Es gibt Momente im Alltag mit Kindern, in denen alles kippt. Und zwar von jetzt auf gleich. Ohne Vorwarnung. Einfach aus dem Nichts. Tränen, Wut, Türenknallen, totale Ausraster.
Früher wollte ich diese Momente oft einfach schnell „lösen“. Heute weiß ich: Kinder brauchen in diesen Augenblicken keine Lösungen. Sie brauchen Worte, die sie halten. Denn sie selbst können mit ihren Gefühlen noch nicht richtig umgehen. Wie auch? Sie haben es ja bis jetzt noch nicht gelernt. Folgende fünf Sätze können dabei kleine Anker sein, die Kinder emotional tragen und ihnen helfen, sich selbst und ihre Gefühle besser zu verstehen.
1. „Das fühlt sich gerade richtig doof an, oder?“
Dieser Satz ist so kraftvoll, weil er nichts verlangt und nichts bewertet. Er signalisiert dem Kind: Ich sehe dein Gefühl und es darf sein.
Kinder lernen dadurch, ihre Emotionen wahrzunehmen, statt sie zu unterdrücken oder sich dafür zu schämen. In meiner eigenen Erfahrung entspannt sich mein Kind oft schon in dem Moment, in dem es merkt, dass sein Frust nicht „falsch“ ist. Und genau das ist der Schritt zu emotionaler Stärke.
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2. „Ich sehe, dass dich das ärgert.“
Wenn wir Gefühle benennen, helfen wir Kindern, eine Sprache für ihr Innenleben zu entwickeln. Das ist unglaublich wichtig für ihre emotionale Entwicklung. Wenn man Ärger, Traurigkeit oder Enttäuschung anspricht, statt diese Gefühle zu ignorieren, explodieren Kinder weniger. Sie fühlen sich dadurch ernst genommen und lernen: Meine Emotionen sind real und ich werde dafür nicht abgelehnt.
3. „Komm, wir atmen kurz zusammen durch.“
Dieser Satz bringt Ruhe in stürmische Momente. Nicht durch Kontrolle, sondern durch Verbindung. Gemeinsam zu atmen zeigt dem Kind, dass es mit seinen Gefühlen nicht allein ist. Durch Co-Regulation gibst du deinem Kind Halt, bis es sich selbst wieder regulieren kann.
Gleichzeitig lernt es ganz spielerisch Selbstregulation. Der Körper darf sich beruhigen, ohne dass Gefühle unterdrückt werden müssen. Für mich ist das einer der schönsten Momente, weil Nähe entsteht, wo vorher Chaos war.
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4. „Was hat dich daran so geärgert?“
Diese Frage hilft, Gefühle in Worte zu fassen und sie zu benennen, statt sie zu unterdrücken. Kinder dürfen nachdenken und reflektieren, statt sich zu verteidigen. Die Frage zeigt echtes Interesse an der inneren Welt des Kindes. Sie erkennen dadurch Zusammenhänge, wodurch sie emotionale Intelligenz entwickeln und lernen, ihre Gefühle besser einzuordnen. Etwas, das mit Vorwürfen oder schnellen Erklärungen nie passieren würde.
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5. „Ich weiß, das ist gerade schwer, aber ich bin bei dir.“
Kinder brauchen kein „Reiß dich zusammen.“, sondern das Gefühl „Ich bin nicht allein.“ Dieser Satz ist pure Sicherheit. Er verspricht keine schnelle Lösung, aber bedingungslose Begleitung.
Kinder, die diese Worte hören, entwickeln ein tiefes Urvertrauen. Auch in schwierigen Situationen werde ich nicht allein gelassen. Für mich ist das einer der wichtigsten Bausteine für Resilienz, Bindung und ein starkes Selbstwertgefühl. Gefühle dürfen da sein, und ich bin trotzdem geliebt.
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