Nicht jeder Mensch ist gleichermaßen stark, wenn es um schwierige Phasen im Leben geht. Manch einer geht scheinbar leichter aus Krisen hervor als andere. Das hat mit der eigenen Resilienz zu tun, also der Fähigkeit, Krisen, Rückschläge oder Stress zu bewältigen, ohne davon dauerhaft Schaden zu nehmen. Es ist wie eine kleine Superkraft, die uns hilft, nach Schicksalsschlägen und schweren Phasen wieder aufzustehen.
Die gute Nachricht: Zwar ist nicht jede*r gleichermaßen mit Resilienz ausgestattet, aber man kann daran arbeiten, resilienter zu werden. Was genau deine psychische Widerstandsfähigkeit stärker macht, erfährst du hier.
1. Krisen akzeptieren, statt klagen
Es klingt so simpel, hilft aber wirklich: Man muss sich in Krisen bewusst sagen, dass es nichts bringt, nach dem Schuldigen zu fragen, sondern dass man sein Leiden verkürzt, wenn man die Situation erst einmal annimmt und dann weitersieht. Manchmal muss man akzeptieren, dass man etwas nicht kann, einen Job nicht bekommen hat, den Partner oder die Partnerin sehr verletzt hat oder Stress und Probleme im Freundeskreis hat.
Wer dann den Kopf aus dem Sand rauszieht, statt ihn in eben jenen zu stecken, hat den ersten Schritt heraus aus der Krise schon getan. Dieses Wissen kann Menschen mit wenig Resilienz helfen.
2. Aus bisherigen Krisen lernen
Allen Pechvögeln, die bis dato wenig Resilienz besitzen, sei gesagt, dass durchgestandene schwere Zeiten uns auch in gewisser Weise stark machen. Wer sich durchgeboxt hat und eine Krise überwunden hat, geht daraus oft gestärkt hervor und tut somit etwas für seine Resilienz.
Bei der nächsten Niederlage kann er sich sagen: Ich habe schon viel durchgestanden, ich schaffe auch das. Deshalb macht es Sinn, sich nach einer schlechten Phase Zeit zu nehmen und alles für sich zu analysieren.
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3. Wichtig: Liebe dich selbst
Das klingt vielleicht seltsam, aber sicherlich hat sich jede*r schon einmal selbst abgrundtief für etwas, das er bzw. sie getan hat geschämt oder vielleicht sogar gehasst. Sich selbst jedoch schlechtzureden und die Achtung vor sich selbst auf Kellerniveau zu halten, hilft uns im Leben nicht weiter.
Man sollte sich irgendwann auch vergeben können. Und anfangen, sich wieder zu mögen und an sich selbst zu glauben. Auch das hilft ungemein in Krisenzeiten, dass wir an uns selbst glauben.
4. Ein Netzwerk guter Freund*innen
Ein Freundeskreis, der einen im Notfall auffängt, ist ungemein wichtig in jeder Krise. Und sei es nur der Frust über den Job oder die Enttäuschung über den Partner oder die Partnerin, den wir uns von der Seele reden können bei einem guten Freund.
Wer sich also in dem Kreis lieber Menschen gut aufgefangen fühlen kann, sollte sich klarmachen, dass das seine Resilienz sehr stärkt. Und nicht nur gute Freund*innen, auch andere soziale Kontakte auf der Arbeit, in der Freizeit oder auch Nachbarn*innen können uns Stabilität im Leben geben. Nutze das für deine innere Stärke.
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Mein persönlicher Tipp für Krisenmomente
„Versucht Abstand zu gewinnen. Raus aus dem gewohnten Umfeld mit all seinem lähmenden Alltagstrott. Reist an einen Ort, an dem ihr den Kopf frei bekommt. Oft hilft der räumliche Abstand, um wieder klarer zu sehen.“
Stellv. Chefredakteurin & Expertin für Liebe & Psychologie
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5. Träume groß, aber bleib realistisch
Oftmals wollen wir zu viel und am liebsten alles auf einmal und direkt. Sieh das Leben aber als das an, was es ist: Kein dauerhafter Super-Mega-Glückszustand, sondern ein Auf und Ab, das aber seinen Reiz haben kann. Wir sollten also keinen absolut unrealistischen Bildern im Leben nacheifern, denen wir gar nicht genügen können und die wir nie erreichen werden. Das macht unglücklich und labil.
Dennoch ist es enorm wichtig, Ziele und Träume im Leben zu haben und an ihnen festzuhalten. Nur steck deine Ziele nicht unendlich hoch, sondern mache daraus erst einmal kleine Teilziele, die du nach und nach zu erreichen versuchst. Das macht auf Dauer zufriedener und manchmal kann man sich langsam und auf Umwegen an sein absolutes Traumziel heranarbeiten.
6. Versuche Krisen sachlicher zu sehen
Das ist sicherlich leichter gesagt als getan, aber manchmal hilft es, sich der Vergleichsgruppentherapie zu bedienen. Viel zu oft haben wir das Gefühl, dass die Welt nur zu uns hundsgemein und fies ist, dabei ist unsere Lage oftmals noch sehr komfortabel. Wie viele Menschen auf der Welt haben nicht mal das Nötigste.
Wie mögen die sich fühlen, mit all dem Elend um sie herum? Das, was wir oft als großes Unglück und als unüberwindbares Hindernis sehen, ist gar nicht so unüberwindbar, wenn wir genau hinsehen. Wir müssen Krisen also versuchen so gut es geht zu „entdramatisieren“.
Noch etwas Wichtiges zum Schluss: Dieser Artikel ist nur zur Information gedacht. Zögert nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn ihr massive Probleme und Sorgen habt. Niemand muss alle schwierigen Phasen des Lebens alleine durchstehen. In diesem Sinne: Alles Gute und passt auf euch auf!
Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Habt ihr Probleme mit eurer psychischen Gesundheit, Ängste oder dringende Fragen, solltet ihr euch einem Arzt anvertrauen.
