Inhaltsverzeichnis
- Selbstvertrauen: Warum gerade Frauen hier mehr an sich arbeiten müssen
- Selbstvertrauen stärken: Der Schlüssel liegt in uns selbst
- Die Wurzeln des Selbstvertrauens liegen in der Kindheit
- Selbstvertrauen stärken: 5 simple Tricks
Selbstvertrauen brauchen wir in jeder Situation im Leben. Nicht nur in den schwierigen, sondern selbst dann, wenn wir mit lieben, uns zugewandten Menschen zusammen sind. In dem Fall hilft es uns, selbstsicher zu sein, damit wir uns ihnen gegenüber öffnen können.
Aber natürlich ist es gerade in schwierigen Momenten, in denen wir uns per se unsicher oder vielleicht sogar angegriffen fühlen, noch wichtiger, ein gutes Selbstvertrauen zu besitzen. Aber es ist wichtig, das aufzubauen. Nur so können wir uns vor emotionalen Tiefs schützen.
Wir haben uns mit der Mentorin Tatjana Faranda* getroffen, um von ihr Strategien und Tipps zu bekommen, die uns in schwierigen Lebenssituationen helfen und die das Selbstvertrauen in die eigene Kraft stärken sollen. Sie hat uns ein paar Denkweisen und Tricks verraten, die euch wirklich helfen werden.
*Unsere Expertin Tatjana Faranda von Phoenix Power hat ihre Berufung zum Beruf gemacht. Als Mentorin möchte sie andere Menschen ganzheitlich stark machen, mit Mindset Coaching, Selbstverteidigung und Quantenheilung (Mehr Infos: www.phoenix-power.de.).
Selbstvertrauen: Warum gerade Frauen hier mehr an sich arbeiten müssen
Sicher kennt jede*r diese Momente im Alltag, in denen wir an uns selbst zweifeln. Sei es, dass wir uns um einen neuen Job bemühen wollen oder dass wir gar eine Abweisung unseres Könnens hinnehmen müssen. Aber auch im privaten Bereich, in der Familie oder unter Freund*innen ist es nicht immer leicht, mit Kritik an der eigenen Person umzugehen. Vor allem, weil viele Menschen eh schon voller Selbstzweifel und ihr ärgster Kritiker sind.
Leider es ist kein Klischee, wenn man sagt, dass Frauen sich selbst gerne unter den Scheffel stellen und sich schlechter machen, als sie sind. Viele neigen dazu, ihren Selbstwert zu unterschätzen und das Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten Stück für Stück in seine Einzelteile zu zerlegen. Eine amerikanische Studie bestätigt das: Männer halten sich selbst im Schnitt für selbstbewusster als Frauen.
Hier gibt es jedoch mehrere Punkte, an denen sich ansetzen lässt. Denn ein Problem ist, oder sagen wir eine Unart: Frauen machen die Zweifel an sich selbst häufiger zum Thema als Männer. Mit dem unschönen Effekt, dass sie sich selbst kleinreden. Und noch etwas, so die Mentorin Tatjana Feranda: „Frauen holen ihre Bestätigung zudem oftmals von Außen, also von anderen und deren Meinung und Feedback. Männer indes schöpfen ihr Selbstvertrauen eher aus sich selbst.“
Selbstvertrauen stärken: Der Schlüssel liegt in uns selbst
Wo also ansetzen, um seinem Selbstbewusstsein mal so eben auf die Sprünge zu helfen? Und ja: Es klingt so simpel und ist doch so schwer: Sich selbst zu lieben und anzunehmen, mit all seinen Schwächen. Dabei sollten wir uns klarmachen: Menschen mit einem guten Selbstvertrauen sind nicht zwangsläufig mit weniger Schwächen ausgestattet, sie haben lediglich eine positive Einstellung zu sich selbst.
Und das ist der entscheidende Faktor. Denn wenn ich hinter mir stehe und mich selbst mag, dann kann mich Kritik und Ablehnung von außen in meinem Selbstwertgefühl nicht so tief erschüttern. Einfach, weil man seine Fähigkeiten kennt und weiß, was man sich selbst wert ist. Und: Ich kann anders auf andere Menschen zugehen, anders mit anderen agieren und für sie da sein, wenn ich mir selbst und meinen Fähigkeiten vertraue.
