Es gibt ein Wort, das viele Kinder erstaunlich früh und mit großer Begeisterung entdecken: „Nein.“ Kurz, klar und wirkungsvoll. Ein kleines Wort mit erstaunlich viel Kraft. Bei meinem Sohn kam das Wort gefühlt sogar vor dem liebevollen „Mama“ und „Papa“.
Am Anfang wirkt es noch niedlich und auch lustig, wenn einfach alles verneint wird. Doch irgendwann stellt man fest, dass dieses eine Wort plötzlich überall auftaucht und es sogar ernst gemeint ist. Beim Anziehen, beim Aufräumen, beim Schlafengehen. Fast jede Bitte scheint automatisch mit einem „Nein“ beantwortet zu werden.
Und irgendwann fragt man sich als Eltern ganz ehrlich: Kann man seinem Kind dieses „Nein“ auch eigentlich wieder abgewöhnen? Oder muss ich mich in der Pubertät noch damit auseinandersetzen?
Der Wunsch nach weniger „Nein“
Viele Eltern kennen diesen Gedanken. Man versucht, geduldig zu erklären, Alternativen anzubieten oder Entscheidungen einfacher zu machen. Vielleicht gibt man dem Kind mehr Wahlmöglichkeiten, in der Hoffnung, dass es sich dann leichter auf etwas einlässt. Manchmal versucht man es mit Humor oder manchmal mit besonders guten Argumenten.
Doch erstaunlicherweise bleibt dieses kleine Wort oft hartnäckig. Ganz egal, wie kreativ man als Eltern wird. Das „Nein“ scheint immer griffbereit zu sein. Mit der Zeit merkt man allerdings, dass dieses Verhalten gar nicht so überraschend ist.
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Warum sagen Kinder so gern „Nein“
Für Kinder ist das „Nein“ viel mehr als nur Ablehnung und Widerspruch. Es ist ein wichtiger Schritt in ihrer Entwicklung. In diesem Alter entdecken sie langsam, dass sie eigene Wünsche, eigene Entscheidungen und einen eigenen Willen haben.
Das „Nein“ ist also nicht in erster Linie gegen die Eltern gerichtet. Es ist vielmehr ein Versuch, die eigene Selbstständigkeit zu testen. Kinder probieren aus, wie weit ihr Einfluss reicht, wo Grenzen liegen und wie ihre Umgebung darauf reagiert. Mit anderen Worten: Das „Nein“ gehört zum Großwerden dazu.
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Wie kann man mit einem „Nein“ umgehen?
Auch wenn wir jetzt wissen, dass das Wort zur Entwicklung gehört, kann es im Alltag trotzdem oft herausfordernd sein. Niemand hat unbegrenzt Geduld, besonders nicht in hektischen Momenten. Wie sollen wir also damit umgehen?
Hilfreich kann es sein, Kindern kleine Wahlmöglichkeiten zu geben. Gebt ihnen Zeit für Übergänge und versucht die Situation spielerisch zu lösen. Oft funktioniert es besser, wenn Kinder das Gefühl haben, selbst ein Stück Kontrolle zu behalten. Und manchmal hilft auch einfach ein wenig Gelassenheit. Nicht jedes „Nein“ muss sofort zu einer großen Diskussion werden.
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Irgendwann wird vielen Eltern klar, dass das Ziel gar nicht sein kann, das „Nein“ komplett abzuschaffen. Denn genau dieses Wort wird für Kinder später einmal wichtig sein. es hilft ihnen, Grenzen zu setzen, für sich selbst einzustehen und Entscheidungen zu treffen, die sich richtig anfühlen.
Bis dahin bleibt das „Nein“ ein treuer Begleiter im Familienalltag. Es kann natürlich mal anstrengend sein, mal überraschend kreativ eingesetzt werden und manchmal sogar ein bisschen lustig sein.
Und vielleicht gehört genau das auch zum Elternsein dazu: zu lernen, dass aus einem kleinen, entschlossenen „Nein“ eines Tages ein selbstbewusster Mensch entsteht.
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