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Veröffentlicht inHaushalt, Lifestyle

Als meine Mama in Japan war, hat sie dieses geniale Putz-Konzept kennengelernt

Ältere Frau spült ab, jüngere Frau lächelt daneben.
© Adobe Stock/Halfpoint

Vorab im Video: Küche mit Essig putzen

Diese Art zu Putzen hat meine Einstellung zu nervigen oder stressigen Aufgaben komplett verändert. Vielleicht auch deine.

Vor über vierzig Jahren ist meine Mama nach Japan gereist, als es weder Smartphones, Google Maps noch Instagram gab. Vorher hatte sie über Monate hinweg eine Brieffreundschaft mit einer Japanerin aufgebaut, die sie schließlich einlud, während ihrer Reise bei ihr zu wohnen statt in einem Hotel. So konnte meine Mutter die Kultur und den Alltag abseits von Touristen-Hotspots hautnah kennenlernen.

Neben unzähligen Erinnerungen, Fotos und Geschichten brachte meine Mutter von ihrer Reise noch etwas anderes mit nach Hause, das sie (und mich ebenfalls) bis heute begleitet: Kiyomeru.

Was ist Kiyomeru?

Kiyomeru lässt sich aus dem Japanischen mit „reinigen“ oder „läutern“ übersetzen. Du darfst hier also keinen klassischen Putzplan oder 10-Minuten-Hack erwarten.

Beim Kiyomeru geht es darum, das Putzen nicht als lästige Pflicht zu sehen, sondern als bewusste Handlung der Wertschätzung. Für die Dinge, die uns umgeben. Für unser Zuhause. Und letztlich auch für uns selbst. Die Reinigung passiert dabei nicht nur auf physischer Ebene, sondern auch mental. Oder anders gesagt: Wenn wir Ordnung um uns herum schaffen, schaffen wir auch mehr Ruhe in unserem Inneren.

Warum dieses Putz-Konzept so besonders ist

Was Kiyomeru von westlichen Putzroutinen unterscheidet, ist der Fokus auf Achtsamkeit und Dankbarkeit. Statt nebenbei Musik zu hören, Serien zu schauen oder das Putzen möglichst schnell hinter sich zu bringen, lädt Kiyomeru dazu ein, ganz bei der Sache zu bleiben.

Das bedeutet nicht, dass du plötzlich auf moderne Haushaltsgeräte verzichten musst. Die schmutzige Tasse auf der Anrichte kann schnell in der Spülmaschine verschwinden, aber sie ab und zu per Hand zu waschen, verhilft dir zu einen neuen Blickwinkel. Hat die Tasse ein besonderes Muster, das du dir noch nie richtig angeschaut hast? Oder eine Macke, die ihr Charakter verleiht? Wenn man sich die Zeit nimmt, etwas gründlich per Hand sauber zu machen, sieht man seine alltäglichen Gegenstände mit neuen Augen.

Warum Putzen plötzlich weniger stresst

Gerade im vollgepackten Alltag, wenn die To-do-Listen sowieso schon endlos lang sind, ist Putzen ein weiterer Stressfaktor. Kiyomeru setzt genau hier an. Das Putzen soll nicht als Last, sondern als Akt der Dankbarkeit gegenüber den eigenen Besitztümern und dem Zuhause verstanden werden.

Natürlich kann man in einem vollen Haushalt oder mit Kindern, Haustieren und Co. nicht jede Putzaufgabe super langsam und konzentriert ausführen. Aber es hilft bereits, kleine Rituale in den Alltag einzubauen. Zum Beispiel, die Kissen auf dem Sofa schön anzuordnen und sich daran zu erfreuen, oder abends die Küche bewusst sauber zu hinterlassen, sodass sich weder Schmutz noch emotionaler Ballast ansammeln können.

Halte beim Reinigen, auch wenn du gehetzt bist, immer wieder kurz inne, um die Gegenstände wertzuschätzen, die du hast und nutzt. Wischen, Wäsche und Co. müssen so oder so erledigt werden. Warum sollten wir sie also nicht mal nutzen, um runterzukommen, statt uns noch mehr unter Druck zu setzen?

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