Wenn eine Beziehung auseinander geht, ändert sich nicht selten das ganze bisherige Leben. Es ist nicht nur die Liebe, die man verliert. Auch Dinge des Alltags ändern sich.
Sei es, dass man zusammen gewohnt hat und nun auseinander zieht. Oder dass man die Eltern seines Expartners oder Expartnerin von nun an nicht mehr an Geburtstagen und Feiertagen sieht. Und vor allem: Was ist mit dem gemeinsamen Freundeskreis? Teilt man den jetzt gerecht in der Mitte?
Natürlich bekommt es der Freundeskreis notgedrungen zu spüren, wenn sich ein Paar trennt. Gerade, wenn man nicht besonders rühmlich auseinander gegangen ist, sondern im Streit, fühlen sich die gemeinsamen Freund*innen schnell überfordert. Müssen sie Partei ergreifen? Können sie neutral bleiben?
Und hat ein Partner oder Partnerin den anderen mies behandelt, ist dann automatisch der Verletzte der, zu dem der Freundeskreis hält? Oder spaltet sich der Freundeskreis wieder brav und ordentlich in „seine“ Freunde und „ihre“ Freunde auf?
Und was ist mit den Orten, wo man gemeinsam seine Freizeit mit Freund*innen oder zu zweit verbracht hat: Kneipen, Restaurants, Fitnessstudio, Parks etc.? Macht man dann Fifty Fifty?
Ohne Opfer geht es nicht
Fragen über Fragen und eins ist sicher: Wirklich glimpflich und ohne das ein oder andere Opfer geht so etwas in den seltensten Fällen aus. Nämlich nur genau so oft, wie es Expartner schaffen, Freunde zu bleiben.
Will heißen: So gut wie nie! Natürlich muss jeder selbst für sich entscheiden, wie er sein neues Leben gestaltet. Welche Freund*innen, welche Orte er für sich – sagen wir es mal forsch – beansprucht und wo er Rücksicht auf den Expartner oder die Ex nimmt.
Was also tun? Zum Glück gibt es ein paar klassische Fälle und Richtwerte, an denen man sich orientieren kann:
BFF und Best Buddy
Ganz klar ist: Beste Freund*innen werden immer klar zu einer Person von beiden stehen. Aber: Man kann dennoch nicht verlangen, dass z.B. die beste Freundin von nun an auch einen Bogen um den Ex macht und nicht mehr mit ihm redet. So viel Toleranz sollte man zumindest nach überstandenem Liebeskummer aufbringen. Auch wenn’s nicht leicht fällt.
Das befreundete Pärchen
Ein spezieller Fall: Wenn man mit einem Paar bislang immer gemeinsame Pärchenabende verbracht hat. Was macht man dann ab jetzt? Trifft man sich dann zu dritt mit jeweils einem der Neu-Singles?
Und wenn einer von beiden direkt einen neuen Partner oder Partnerin mit zur alten Pärchenrunde bringt, sollte auch geguckt werden: Mögen die alten Freund*innen die neue Partnerin oder den neuen Partner überhaupt? Und kann man ihnen einen so schnellen Wechsel zumuten? Im Idealfall wartet man erst mal, bis sich die Wogen geglättet haben und etwas Zeit vergangen ist.
Ihre Verwandten, seine Verwandten
Niemand wird etwas dagegen haben, wenn man seinen ehemaligen Schwiegervater in spe so sehr gemocht hat, dass man auch weiterhin – also nach der Trennung – Kontakt zu ihm hält.
Aber das ist leider nicht die Regel. Denn letztlich sind Eltern nunmal parteiisch und im Idealfall halten sie zu ihrem Kind wie Pech und Schwefel. Aber wer den Kontakt zu den Eltern, Geschwistern und anderen Verwandten seines Expartners oder seiner Expartnerin weiter halten möchte, sollte es zumindest versuchen.
Location-Freunde
Zu guter Letzt gibt es die Freund*innen, die man aus seiner Stammkneipe kennt, aus seinem Sportverein oder aus seinem Kollegium. Menschen, die man in bestimmten Situationen kennengelernt hat, weil man ein gemeinsames Hobby, den gleichen Job oder ähnliche Vorlieben hat.
Diese Freund*innen sind meist nicht so eng, dass sie wirklich mit hineingezogen werden in die Trennung. Sie waren vorher lockere Freund*innen und werden es auch nachher sein. Meist sogar für beide.
Lieblingsorte
Fast ebenso wichtig – und ans Herz gewachsen wie die Freund*innen – sind einem gemeinsame Lieblingsorte. Der Lieblingsitaliener um die Ecke, die Stammkneipe … Wie geht man damit um? Wie teilt man diese Orte unter sich auf, wenn man sich trennt? Schließlich will niemand live dabei sein, wenn der Ex mit einem Date im ehemaligen Stammlokal turtelt.
Hier hilft nur absprechen, wer wann wo aufkreuzen wird in Zukunft und welche Orte wer ab jetzt eher meidet. Klar sein sollte aber auch: Der, der die Trennung verschuldet beziehungsweise gewollt hat, sollte nicht zu sehr auf sein Recht pochen, sondern dem anderen (zumindest vorerst) den Vortritt lassen.
Gute Freunde, schlechte Freunde
Wie auch immer man es handhabt: Eine Trennung muss nicht bedeuten, dass sich der Freundeskreis halbiert oder man ihn komplett neu aufbauen muss. Freunde, die mit dem Expartner sang und klanglos verschwinden und sich auf dessen Seite schlagen, waren meist eh keine engen Freunde. Zumindest keine guten. Personen, die die komplizierte Zeit der Trennung und der Neuaufstellungen jedoch tapfer mitbestreiten, zeigen, dass sie zurecht enge Bezugspersonen sind.
Eins sollte man nicht vergessen: Menschen kommen und gehen. Man sollte sich nicht zu sehr an alte Zeiten klammern und dauerhaft Trübsal blasen, so traurig eine Trennung auch ist. Aber man darf darauf vertrauen, dass man neue Freund*innen finden wird.
Spätestens ein neuer Partner oder eine neue Partnerin hat auch wieder neue spannende Kontakte. Das Leben geht weiter und da draußen sind noch viele nette Menschen, die man für sich entdecken kann. Und: Wer nur bei seinem Partner oder Partnerin bleibt, damit der Alltag so bleibt wie er ist, macht auch etwas falsch. Also Kopf hoch! Alles wird gut!










