Einen Tag nach der Preisverleihung kehrte Aminati auf die YES!CON zurück – noch immer bewegt von den Eindrücken der vergangenen Stunden. Die Auszeichnung bedeute ihr viel, sagte sie.
Vor allem aber seien es die Begegnungen mit Betroffenen und Angehörigen, die ihr Kraft schenken. Die YES!CON sei ein besonderer Ort, an dem Menschen zusammenkommen, die ähnliche Erfahrungen teilen und sich gegenseitig Mut machen.
Warum die Veranstaltung für viele Erkrankte so wichtig ist, erklärt Aminati mit einem Gefühl, das viele Betroffene kennen: Einsamkeit. Im Alltag und Berufsleben fühlten sich Menschen mit Krebs oft an den Rand gedrängt.
Auf der YES!CON dagegen entstehe ein Raum, in dem Verständnis oft keiner großen Worte bedürfe. Der Austausch mit anderen Erkrankten, Angehörigen und Experten vermittle das Gefühl, nicht allein zu sein.

Geschichten, die Mut machen
Besonders bewegend seien für sie Begegnungen mit Menschen, die trotz schwerer Diagnosen seit vielen Jahren leben und ihren Weg gefunden haben. Diese Geschichten machten Mut – und genau diesen Mut wolle sie weitergeben.
Im Interview sprach Aminati auch über die Schwierigkeiten, über Krebs zu sprechen. Die Erkrankung löse Ängste aus und verändere das Leben grundlegend. Oft fehle Betroffenen wie Angehörigen die passende Sprache.
Gleichzeitig sei Kommunikation ein wichtiger Schlüssel im Umgang mit der Krankheit. Noch wichtiger seien manchmal jedoch konkrete Unterstützung und Menschen, die einfach da sind und mit anpacken. Jeder Mensch finde dabei seinen eigenen Weg, mit der Erkrankung umzugehen – ob offen und öffentlich oder eher im Rückzug.
Seit ihrer Diagnose teilt Aminati ihren Weg mit einer großen Öffentlichkeit. Für viele Betroffene ist sie damit zu einer wichtigen Stimme geworden. Sie machte jedoch deutlich, dass ihre Offenheit nicht bedeutet, dass die Erkrankung leicht zu bewältigen sei.
Krebs sei belastend, erschöpfend und stelle Beziehungen sowie Familien vor enorme Herausforderungen. Umso wichtiger seien Zusammenhalt und Unterstützung. „Wir sind wirklich auch teilweise am Ende unserer Kraft, aber wir halten zusammen“, sagte Aminati. Genau dieses Gefühl von Gemeinschaft vermittle auch die YES!CON.
Drei Dinge, die Patrice Aminati Hoffnung machen
Trotz aller Belastungen schöpft die Moderatorin und Influencerin Hoffnung aus den Erfahrungen anderer Betroffener und aus den Fortschritten der Medizin. Geschichten von Menschen, die ihre Erkrankung überwunden oder viele Jahre mit ihr gelebt haben, gäben ihr Zuversicht.
Gleichzeitig beobachte sie die Entwicklungen in Forschung und Therapie mit großer Hoffnung. Als Palliativpatientin sei Zeit ein entscheidender Faktor. Neue Medikamente und Behandlungsmöglichkeiten könnten schon in wenigen Jahren neue Perspektiven eröffnen. „Wir müssen einfach Zeit gewinnen“, berichtet sie über die Worte ihrer behandelnden Ärztin.
Für Aminati sind deshalb drei Dinge entscheidend: Hoffnung, medizinischer Fortschritt und der Austausch mit anderen Menschen. Die zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema Krebs und die wachsende Bereitschaft, offen darüber zu sprechen, stimmen sie optimistisch.
Tabus würden zunehmend aufgebrochen und immer mehr Betroffene fänden Gehör. Genau dafür steht für sie auch die YES!CON: für Sichtbarkeit, Gemeinschaft und die Botschaft, dass niemand seinen Weg mit Krebs allein gehen muss.
