Veröffentlicht inJob & Geld

Steuererklärung: 6 verbreitete Denkfehler, die richtig Geld kosten können

Paar sitzt unglücklich über Unterlagen gebeugt am Tisch.
Bei der Steuererklärung gibt es ein paar Dinge, die viele von uns gerne falsch machen. Credit: Adobe Stock

Es gibt Mythen bei der Steuererklärung, die sich hartnäckig halten und viele von uns Geld kosten. Wir erklären, wo die Fallen lauern.

Die Steuererklärung gehört für die meisten nicht unbedingt zu ihren Lieblingsaufgaben. Daher überlässt manch einer die Einkommenssteuererklärung einfach dem Steuerberater, andere lassen sie einfach ganz sein.

„Der Aufwand ist es doch nicht wert“ oder „Die Steuererklärung lohnt sich einfach nicht!”, sind Sätze, die in diesem Zusammenhang besonders häufig fallen.

Und da sind wir schon beim ersten Denkfehler, der bares Geld kosten kann. Denn meistens lohnt sich eine Steuererklärung finanziell. Die führende mobile Steuerplattform Taxfix ist den größten Steuermythen einmal auf den Grund gegangen. Den ein oder anderen Mythos kennst du ganz sicher auch!

Verkaufen im Internet

Muss ich Einnahmen über Kleinanzeigen & Co. versteuern? Rechtsexpertin Nicole Mutscke klärt auf!

Denkfehler 1: „Wenn ich einmal eine Steuererklärung abgegeben habe, muss ich das jedes Jahr tun!”

„Wenn ich einmal eine Steuererklärung abgegeben habe, muss ich das
jedes Jahr tun!” — Diesen Satz haben viele sicher schon einmal gehört. Aber stimmt das wirklich?

Nein! Dabei handelt es sich tatsächlich um einen Mythos. Denn für Personen, die in einem Jahr freiwillig eine Steuererklärung abgegeben haben, besteht keine Pflicht, das auch im nächsten Jahr zu machen.

Daher können sie in einem Jahr eine Steuererklärung abgeben und im nächsten Jahr nicht. Meldet sich das Finanzamt bei dir, kannst du einfach darauf hinweisen, dass für dich keine Abgabepflicht besteht.

Denkfehler 2: „Die Steuererklärung lohnt sich einfach nicht!”

Dass sich die Steuererklärung nicht lohnt, ist ein weit verbreiteter Mythos, der nicht der Wahrheit entspricht. Denn laut Statistischem Bundesamt gibt es im Schnitt 1.095 Euro zurück. Natürlich kannst du auch weniger oder mehr zurückbekommen.

Trotzdem bekommt der Großteil Geld zurück und muss nichts nachzahlen: Von 14,4 Millionen Menschen, die freiwillig eine Einkommensteuererklärung abgegeben haben, bekamen 2019 rund 12,7 Millionen eine Rückerstattung.

Die Steuererklärung lohnt sich eben doch und mit einer App oder einer Software für den PC ist es noch dazu überhaupt nicht kompliziert und schnell gemacht.

FEMALE FUTURE FORCE DAY 2023
Warum wir offen über Geld sprechen sollten 

In unserer Gesellschaft ist Geld immer noch ein großes Tabu-Thema. Viele Menschen wissen zudem zu wenig über Geld und trauen sich nicht, ihre Fragen offen zu stellen.   
Um das zu ändern, sprechen Unternehmerin, Moderatorin und Podcasterin Janin Ullmann, Content Creator und Business Angel Diana zur Löwen, Journalist und Podcaster Ridal Carel Tchoukuegno sowie die Geschäftsführerin von Engel & Völkers Finance Rebecca Scheidler auf dem FEMALE FUTURE FORCE DAY 2023. 

Alle Infos findet ihr dazu hier bei Edition F.  

Auch lesen: Steuerklassen: Lohnt sich ein Wechsel?

Denkfehler 3: „Arbeitslosengeld ist steuerfrei!”

Arbeitslosengeld ist in der Tat steuerfrei, allerdings unterliegt es dem Progressionsvorbehalt. Was ist damit gemeint? Hast du neben dem Arbeitslosengeld noch andere Einkünfte, erhöht sich der Einkommenssteuersatz dafür.

Somit kann es durchaus zu einer Nachzahlung kommen. Der Progressionsvorbehalt gilt übrigens für alle Lohnersatzleistungen, auch für das Elterngeld.

Kennt ihr schon den Podcast zum FFF Day? Jetzt hier reinhören!

Credit: EDITION F

Denkfehler 4: „Mit Versicherungen kann ich Steuern sparen!”

Der Mythos, dass man mit Versicherungen Steuern sparen kann, stimmt zum Teil. Denn Riester-, Rürup-Rente oder berufliche Versicherungen wie eine Berufshaftpflichtversicherung lassen sich steuerlich geltend machen.

Viele Versicherungen lassen sich jedoch leider nicht absetzen. Dazu gehören Hausrats-, Reiserücktritts- oder auch Kfz-Kaskoversicherungen.

Lesetipp: Sorgenfrei in den Traumjob: So klappt’s auch mit den Steuern

Denkfehler 5: „Die Steuererklärung muss jetzt elektronisch eingereicht werden!”

Für Selbstständige gilt, dass sie ihre Steuererklärung elektronisch abgeben müssen. Nicht-Selbstständige hingegen können die Steuererklärung per Brief, Fax oder persönlich beim Finanzamt abgeben.

Denkfehler 6: „Meine Freund*innen dürfen mir bei der Steuererklärung helfen!“

Du kennst einen Steuerprofi im Freundeskreis oder in der Familie? Perfekt, dann kannst du dir ja bei der Steuer einfach helfen lassen, oder?

Leider nein. Denn laut § 5 des Steuerberatungsgesetzes (StBerG) ist das Helfen oder sich helfen lassen bei der Steuererklärung eine Ordnungswidrigkeit und kann dementsprechend geahndet werden.

Auch lesen: Steuern sparen: Wann lohnt sich eine Heirat finanziell am meisten?

In der Galerie findest du 5 Job-Fakten, die du garantiert nicht kanntest:

Etwas Wichtiges zum Schluss: Wir möchten dich dazu ermutigen, dich mit deinen Finanzen auseinanderzusetzen. Egal, ob Themen wie die Steuererklärung, Fragen zum Arbeitsrecht oder aktuelle Finanzthemen — Es zahlt sich im wahrsten Sinne des Wortes aus, wenn du dich aktiv mit diesen Themen beschäftigst.

Und wir zeigen dir, dass Job- und Finanzthemen gar nicht so kompliziert sind, wie es vielleicht zunächst erscheint. Außerdem findest du bei uns viele weitere spannende Tipps, Rezepte und aktuelle Themen. Schau dafür einfach regelmäßig bei gofeminin.de vorbei.