein Moment der Ruhe.

Manchmal kann es auch guttun, wenn man sich selbst verwöhnt und bewusst eine Auszeit nimmt, z.B. im Wellnessbad, wenn du dich mal wieder leicht wie ein Fisch fühlen willst. Oder im Kino. Nur du und eine Tüte voll Popcorn. Das bringt dich zwar im ersten Schritt nicht näher an einen Neuanfang, beruhigt aber die geschundene Seele und tut einfach gut.

6. Analysiere die Gründe

Mache dir so nüchtern und objektiv wie möglich Gedanken über das Geschehene und versuche, dir die richtigen Fragen zu stellen: Wie kam es zu der Situation des Umbruchs? Woran ist z.B. meine Beziehung zerbrochen? Warum fühlen ich mich in meinem Job nicht mehr wohl? Es ist völlig menschlich, Fehler zu machen – aber im besten Fall macht man sie nur ein Mal.

Achtung: Die Gründe zu analysieren heißt nicht, sich das Hirn zu zermartern und sich argumentativ in einem Teufelskreis zu bewegen. Versuche möglichst objektiv zu sein. Meist hilft es sich zu fragen: Was würdest du jemand anderem in deiner Lage raten? Denn dann ist man meistens klüger.

7. Erobere dir deine Selbstständigkeit zurück

Wenn du gerade ein wenig in der Luft hängst, bist du damit nicht allein: Dinge enden sehr häufig wenn bzw. weil man große Stücke von sich selbst aufgegeben hat.

Für einen gelungenen Neuanfang musst du wieder lernen, eigenständig zu sein, selbst zu entscheiden, Selbstbewusstsein zu gewinnen – und dich nicht mehr so stark von der Meinung oder der Wertschätzung eines anderen Menschen abhängig zu machen. Du kannst viel mehr schaffen, als du vielleicht denkst.

8. Plane in kleinen Etappen

Nimm dir die Zeit, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Wer sich zu viel von einem Neuanfang erwartet, kann schmerzlich enttäuscht werden. Besser ist es, sich kleine Ziele zu stecken.

Erwarte z.B. nach dem Ende einer Beziehung nicht sofort, dass es dir nichts ausmachen wird, deinem Ex-Partner oder deiner Ex-Partnerin über den Weg zu laufen. Also fordere solche Situationen nicht heraus, nur weil du dir selbst etwas beweisen willst..

9. Träume – aber ohne abzuheben

Träume verleihen Kraft, sie schenken Hoffnung, Zuversicht, Optimismus.
Also: Träume, mal dir aus, was ein Neubeginn und die Zukunft für dich bereithalten.
Aber: Bleib dabei realistisch und im Bereich des Möglichen. So kannst du deine Träume Stück für Stück erreichen.

10. Leben dein Leben

Das Leben ist schön, das solltest du nie vergessen, auch – oder gerade – in etwas schwierigeren Momenten. So platt es klingen mag: Jedes Ende hält einen Neuanfang bereit. Worin das Gute liegt, wirst du erkennen – ganz bestimmt. Wichtig ist es, sich nicht allem in seinem Frust zu verschließen, sondern weiterhin einen Weg für sich zu finden, der einem guttut.

Ansprechpartner für den Notfall

Eine Anlaufstelle im Notfall ist die psychiatrische Ambulanz oder die psychiatrische Abteilung einer Klinik, der eigene Hausarzt, ein niedergelassener Psychiater oder Psychotherapeut, der ärztliche Bereitschaftsdienst (116117), die Polizei (110) oder der Rettungsdienst (112).

Anonym, kostenlos und rund um die Uhr kann man auch die Telefonseelsorge erreichen (08001110111). Sie eignen sich jedoch eher für kleinere Krisen.

Hilfe findet ihr auch auf der Seite der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.