Rein sprachlich beginnt das Teenageralter mit 13 Jahren. Die Zahlen von 13 bis 19 enden im Englischen alle auf -teen und genau deshalb werden Menschen dieser Altersgruppen als Teenager bezeichnet.
Allerdings ist die Sache mit Blick auf die Entwicklung eines Kindes doch komplizierter. Die verläuft nämlich selten nach dem Kalender, sondern ganz individuell. Und genau deshalb bezeichnen viele Eltern auch Kinder unter 13 Jahren schon als Teenager. Meistens dann, wenn sie typisches Teenie-Verhalten an den Tag legen.
Es gibt also einen Unterschied zwischen der sprachlichen Definition von Teenager und dem tatsächlichen Entwicklungsstand eines Kindes.
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Warum sich viele Kinder schon vor dem 13. Geburtstag wie Teenager verhalten
Schon zwischen 9 und 12 Jahren befinden sich die meisten Kinder in einer Art Übergangsphase, gern als Tween-Phase bezeichnet, zusammengesetzt aus den englischen Worten ‚between‘ (zwischen) und ‚teen‘. Frei übersetzt sind Kinder zwischen 9 und 12 also ‚Zwischenteens‘.
Häufig verändert sich in der Zeit schon sehr viel bei den Kindern. Besonders Freundschaften rücken in den Vordergrund, aber auch Kleidung, Musik, Hobbys und der Umgang mit den Eltern verändern sich merklich.
Gleichzeitig wollen viele Kinder in dem Alter noch kuscheln, spielen und Zeit mit der Familie verbringen. Und genau das macht es für Eltern schwer, ihr Kind zu verstehen. An einem Tag wirkt es erwachsen und selbstständig, am nächsten ganz kindlich und verspielt.
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Pubertät und Teenageralter sind nicht dasselbe
Für viele Menschen gehören Pubertät und Teenager zusammen. Aber das stimmt nicht ganz. Zwar sind die meisten Teenager in der Pubertät, die Pubertät beginnt aber oft schon vor dem offiziellen Teenageralter, also vor dem 13. Geburtstag.
Bei Mädchen treten erste körperliche Veränderungen in der Tat schon zwischen dem 8. und 13. Lebensjahr auf. Bei Jungen beginnt die Entwicklung oft etwas später, nämlich zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr. Ein Kind kann also schon mitten in der Pubertät stecken, aber noch gar kein ‚offizieller‘ Teenager sein.
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Woran erkennt man, dass die Pubertät schon eingesetzt hat?
Nicht jedes Kind entwickelt sich gleich schnell. Und doch gibt es typische Veränderungen, die zeigen, dass das Kind pubertiert.
Die Meinung der Eltern verliert an Bedeutung
Freundinnen und Freunde werden zunehmend wichtiger als Mama und Papa. Das bedeutet keinesfalls, dass Eltern unwichtig werden. Das Kind orientiert sich jedoch mehr und mehr außerhalb der Familie.
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Diskussionen nehmen zu
In der Pubertät stellen Kinder Grenzen und Regeln der Eltern häufiger infrage. Sie möchten verstehen, warum etwas erlaubt oder verboten ist. Was Eltern gerne als Trotz oder generelle Anti-Haltung verstehen, ist in Wirklichkeit der Wunsch nach mehr Eigenständigkeit.
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Privatsphäre wird wichtiger
Mit Eintritt in die Pubertät wächst bei den meisten Kindern der Wunsch nach mehr Privatsphäre und die Kinderzimmertür bleibt immer öfter zu. Für Eltern ganz wichtig in dieser Phase: Das Kind lehnt nicht euch ab, sondern braucht die Zeit einfach für sich. Es zieht sich zurück, weil es das für seine mentale Gesundheit braucht, nicht, weil es euch nicht mehr mag.
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Gefühle werden intensiver
Die Pubertät sorgt auch dafür, dass intensive Umbauarbeiten im Gehirn stattfinden. Und die sorgen dafür, dass das Gefühlszentrum bei Heranwachsenden auf Hochtouren arbeiten. Vieles fühlt sich viel intensiver an in dieser Phase. Freude, Wut, Unsicherheit oder auch das erste Verliebtsein können zu großen Gefühlsausbrüchen führen, die in Erwachsenenaugen vielleicht übertrieben wirken. Das Kind fühlt aber wirklich so intensiv.
Entwicklung schlägt Alter
Klar, kann man sich festlegen und sagen, das Teenageralter beginnt mit dem 13. Geburtstag. Rein begrifflich macht man so definitiv nichts falsch. Praktisch meint man mit dem Begriff aber etwas anders. Nämlich, welche Entwicklungsschritte das eigene Kind gerade durchmacht. So kann bspw. ein 11-jähriges Kind selbstständiger sein als ein 13-jähriges.
Wie sehr ein Kind gerade emotional reift, merken Eltern vor allem daran, dass Strategien, die bis eben noch funktioniert haben, jetzt auf taube Ohren treffen. Plötzlich muss man mehr erklären und erläutern, einordnen oder durchsetzen. Alles scheint ein bisschen angespannter zu sein.
Was in der Regel daran liegt, dass sich das Kind von den Eltern lösen möchte und das schrittweise und immer mehr.
Teenager wird man nicht am Geburtstag
Lange Rede, kurzer Sinn: Streng genommen sind Teenager alle ‚Kinder‘ zwischen dem 13. und 19. Geburtstag. Aber ihre Entwicklung zum Jugendlichen startet schon viel früher.
Entscheidend für uns Eltern ist deshalb nicht, ob unser Kind offiziell Teenager ist, sondern wie es sich verhält. Was hat sich geändert und wie müssen wir Eltern uns und unseren Umgang mit dem Kind ändern? Wovon braucht es mehr und wovon vielleicht ein bisschen weniger?
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