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Kindererziehung: Erziehen Typ-B-Moms besser?

Blonde Mutter sizt glücklich umarmend mit ihrem Klienkind in einer Blumenwiese
Sind Typ-B-Moms die besseren Mamas? Credit: Adobe Stock/S.Kobold

Viele Mamas setzen in der Erziehung jetzt auf den Typ-B-Mom. Doch was ist das eigentlich und wie gut ist der Erziehungsstil?

Sie vergessen schon mal den Bastelnachmittag im Kindergarten oder der Schule, manchmal tragen ihre Kinder unterschiedliche Socken und sie haben garantiert keinen Wochenplan an den Kühlschrank gepinnt: Die Rede ist von „Type B Moms“ und die erobern gerade Insta, TikTok und Co.

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Warum? Weil sie das Gegenmodell der perfekt organisierten, ständig optimierenden Insta-Mom sind. Locker. Gelassen. Improvisationsfreudig. Ihr Motto: Weniger Leistungsdruck (für Mama und Kind), mehr Bauchgefühl.

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Was steckt noch hinter dem Trend? Ist die Type B Mom das gesündere Elternmodell und was macht sie eigentlich aus?

Was bedeutet Type B Mom?

Der Begriff ist nicht wissenschaftlich, sondern stammt aus der Popkultur. Er lehnt sich einfach an bekannte oder vielmehr verständliche Persönlichkeitstypen an.

Typ A: ehrgeizig, strukturiert, leistungsorientiert
Typ B: ruhig, flexibel, stressresistenter

Überträgt man die allgemeine Beschreibung auf Mamas, bedeutet das, eine Typ B Mom hat:

  • weniger durchgetaktete Tage
  • einen geringeren Perfektionsanspruch
  • mehr Spielraum für Chaos
  • weniger Förderprogramme
  • Vertrauen in die Entwicklung ihres Kindes
  • ihren Fokus auf ihrer Beziehung zum Kind, nicht auf Optimierung

Auf Tiktok oder Instagram wird die Type B Mom gern als Gegenentwurf zur ‚Overachiever Mom‘ dargestellt, wie dieser Clip beispielhaft zeigt:

Warum sind Type B Moms gerade „Trend“?

Egal ob online oder offline, Menschen neigen dazu, sich zu vergleichen. Eltern sind da leider keine Ausnahme. Soziale Medien machen das Problem auch nicht kleiner. Um sich selbst den Druck zu nehmen, macht man sich einfach über sich selbst lustig.

Ein kleiner Befreiungsschlag sozusagen, der vermittelt: Du musst nicht alles kontrollieren, dein Kind darf sich langweilen, mal was vergessen und perfekt muss sowieso niemand sein.

Und das hilft auch den Kindern. Denn die spüren schon genug Leistungsdruck in der Schule und von Freund*innen. Entspannte(re) Eltern sind für sie eine Wohltat.

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Auch die Type B ist nicht perfekt

Wie immer im Leben muss man auch als Type B Mom auf der Hut sein, die eigene Entspannt- und Gelassenheit nicht zu romantisieren. Auch eine Type B Mom hat oder macht mal Fehler und reagiert nicht immer perfekt.

Außerdem muss der Mama-Typus ja auch irgendwie zur Familie passen. Alle Entspannung und Gelassenheit nützt ja nichts, wenn man Termine hat, die eben nun mal eingehalten werden müssen. ‚Es mal nicht so eng zu sehen‘ geht da nicht und kann andere Familienmitglieder stressen und unter Druck setzen.

Mal abgesehen davon, dass nicht jedes Kind gleich ist. Neurodivergente Kinder beispielsweise profitieren von Routinen und festen Abläufen.

Typ B oder Typ A? Die falsche Frage

Jemanden einfach in die eine oder andere Kategorie zu stecken ist natürlich viel zu simpel. Kaum eine Mutter (ja, oder auch ein Vater) wird wohl durchgehend Typ A oder B sein. Meistens wechseln wir zwischen den Typen, je nach Lebensphase, Alter des Kindes, eigener Belastung oder auch dem Schlafmangel.

Am Ende des Tages ist gute Erziehung ja kein Persönlichkeitstest.

Was Kinder wirklich brauchen

Sondern es geht darum, starke, selbstbewusste, empathische und verantwortungsvolle Menschen zu erziehen. Und das klappt als Type B Mom und bestimmt auch als Type A Mom, sofern ein Kind:

  • verlässliche Erwachsene hat
  • emotional sicher ist
  • Grenzen hat
  • Fehler machen kann
  • Zeit hat
  • und echte Aufmerksamkeit erfährt.

Und dabei ist es ja nun wirklich zweitranging, ob eine Mama dabei für ihren Seelenfrieden Listen führt oder alles mehr oder weniger improvisiert.

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