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Wegen Streik nicht zur Arbeit: Darf ich zuhause bleiben?

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Wegen Streik nicht zur Arbeit: Darf ich zuhause bleiben?

Am 27. März steht der Verkehr in Deutschland in weiten Teilen still. Doch was passiert eigentlich, wenn man es wegen eines Streiks nicht zur Arbeit schafft?

Droht Arbeitnehmer*innen, die es wegen eines Streiks nicht zur Arbeit schaffen, eine Abmahnung? Wir klären auf!

Am 27. März 2023 steht der Verkehr in Deutschland in weiten Teilen still. Die Gewerkschaft Ver.di und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) haben zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen, der nahezu den gesamten Verkehrsbetrieb betrifft. Mit Bus, Bahn oder dem Flugzeug kommt man heute nicht weit.

Insgesamt befinden sich 350.000 Beschäftigte im Warnstreik. Die Folge: Volle Straßen. Alle Arbeitnehmer*innen, die die Möglichkeit haben, im Homeoffice zu arbeiten, dürften sich gerade heute besonders glücklich schätzen. Doch nicht jede*r hat diese Option.

Was also, wenn man es nicht zur Arbeit schafft, weil Busse und Bahnen nicht fahren? Darf ich in diesem Fall einfach zu Hause bleiben oder muss ich mir im Zweifel ein Taxi nehmen? Und wer trägt die Mehrkosten, die durch den alternativen Arbeitsweg entstanden sind? Wir klären auf.

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Immer wieder kommt es derzeit zu Streiks im Verkehrssektor. Gerade für Arbeitnehmer*innen, die auf Busse und Bahnen angewiesen sind, eine schwierige Situation. Wenn man kein Auto und keinen Führerschein hat, bleibt nur noch das Fahrrad oder der Fußweg. Aber was, wenn man einen langen Arbeitsweg hat und auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen ist. Kann ich im Zweifel zu Hause bleiben?

Die klare Antwort lautet: Nein. Sowohl bei angekündigten als auch bei spontanen Streiks müssen Arbeitnehmer*innen den Kontakt zu ihrem Arbeitgeber bzw. ihrer Arbeitgeberin suchen. Gerade, wenn der Streik wie im aktuellen bundesweiten Warnstreik im Voraus angekündigt wurde, wird von Arbeitnehmer*innen erwartet, dass sie sich vorab um eine Lösung bemühen.

Wer unentschuldigt fehlt und einfach zu Hause bleibt, muss mit einer Abmahnung rechnen. Lediglich bei sehr spontanen Streiks wird diese Regelung etwas lockerer gehandhabt. Eine Abmahnung muss man dann eher nicht befürchten.

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Wer zahlt die Mehrkosten für einen alternativen Arbeitsweg

Doch wer zahlt die Mehrkosten, weil man zum Beispiel ein Taxi zur Arbeit nehmen musste oder zusätzliche Benzinkosten hatte, weil man normalerweise mit der Bahn fährt? Höhere Kosten für den Fahrtweg muss der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin selbst tragen. Lediglich bei sehr hohen, unzumutbaren Kosten, ist es in Ausnahmefällen möglich, an einem Streiktag zu Hause zu bleiben.

Gerade für Personen, die nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren können oder die kein Auto haben, ist Homeoffice eine gute Möglichkeit, um trotzdem arbeiten zu können. Doch das geht natürlich nicht immer. Besprecht mit eurem Arbeitgeber bzw. eurer Arbeitgeberin die verschiedenen Optionen. Im Zweifel könnt ihr auch einen unbezahlten Urlaubstag aushandeln.