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Die Wurzeln des Selbstvertrauens liegen in der Kindheit
Leider gibt es keinen Knopf, der uns von jetzt auf gleich umdenken lässt und jeder Mensch ist individuell und wird seinen eigenen Weg brauchen. Zumal die Ursachen meist in unserer Kindheit liegen, wie die Mentorin erklärt. „Haben die Eltern ihr Kind unterstützt und ihm gezeigt, dass es Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten haben kann?“ Das wäre der Idealfall, so die Expertin.
Doch oftmals haben Eltern (wie zum Beispiel sehr stark die Nachkriegsgeneration und deren Kinder) Probleme damit, ihre Gefühle zu zeigen. Gefühle werden (ungewollt) als negativ bewertet. „Wir erklären und rechtfertigen uns für Tränen, Frust und Wutausbrüche. Zugleich werden Emotionen und das Reden darüber in vielen Familien unterdrückt“, sagt Tatjana Faranda.
Das alles sorgt leider nicht dafür, dass wir uns selbstbewusst und frei entfalten können. „Wie willst du weiblich und weich sein, wie willst du dich ausdrücken, wenn du als Frau von Anfang an in ein Muster gepresst wirst?“ Ganz zu schweigen davon, dass diese Muster meist arg veraltetet Rollenmuster sind.
Und der Druck wird im weiteren Verlauf des Lebens keinesfalls weniger. Allein schon der gesellschaftliche Druck, wie das perfekte Frausein auszusehen hat, das sehr auf Äußerlichkeiten basiert. Enthaart, sportlich, gesund und jung: Eine elende Armada von Glaubenssätzen über Erfolg und Schönheit im Leben, die uns von klein auf überallhin verfolgt.
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Mit bösen Folgen, so die Mentorin: „Wir machen sich oft sehr klein, weil wir uns stark über unser Äußeres definieren. Wir wurden dazu erzogen, Feedback über außen zu bekommen, sei es durch das Lob der Eltern oder gute Noten in der Schule.“ Kein Wunder also, dass wir unseren Selbstwert gar nicht mehr wirklich kennen.
Das Feedback unseres Umfelds sagt uns von klein auf, wie wir zu sein haben. „Das darfst du nicht. Das ist nicht gut genug, das ist falsch, das richtig“. Und diese Sätze aus unserer Kindheit kramen wir immer wieder hervor, wenn wir getriggert werden. Wenn der Chef oder die Chefin uns kritisiert, wenn wir Konflikte in der Beziehung haben: Überall kommen dann die erlernten Muster über richtig und falsch, über Versagen und Bestehen wieder hervor.
„Viele haben Angst, etwas falsch zu machen. Kann ich das so machen? Ist das nicht egoistisch? Nein. Es hat etwas mit Selbstliebe zu tun“, so Tatjana Faranda. Denn nur wenn ich in mir selbst ruhe, kann ich auch für jemand anderen da sein.
Etwas, was Frauen deshalb oft schwerfällt, weil wir dazu prädestiniert sind, für ein anderes Wesen mitdenken zu müssen. Also uns selbst und unsere Belange hinten anzustellen, allein weil wir Kinder haben bzw. bekommen können und dann eben für ein anderes Wesen verantwortlich sind. Mütter werden das sicher nur allzu gut kennen.
Im Wort Selbstvertrauen steckt ja auch das Wort „trauen“ – trauen sich selbst zu zeigen. (Tatjana Feranda)
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Selbstvertrauen stärken: 5 simple Tricks
Was kann man dennoch als allgemeinen Tipp mitgeben, wenn Menschen ein extrem geringes Selbstbewusstsein haben und sehr auf die Meinung anderer fixiert sind? Hier ein paar Tipps der Mentorin für mehr Vertrauen in sich selbst:
Tipp 1 – Nicht alles persönlich nehmen
Wenn jemand etwas sagt, sei es, dass er Kritik äußert oder Konflikte anspricht, sollte man einfach mal genauer hinhören, was er wirklich sagt. Oft nehmen wir Kritik extrem persönlich und in uns läuft eine Spirale der Selbstkritik ab, getriggert von unserem Gegenüber.
„Besser wäre es jedoch, das Positive in der Kritik zu suchen. Was ist die Botschaft in der Kritik, denn nur so kann ich mich verbessern für das nächste Mal“, so die Mentorin. „Manchmal reicht es auch für sich einzuordnen: Kritisiert der andere mich oder die Situation?“
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Tipp 2 – Stärkung von innen heraus
Am Anfang wird es schwierig sein, umzudenken, weil die meisten von uns von klein auf daran gewöhnt sind, sich mehr auf ihre Schwächen zu fokussieren, als auf ihre Stärken. Dabei hat jeder von uns Stärken und Schwächen.
