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Wasser-Wissen: Wie viel ist gesund und kann man auch zu viel trinken?

Frau liegt hinter einem Wasserglas, das ihre Gesichtszüge verzerrt
© Getty Images

Vorab im Video: 5 Anzeichen, dass du zu wenig Wasser trinkst

Trinken ist gesund. So viel haben wir gelernt. Aber zählt unser geliebter Kaffee auch zur täglichen Trinkmenge? Und kann man auch zu viel trinken?

Inhaltsverzeichnis

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte jeder Erwachsene täglich circa anderthalb Liter Wasser trinken. Wie viel genau hängt natürlich auch vom Wetter, der Bewegung und dem Wassergehalt der aufgenommenen Nahrung ab. Bei Hitze und Sport dürfen es auch gerne bis zu drei Liter sein.

1,5 Liter klingt per se erstmal machbar – stellt aber dennoch für viele Menschen (mich eingeschlossen) ein Problem da. Die wenigsten Menschen schaffen es, die pro Tag empfohlene Wassermenge zu sich zu nehmen. Und das ist leider herzlich ungesund. Immerhin gesteht der menschliche Körper zu 50 bis 65 Prozent aus Wasser und kann ohne Wasser nicht richtig funktionieren.

Mein Problem ist oft: Ich verspüre das Gefühl von Durst erst relativ spät. Und oft deute ich es falsch und interpretiere es als Hunger. In der Tat essen viele Menschen, wenn sie eigentlich Durst haben. Achtet mal drauf. Vielleicht geht es auch ja ähnlich.

Wenn trinken jetzt aber so notwendig für unseren Körper ist, wie kann man es im Alltag anstellen, damit das mit dem viel Trinken auch wirklich funktioniert? Inwieweit zählen Kaffee und Co. mit zu den 1,5 Litern Flüssigkeit am Tag? Ist meine tägliche Kanne grüner Tee ein Flüssigkeitsgewinn oder eher ein Minus? Und: Kann man auch zu viel trinken?

All diese Fragen möchte ich hier beantworten – weil ich auch schon öfters im Netz nach Antworten gesucht habe.

Was sollte man idealerweise trinken?

Die DGE empfiehlt vor allem ungesüßte Getränke, also am besten Wasser, Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees zu trinken. Schlechte News für alle, die sich vorwiegend auf Kaffee stürzen.

Und davon gibt es scheinbar gar nicht so wenige: Denn auf Platz 1 der Durstlöscher steht laut einer Studie Kaffee. Leitungswasser belegt da fast logischerweise nur Rang drei, noch hinter abgefülltem Mineralwasser. Aber mal positiv gesehen: Immerhin trinken die Menschen in Deutschland mehr Wasser als ungesunde Softdrinks und gesüßte Säfte.

Trotzdem verwundert die Tendenz zu Mineralwasser in Plastikflaschen. Schließlich ist Wasser aus dem Hahn kostenlos, immer verfügbar und nachhaltig. Die CO2-Belastung durch Abfüllen und Transport des abgefüllten Wassers ist 600 mal höher als beim Kranwasser. Vom 100 mal höheren Preis ganz zu schweigen. Zudem ist die Trinkwasserqualität in Deutschland überall sehr gut, so die Verbraucherzentrale.

Ideal wäre es also, einfach Kranwasser für seinen täglichen Trinkbedarf zu nutzen. Wer es nicht still mag, kauft sich am besten einen Wassersprudler. Mit Glasflaschen statt Plastikflaschen. Dann gibt es direkt eine 1 in Sachen Umweltschutz.

Kaffee, schwarzer Tee, Milch: Was zählt, um 1,5 Liter zu erreichen?

Die gute Nachricht: Kaffee, schwarzer und grüner Tee vervollständigen die tägliche Flüssigkeitsbilanz von 1,5 Litern, so die DGE. Wichtig: Sie müssen ungesüßt getrunken werden. Der Mythos, Kaffee wäre eher ein Minus an Flüssigkeit, weil er dem Körper Wasser entziehe, ist längst widerlegt – hält sich jedoch noch einigermaßen hartnäckig in den Köpfen.

Die schlechte Nachricht: Alkoholische Getränke, wie Bier, Wein, Cocktails und Co. zählen nicht auf das tägliche Trinkkonto mit ein. Auch Milch und Milchgetränke zählen nicht, wenn es darum geht, seine 1,5 Liter am Tag zu trinken.

Kann man auch zu viel trinken?

Es gibt ja viele Challenges rund ums Wasser Trinken. (Ehemalige) Kolleginnen von mir haben früher sogar immer ein Battle daraus gemacht, wer am Ende des Arbeitstages die meisten leeren Wasserflaschen auf seinem Schreibtisch stehen hat. Dabei gibt es durchaus ein zu viel, was das trinken angeht. Auch wenn Wasser gesund und auch ein Schönheitselixier ist, so kann man auch zu viel trinken.

Hierzu schreibe die BARMER: „Wer zu viel Wasser trinkt, bringt den Stoffwechsel und Mineralhaushalt des Körpers durcheinander. Es kann schlimmstenfalls zu einer sogenannten Wasservergiftung kommen, bei der sich zu wenig Natrium im Blut befindet.“

Lesetipp: Mehr Trinken bei Hitze: Mit diesen Tricks trotzt du der Hitzewelle

Woran erkenne ich, dass ich zu wenig trinke?

Ist der Urin sehr dunkel und leidet man zudem unter Kopfschmerzen, kann es durchaus am Wasserdefizit liegen. Auch trockene Schleimhäute, wie ein trockener Mund, können ein Anzeichen sein. Weitere Symptome sind Müdigkeit, Kreislaufprobleme, Schwindel oder Konzentrationsstörungen.

Auch an der Haut kann man die Dehydrierung erkennen. Zieh dafür an deiner Hand die Haut am Handrücken etwas hoch. Bleibt die Hautfalte kurz bestehen und senkt sich erst langsam wieder, solltest du fix mal was trinken.

Dass wir schnell dehydrieren ist gar kein Wunder. Immerhin scheiden wir täglich circa 2,5 Liter aus, durch die Haut, durch unsere Atmung und über unseren Stuhl und Urin. Und das müssen wir eben immer wieder ausgleichen.

Hier findet ihr weitere wichtige Warnanzeichen, dass ihr zu wenig getrunken habt oder gar gefährlich dehydriert seid: -> Dehydration erkennen: Diese Symptome sind Warnzeichen: Mehr dazu auf dem Gesundheitsportal onmeda.de.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder akute Beschwerden auf, solltet ihr eure Ärztin oder euren Arzt kontaktieren oder in der Apotheke um Rat fragen. Über die bundesweite Nummer 116117 ist der ärztliche Bereitschaftsdienst erreichbar.