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Geld als Belohnung: Warum das ein großer Erziehungsfehler ist

Junge, ca. 10 Jahre, hebt Schmutz mit Kehrschaufen und -blech auf.
Kinder mit Geld zum Lernen oder Aufräumen zu motivieren ist eine wirklich schlechte Idee. Warum, liest du gleich hier. Credit: Getty Images/ MoMo Productions

Bei überraschend guten Noten oder der Mithilfe im Haushalt zücken Eltern gerne mal ein Scheinchen als Belohnung. Doch genau das ist eine richtig schlechte Idee.

Wir wollen, dass unsere Kinder stark, selbstständig und motiviert durchs Leben gehen. Also loben wir, begleiten, feuern an und greifen im Alltag manchmal zu Mitteln, die kurzfristig wirken, aber langfristig mehr kaputt machen, als uns lieb ist.

Zum Beispiel dann, wenn Geld ins Spiel kommt.
„Wenn du dein Zimmer auf/ die Spülmaschine ausräumst, bekommst du 2 Euro.“
„Für jede 1 gibt es einen 10er.“

Klingt harmlos. Fast schon clever. Schließlich funktioniert es besser als jede Bitte oder Ermahnung. Aber auch nur auf den ersten Blick.

Genau hier beginnt nämlich das Problem. In dem Moment, in dem wir Verhalten mit Gelf verknüpfen, verschieben wir etwas Grundlegendes. Aus dem inneren Antrieb unseres Kindes wird ein Geschäft. Aus, „Ich helfe, weil ich Teil der Familie bin“, wird, „Was bekomme ich dafür?“. Aus Lernen, Neugier und Eigenverantwortung wird schnell ein System aus Belohnung und Erwartung.

Was viele dabei nicht wissen: Geld motiviert nicht wirklich. Es konditioniert unsere Kinder vielmehr. Und das kann Folgen haben, die wir so ganz sicher nicht gewollt haben.

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Geld als Motivator gehört nicht in Erziehung

Kinder haben selten Lust, für die Schule zu lernen oder den Eltern zu Hause zu helfen. Um sie dennoch zu motivieren, zücken wir schnell mal das Portemonnaie und stellen ihnen finanzielle Vorteile in Aussicht. Mit einer Belohnung vor der Nase legen sich die meisten Kinder dann richtig ins Zeug und sind super motiviert.

Für den Moment genau der Effekt, den wir uns gewünscht haben. Das Kind tut etwas für die Schule oder erledigt den Abwasch. Allerdings, ihr ahnt es bereits, dauert diese Motivationsphase nicht lange an. Denn sie wird einem Kind von außen ‚auferlegt‘: Machst du das, bekommst du jenes von mir. Psychologen sprechen auch von extrinsischen Motivatoren.

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Die können schließlich dazu führen, dass ein Kind Aufgaben nur noch macht, wenn es sich lohnt, bzw. wenn es dafür eine Belohnung erhält. Es macht sich und sein Handeln von außen abhängig.

Eigentlich genau das Gegenteil von dem, was wir Eltern mit der extra Finanzspritze erreichen wollten.

Wie motiviert man Kinder richtig?

Um Kinder also davon zu überzeugen, dass Lernen notwendig ist, um gut in der Schule zu sein oder auch, dass Hausarbeit eben zum Leben einfach dazu gehört, müssen Eltern in der Erziehung deshalb nicht auf Belohnungen verzichten. Doch statt Kindern Geld als Form der Anerkennung in Aussicht zu stellen, sollten wir sie loben, uns für ihre Hilfe bedanken und sie wissen lassen, dass wir ihre Arbeit schätzen. Klingt ganz einfach, machen aber tatsächlich die wenigsten.

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Viel wichtiger als das Ergebnis, egal ob Test in der Schule, gutes Zeugnis oder eben eine ausgeräumte Spülmaschine, ist dabei die Arbeit, die das Kind investiert hat. Der Weg, der es an diesen Punkt gebracht hat, ist es deshalb, den man hervorheben sollte.

So sorgt man dafür, dass die intrinsische Motivation, also die, die allein aus dem Kind kommt, wächst. Und das wiederum sorgt dafür, dass das Kind sich auf sein Handeln und seine Fähigkeiten verlässt und sich nicht von anderen abhängig macht.

So schafft man beste Voraussetzungen, einen unabhängigen und selbstständigen Menschen zu erziehen, der noch dazu gelernt hat, in sich und seine Fähigkeiten zu vertrauen.

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