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Erziehung: Warum Lehrer vor U-Boot-Eltern warnen

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Was du über U-Boot-Eltern wissen musst!

U-Boot-Eltern halten sich gerne bedeckt, bis es gar nicht mehr anders geht. Und dann packen sie das Brecheisen aus. Gut ist dieser Erziehungsstil nicht für Kinder.

U-Boot-Eltern haben beim Lehrpersonal keinen guten Ruf. Was den Erziehungsstil ausmacht und warum er so kritisch gesehen wird, liest du hier.

Immer wieder hört man von Erziehungsmethoden, die Expert*innen wie Lehrer*innen, Psycholog*innen und Erzieher*innen kritisieren. Die bekanntesten sind dabei wohl die Helikopter-Eltern, die ständig um ihre Kinder kreisen, alles wissen und ihnen alles ermöglichen wollen.

Und die Rasenmäher-Eltern, die ihren Kindern alle Hindernisse aus dem Weg räumen. Beiden ist gemein, dass sie als zu fürsorglich gelten und der kindlichen Selbstständigkeit schaden.

Dieser Überfürsorge stehen die sogenannten U-Boot-Eltern gegenüber. Sie halten sich nämlich am liebsten aus allem raus. Das gewehrt ihren Kindern natürlich mehr Freiheiten. Stößt aber vor allem bei Lehrer*innen auf großes Missfallen.

Was die U-Boot-Eltern ausmacht und warum sie ihren Kindern mit diesem Verhalten schaden können, wollen wir euch erklären.

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U-Boot-Eltern halten sich bedeckt (und versteckt)

So wie ein U-Boot abtaucht und unter der Wasseroberfläche verschwindet, so verhalten sich die sogenannten U-Boot-Eltern, wenn die Schule versucht, Kontakt herzustellen. Auf Schreiben oder Mails der Schule wird konsequent nicht reagiert.

An Schulveranstaltungen wird weder teilgenommen noch sich anderweitig beteiligt. Und Elternabenden bleiben sie konsequent fern.

Das kann selbstverständlich alles eine Frage von Termindruck sein. Nicht immer hat man Zeit, einen Kuchen fürs Schulbuffet zu backen oder an einem Elterngespräch teilzunehmen. Bei U-Boot-Eltern ist das jedoch eine generelle Entscheidung.

Sie wollen nichts mit der Schule ihres Kindes zu tun haben und scheinen sich wenig für den schulischen Erfolg zu interessieren. Für sie ist Schule, Lernen und alles drumherum Aufgabe der Lehrer*innen.

Wann U-Boot-Eltern auftauchen

Es sei denn, dem Kind drohen Konsequenzen. Dann tauchen auch U-Boot-Eltern auf und schalten sich ein, und zwar massiv. Ist das Kind zum Beispiel versetzungsgefährdet, wird sofort der Anwalt eingeschaltet.

Das Kind schreibt eine schlechte Note? Schon wird eine Mail an den oder die Lehrer*in oder gar die Schulleitung verfasst. Und das, obwohl Versuche der Schule, im Vorfeld Kontakt zu den Eltern aufzunehmen, bis zu diesem Zeitpunkt im Sande verliefen. Unter diesem Verhalten leiden vor allem die Kinder.

Lesetipp: Warum du den Lerntyp deines Kindes kennen solltest

So leiden Kinder unter U-Boot-Eltern

Natürlich brauchen Kinder gewisse Freiheiten und sie müssen auch Fehler machen dürfen. An beidem können sie wachsen. Und trotzdem brauchen Kinder auch Führung, Leitung und Begleitung. Vor allem, was die ersten Jahre in der Schule angeht. Stehen Eltern und Lehrer im Austausch, können Probleme früh erkannt und schneller gebannt werden.

Halten sich Eltern aber aus allem raus und legen die Verantwortung einzig in die Hände von Lehrer*innen, leidet am Ende nur das Kind darunter. Denn ausgewachsene schulische Probleme lassen sich weder mit einem Anwalt, noch mit einer Mail an die Schulleitung lösen. Gelernt hat das Kind solcher U-Boot-Eltern am Ende auch nichts. Geschweige denn weiß es dann, wie es sich selbst aus einer verzwickten Situation retten kann.

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Schule wird unwichtig für Kinder von U-Boot-Eltern

Es ist auch unwahrscheinlich, dass das Kind von U-Boot-Eltern die Schule als etwas Wichtiges ansieht. Schließlich leben ihm die Eltern durch ihr aktives Heraushalten vor, dass es das nicht ist. Die schulischen Probleme werden also sehr wahrscheinlich nicht kleiner, sondern nur noch größer.

Wichtiger Hinweis zum Schluss: Erziehung ist immer eine persönliche Sache. Zudem ist jedes Kind anders und reagiert auf seine eigene Art und Weise. Es ist deshalb wichtig, dass du auf dein Kind eingehst und so herausfindest, welcher Weg der beste für euch ist.