Leider verbrauchen wir die meiste Energie mit unseren Schwachpunkten. „Wir sollten uns mehr auf die Stärken fokussieren und daran arbeiten, wie wir diese Stärken optimieren können.“ Das wird nicht sofort gelingen, aber auf Dauer kann man hier viel bewirken.
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Tipp 3 – Bewusst und offen mit Schwächen umgehen
Jeder sollte sich bewusst machen: Ich muss nicht alles können und wenn ich meine Schwächen kenne, dann bin ich auch weniger angreifbar. Nehmen wir z.b. die Eifersucht. Wir projizieren unser Befinden auf unsere Partnerin bzw. unseren Partner. Wen trifft er*sie? Wen schaut er bzw. sie an? Wir achten auf alles, was der andere tut.
Dabei steckt dahinter nicht das vermeintlich falsche Verhalten des Partners oder der Partnerin, sondern allein der Gedanke, dass wir nicht gut genug sind, dass wir ersetzbar sind. Unser geringes Selbstwertgefühl sorgt dafür, dass wir unter massiver Verlustangst leiden. Und jedem ist klar, dass starke Eifersucht eine Beziehung auf Dauer kaputt macht.
Wer jedoch weiß, dass er so tickt, sollte das offen kommunizieren und mutig zu seiner Schwäche stehen. Wir alle haben Ecken und Kanten, aber wir sollten uns nicht von unseren Schwächen leiten lassen, sondern eher von unseren Stärken.
Wenn ich eifersüchtig bin und die Gründe kenne, kann ich das mit meiner Beziehungsperson klären und einen Weg finden, wie beide gemeinsam damit umgehen wollen. So sorgt der offene Umgang mit unserer Schwäche auch manchmal für eine Stärkung unseres Vertrauens in uns selbst.
Und wir dürfen uns auch schwach zeigen, vor anderen weinen, ohne uns zu entschuldigen. „Nur so kommen wir zurück in die Menschlichkeit und motivieren andere dazu, sich auch so zu zeigen, wie sie sind.“ Wenn wir alle immer nur bluffen und unser optimiertes Selbst präsentieren, dann sorgt das letztlich nur für eins: Für Frust auf allen Seiten und die Menschlichkeit und das Miteinander schwindet.
Wir müssen nicht perfekt sein. Es reicht, wenn wir authentisch sind. (Tatjana Feranda)
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Tipp 4 – Sich nicht ständig vergleichen
So oft gehört, und dennoch will es nicht so ganz klappen: Wir müssen aufhören, uns zu vergleichen. „Sei dein eigenes Original und keine Kopie von jemand anderem!“, so die Mentorin. Und klar sind Social-Media-Kanäle wie Instagram und Pinterest nicht wirklich dafür geschaffen, unser Selbstvertrauen zu stärken. Wie oft zieht uns das dort gezeigte schöne, perfekte oder auch wunderschön unperfekte Leben runter, weil wir uns selbst daneben klein fühlen?
Das gilt auch für Tabu-Themen wie z.B. Burnout oder vermeintliche körperliche Makel. Zeigt euch so wie ihr seid, anstatt anderen nachzueifern. Und man sollte sich immer darüber im Klaren sein: Kleine Veränderungen bewirken auch Veränderungen im Großen. Also denkt nie: Was kann ich allein schon tun, es ändert sich ja doch nichts?
Versucht es nicht immer allen recht zu machen. Sonst macht ihr es allen recht, nur euch selbst nicht. (Tatjana Feranda)
Tipp 5 – Check dein Umfeld
„Frag dich in einer ruhigen Minute mal offen: Habe ich Menschen um mich, die mir guttun? Überlege dir, ob du es dir selbst nicht wert sein solltest, dich von Menschen zu trennen, sie aus deinem Leben zu entfernen, wenn sie dafür sorgen, dass es dir nicht gut geht.“
Das mag hart klingen, aber jemand, der uns ständig nur kritisiert und niedermacht oder uns ausnutzt oder als Fußabtreter missbraucht, der trägt kein winziges Teilchen dazu bei, dein Leben zu bereichern. Nein, er raubt dir sogar noch Energie und Lebensfreude.
