Wer kleine Kinder hat, hört ständig den Satz, „Warte erst mal, bis dein Kind in die Pubertät kommt“, was ganz offensichtlich als Drohung gemeint ist. Und ja, Teenager sind anstrengend. Manchmal auch besonders. Aber sie sind es nicht die ganze Zeit. Es gibt vieles, das mit Jugendlichen deutlich einfacher wird.
So einfach sogar, dass ich mich schon dabei ertappt habe, wie ich an die Kleinkindzeit zurückdenke und mir klar wurde, dass mein Leben heute, mit sogar zwei Teenagern, oft deutlich entspannter ist als mit zwei Kindern unter 10 Jahren.
Und natürlich bringt jede Entwicklungsphase ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Trotzdem gibt es da ein paar Dinge, die ich als Mama von Teenagern oft genieße.
1. Niemand muss mit dir ins Bad
Privatsphäre existiert mit kleinen Kindern nicht. Sie verfolgen einen bis ins Badezimmer auf die Toilette. Aber das ist alles passé mit Eintritt in die Pubertät. Teenager geben viel dafür, ihre Eltern nicht begleiten zu müssen, egal wohin.
Stattdessen verbringen sie viel lieber Zeit mit ihrer Clique und allein in ihrem Zimmer und finden es super, wenn man sie einfach in Ruhe lässt. Und damit hat man als Eltern auch sehr oft seine Ruhe. Eine durchaus positive Entwicklung.
2. Niemand will hier entertained werden
Wir wissen alle, dass Langeweile wichtig ist für Kinder, keine Frage. Aber je kleiner Kinder sind, umso schwerer fällt es ihnen, sich selbst zu beschäftigen. Deshalb hilft man als Eltern gerne nach, bastelt mit, malt oder liest vor.
Auf all das haben Teenager so gar keine Lust. Beschäftigt werden wollen sie so gut wie nie von ihren Eltern. Schon gar nicht mit Bastel- oder Handarbeit.
3. Endlich wieder normal schlafen
Der für mich größte Vorteil an Kindern im Teenageralter ist ihr Schlafbedarf. Ja, sie gehen deutlich später ins Bett (brauchen aber niemanden, der sie am Abend beschäftigt), schlafen dafür aber am Wochenende selbst gerne bis 11 Uhr. Und wir Eltern damit auch.
Endlich sind sie vorbei, die Jahre, in denen jede Nacht zerrissen war, man vor Sonnenaufgang geweckt wurde und abends zur Einschlafbegleitung neben oder im Kinderbett lag.
4. Gespräche werden interessanter
Klingt ein bisschen gemein, weil man sich immer gerne mit seinen Kindern unterhält. Aber wenn sie ein bisschen älter werden, haben die Gesprächsinhalte mehr Substanz. (Sofern man den Teen in einem gesprächigen Moment erwischt und er mehr zu sagen hat als „keine Ahnung„). Dann kann man mit seinem Teenager über Politik, Freundschaften und Zukunftspläne sprechen und darüber staunen, welche klugen Gedanken er oder sie sich so macht.
5. Du kannst wieder spontan das Haus verlassen
Mit Teenagern bekommt das eigene Sozialleben wieder mehr Schwung. Das Kaffee-Date mit der besten Freundin, abends ausgehen, alles ist wieder problemlos möglich. Die Kids freuen sich, wenn sie das Haus für sich haben und man selbst freut sich, ungebundener durchs Leben zu ziehen.
Auch gemeinsame Unternehmungen sind viel einfacher. Weder Snackbeutel noch Wechselsachen sind erforderlich. Man kann ganz spontan losziehen und sich regelrecht treiben lassen.
6. Sie übernehmen Verantwortung
Vielleicht machen sie es nicht immer freiwillig, aber man kann Teenagern durchaus die Verantwortung für gewisse Dinge übergeben. Der Einkauf, die Gassi-Runde mit dem Familienhund, all das lässt sich wunderbar an das große Kind übergeben.
Lies dazu unbedingt: Teenager, Haushalt & Ordnung: Das eigentliche Problem sind wir Eltern
Während man früher als Eltern für jeden kleinen Schritt zuständig war, können Teenager einen schon richtig entlasten.
7. Du siehst, wer dein Kind wird
Die eigene Meinung und Einstellung eines Teenagers können anstrengend sein, aber es ist auch schön, zu sehen, wofür das Kind brennt und welche Werte ihm wichtig sind. Immer öfter kann man sehen, welcher Mensch aus dem kleinen Kind geworden ist und das erfüllt einen mit Stolz.
Teenager sind eben nicht nur anstrengend
Das Zusammenleben mit Teenagern, besonders wenn sie in der Hochphase der Pubertät stecken, kann zuweilen anstrengend sein. Aber wie jede andere Entwicklungsphase auch, ist sie zeitlich begrenzt und dann wird es ruhiger und entspannter zu Hause.
Es lohnt sich deshalb, zu warten, „bis dein Kind in die Pubertät kommt“, denn vieles wird einfacher als du glaubst.
Mehr Lesestoff für Teenie-Eltern
5 Freiheiten, die Teenager brauchen und die uns Eltern besonders schwerfallen
Welche fünf Freiheiten in der Pubertät besonders wichtig sind und warum wir Eltern sie oft unbewusst einschränken.
7 typische Teenie-Sätze und was sie wirklich bedeuten
Was hinter „Du verstehst mich nicht“, „Ist mir egal“ und weiteren Teenie-Sätzen steckt, wann Gelassenheit hilft und welche Worte ein Warnsignal sein können.
Gruppenzwang, Alkohol & Co.: Diese Stärke hilft deinem Teenager, Nein zu sagen
Wenn alle mitmachen, braucht es Mut, Nein zu sagen. So stärkst du deinen Teenager mit einfühlsamen Gesprächen und mehr Selbstvertrauen für schwierige Situationen.



