Es gibt diesen einen Moment, der bei mir täglich Stress auslöst. Und damit meine ich nicht die hundertste Arbeits-Mail oder die Hektik an der Supermarktkasse mit dem viel zu kurzen Warenband.
Nicht mal die Frage: „Mamaaa, wo ist mein orangefarbenes Hot Wheels Auto mit den blauen Reifen?“, treibt mein Stress-Level nach oben.
Es ist der Moment, wenn ich nach einem stressigen Tag zwischen Chefredaktion, Kita-Abholzeit, Play-Date, Abendessen-Machen und Einschlafbegleitung die Tür zum Kinderzimmer öffne.
Egal wie lang oder kurz mein 5-jähriger Sohn in seinem Zimmer gespielt hat, abends sieht es aus wie nach einem Kindergeburtstag mit 100 Gästen.
Weil ich aber keine Lust habe, jeden Abend eine halbe Stunde das Kinderzimmer aufräumen zu müssen, nur damit es am nächsten Tag direkt wieder so aussieht, habe ich ein System entwickelt.
Ordnung im Kinderzimmer in nur 5 Minuten
Es reduziert unser elterliches Aufräumen auf ein Minimum und schult gleichzeitig den Ordnungssinn unseres Sohns.
Hier kommen 5 Ordnungs-Tricks, die bei uns den einen Unterschied gemacht haben. Nicht im Sinne von „ein Kinderzimmer wie im Katalog“, sondern im Sinne von: bespielbar, kindgerecht und wirkt in 5 Minuten aufgeräumt.
1. Alles braucht ein Zuhause, aber eins das dein Kind auch erreicht
Bei der Kinderzimmer-Einrichtung spielt unser eigener Geschmack manchmal eine größere Rolle als der Praxis-Gedanke. Gerade, wenn die Kinder noch jünger sind. Neutrale Farben, hübsche kleine Körbchen und süße Regale, die so hoch angebracht sind, dass mein 5-Jähriger eine Leiter bräuchte.
Wenn dein Kind nicht allein an sein Spielzeug rankommt und es auch nicht allein wieder wegräumen kann, dann sorgt das nicht nur für Chaos, sondern auch für Frust und ständige „Maaamaaa?“ oder „Paaapaaaa?“-Rufe.
Stauraum-Wunder: Trofast von IKEA
Wenn es um kindgerechten Stauraum geht, dann schwöre ich auf die Trofast-Regale von IKEA. Die Stauraum-Wunder mit Einschubboxen sind bei uns das, was andere Leute wahrscheinlich „Life Changing“ nennen würden. Jede Box hat ein Thema und mein Sohn kann sie selbst rausziehen, alles reinwerfen und wieder reinschieben.
Bei uns gibt es eine Box für Legosteine, eine für Spielzeugautos, eine für Figuren und eine für Bastelkram. Und ja, natürlich landet auch mal ein Auto bei Lego und ein Legostein bei den Figuren.
Aber ganz ehrlich: Das ist mir egal. Mir geht es nicht um Perfektion, mir geht es um ein System, das in 5 Minuten funktioniert.
2. Möbel, die Chaos schlucken
Ich liebe die Illusion von Ordnung. Vor allem, wenn Besuch kommt und ich nicht erst panisch anfangen muss, alles in irgendeine Ecke zu schieben. Und genau dafür brauchst du Möbel, die Chaos schlucken, statt alles permanent auszustellen wie im Museum für Kleinteile.
Was bei uns wirklich hilft, sind drei Klassiker: ein XXL-Aufbewahrungskorb für alle Kuscheltiere, das erwähnte Trosfast-Regal und Unterbettboxen. Wenn du Platz dafür hast, sind auch Kommoden mit Schubladen oder Türen perfekt.
Sobald das Auge nicht mehr jede einzelne Figur, jeden einzelnen Baustein und jeden einzelnen Mini-Dino sieht, wirkt das ganze Zimmer plötzlich wie verwandelt. Und ja: Chaos in Schubladen oder hinter Türen wird toleriert.
3. Spielzonen im Kinderzimmer
Dieser Trick klingt erstmal nach Kindergarten-Pädagogik, ist aber in Wahrheit Selbstrettung. Denn ein Kinderzimmer wird vor allem dann chaotisch, wenn alles überall stattfindet.
Ich habe deshalb Zonen eingeführt. Eine Lesezone, eine Bauzone und einen Maltisch. Und das Beste daran ist: Ich muss nicht mehr „das ganze Zimmer“ aufräumen, sondern nur noch eine Zone zurücksetzen.
Natürlich sprengt mein Sohn diese Grenzen regelmäßig, das wäre ja auch zu schön. Aber eben nicht immer und dann geht das Aufräumen definitiv schneller.
4. Spielzeug rotieren lassen
Je mehr Spielzeug sichtbar herumsteht, desto unordentlicher wirkt das Kinderzimmer. Selbst wenn eigentlich alles an seinem Platz ist. Und: Die Sachen verlieren mit der Zeit an Reiz.
Wir lassen das Spielzeug unseres Sohns deshalb rotieren. Ein Teil bleibt im Zimmer, der Rest macht Pause. Das sorgt nicht nur dafür, dass weniger Kleinteile rumstehen und das Zimmer automatisch ruhiger wirkt.
Es hat auch den wunderschönen Nebeneffekt, dass „altes“ Spielzeug plötzlich wieder spannend wird, weil es neu entdeckt werden kann.
Wir haben das Glück, einen Keller zu haben und dort lagert das Spielzeug, das gerade pausiert. Ich packe es in große Kisten und tausche alle paar Wochen ein bisschen durch.
5. Die „Alles schnell rein“-Kiste für den Abend
Ich nenne sie liebevoll die Rettungsbox. Eine große Kiste, in die abends einfach alles rein darf, was gerade noch herumliegt und bei dem ich nicht sofort weiß, wo es hingehört.
Ohne Sortieren, ohne Diskussion, ohne Drama. Denn seien wir ehrlich: Es gibt Tage, da ist die Energie einfach aufgebraucht – bei uns wie auch bei unseren Kindern.
Ordnung im Kinderzimmer muss nicht perfekt sein, sie muss realistisch sein.
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